Porträt

laut.de-Biographie

Tom Keifer

Ein Dasein voller Höhen und Tiefen: Das Leben von Cinderella-Frontmann Tom Keifer gleicht einer Achterbahnfahrt der Gefühle.

Tom Keifer wächst in Philadelphia auf. Der Sohn musikalischer Eltern erfreut sich bereits in frühen Jahren an bluesigen Klängen. Fernab vom grassierenden Disco-Hype der Siebziger beschäftigt sich Tom lieber mit dem Sound elektrisch verstärkter Gitarren.

In der Junior High School gründet der Teenager seine erste Band. Doch der Erfolg bleibt aus. Tom ist verzweifelt, sucht Trost im Alkohol und steht kurz davor, die Schule zu schmeißen. Seine Mutter, nicht minder verzweifelt, bietet ihrem Sohn einen Deal an: Er beendet die Schule, sie kauft ihm dafür eine Gibson Les Paul.

Tom lässt sich darauf ein. Mit dem Abschluss in der Tasche, reichlich Songideen im Kopf und der Paula im Gepäck macht sich Tom auf die Suche nach Gleichgesinnten. In den folgenden Jahren versucht er sein Glück in den Bands Saints In Hell, Telepath, und Diamonds. Doch so richtig zünden will keines der Projekte.

Zusammen mit seinem Freund und Saints In Hell-Kollegen Eric Brittingham (Bass) gründet Tom im Jahr 1983 seine eigene Combo, Cinderella. Gitarrist Michael Smerick und Drummer Tony Destra komplettieren das Line-Up. Beeinflusst vom erdigen Rock'n'Roll der Siebziger stürzt sich das Quartett in die Arbeit.

Zwei Jahre später zahlt sich das emsige Live-Treiben aus. Während eines Konzertes entdeckt Jon Bon Jovi die Band. Er öffnet dem Quartett praktisch über Nacht Türen und Tore. Es folgen erfolgreiche Alben ("Night Songs", "Long Cold Winter", "Heartbreak Station") und flächendeckende Tourneen mit David Lee Roth, Judas Priest und Bon Jovi. Tom Keifer ist genau dort, wo er immer hin wollte: ganz oben.

Doch Anfang der Neunziger ziehen dunkle Wolken auf. Tom Keifer leidet zunehmend unter Stimmbandproblemen. Es geht so weit, dass ihm die Ärzte ein jähes Karriereende voraussagen. Nach monatelangem Kampf inklusive aufwendiger Operationen und Reha-Maßnahmen, erholt sich Toms Stimme allerdings wieder.

Die Band veröffentlicht im Jahr 1994 das Album "Still Climbing", aber die Luft scheint irgendwie raus. Zusätzlich sieht sich Tom mit Label-Problemen konfrontiert. An weitere Studioaufnahmen ist aufgrund rechtlicher Streitereien nicht zu denken.

So finanziert sich das Kollektiv in den folgenden Jahren ausschließlich über Live-Auftritte: "Es war eine furchtbare Zeit. Ich hatte viele Ideen und Songs - aber keine Möglichkeit, mit meiner Band ins Studio zu gehen", erinnert sich der Sänger.

In dieser Zeit reift der Gedanke an ein Soloalbum. Im Jahr 2003 beginnt Tom Keifer mit den Aufnahmen: "Über die Jahre entstanden ungefähr 30 bis 40 Songs. Ich wusste, dass die Cinderella-Situation in absehbarer Zeit nicht gelöst werden konnte, also ließ ich mir mit meinen eigenen Sachen viel Zeit, um auch wirklich das Beste herauszuholen", so der Songwriter.

Am Ende dauert die Produktions-Phase zehn Jahre, ehe der mittlerweile in Nashville lebende Sänger mit einer Handvoll Freunden und Kollegen ins Studio geht, um Nägel mit Köpfen zu machen. Das Ergebnis heißt "The Way Life Goes", ein Album, das an die bluesigen Momente der "Heartbreak Station"-Phase erinnert und im Mai 2013 erscheint.

"Dieses Album spiegelt das Innerste meines Ichs wieder – sowohl musikalisch, als auch inhaltlich. Es gibt mir Kraft und zeigt mir, dass der Weg noch lange nicht zu Ende ist", zeigt sich Tom Keifer sicher. "Vielleicht ergeben sich dadurch auch wieder Möglichkeiten, andere verschollene Dinge wieder ins Leben zu rufen."

Alben

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