Porträt

laut.de-Biographie

Wolf Eyes

Industrial ist eine britische Erfindung. Das muss noch lange nicht heißen, dass andernorts nicht auch kräftig gelärmt wird. Merzbow haben auf unzähligen Alben vorgemacht, wie es sich anhört, wenn Japaner raue Noisekollagen aus den Boxen wummern lassen. Und auch die USA können im Umfeld von Labels wie Soleilmoon oder RRR auf eine seit Jahren produktive Industrial-Szene stolz sein. Die Formation Wolf Eyes gehört spätestens seit ihren Auftritten im Vorprogramm von Sonic Youth 2004 in die erste Liga amerikanischer Krachmacher.

Normalerweise sprießen experimentelle Bands gerne in einem fruchtbaren Umfeld von bekannten Produzenten, Labels oder Clubs. Wolf Eyes machen da eine Ausnahme. Beinahe autistisch gehen sie ihrer lärmigen Passion nach. 1996 gründet Nate Young in einem namenlosen Vorort der Autometropole Detroit Wolf Eyes. Am Computer generiert er Sounds, die sich zu dichten Geräuschwänden verbinden und über Aaron Dilloways Label Hanson in Kleinstauflagen erscheinen. Wenig später ist Dilloway selbst Mitglied von Wolf Eyes und der Output des Duos manifestiert sich in zahllosen Kassetten, Singles und Split-LPs.

2000 zieht das Duo nach New York, kehrt dem Big Apple nach einem mehrmonatigen Intermezzo jedoch schnell wieder den Rücken und zieht wieder zurück nach Michigan. Andrew Wilkes-Krier, der in New York kurzzeitig zur Band stößt, hält New York die Treue und steigt wieder aus. Dilloway und Young bleiben nur kurz ein Duo. Spykes aka John Olson komplettiert das Line Up und pusht die Produktivität von Wolf Eyes in schwindelerregende Höhen.

Als Chef seines Label American Tapes veröffentlicht Olson allein 2001 über 20 Kassetten und CD-Rs von Wolf Eyes. Im selben Jahr gibt das produktive Trio mit "Dread" erstmals eine Noise-Orgie über LP-Länge heraus. Das Debüt und der Nachfolger "Dead Hills" erregen dank ihrer Intensität, die derjenigen von Power Electronics-Bands wie Whitehouse oder Industrial-Pionieren wie Throbbing Gristle in nichts nachsteht, die Aufmerksamkeit von Sonic Youth-Gitarrist Thursten Moore.

Der nimmt Wolf Eyes 2004 als Vorband von Sonic Youth mit auf Tour. Die beste Promotion für das im Herbst desselben Jahres erscheinende Album "Burned Mind", das beim traditionsreichen Label Sub Pop in Seattle ein zu Hause findet. Im November spielen Wolf Eyes in den USA einige Konzerte mit Genesis P-Orridges neuformierter Kultband Psychic TV.

2006 kommt mit "Human Animal" eine weitere Geräuschorgie der Amerikaner auf den Markt.

Alben

  • Sub Pop Records

    Flyer, Bio und Downloads beim Kult-Label aus Seattle.

    http://www.subpop.com/scripts/main/bands_page.php?bandname=Wolf+Eyes

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