Porträt

laut.de-Biographie

Tinkertoy

Elektronische Musik hat auf dem nordamerikanischen Kontinent traditionell einen schweren Stand. Hier, wo staubige Rockgitarren die Landschaft prägen, findet man Sampler oder Synthesizer höchstens in irgendwelchen Hinterzimmern. Neben der House-Metropole Chicago und der Techno-Geburtsstadt Detroit machen seit der Jahrtausendwende immer mehr Produzenten aus Kanada mit zumeist minimalistischen Sounddesigns auf sich aufmerksam.

Gerade am Ontario-See im Raum Toronto hat sich eine sehr produktive Szene etabliert und mit ihren Releases diesseits des Atlantiks bereits einigen Staub aufgewirbelt. Jake Fairley beispielsweise gastiert mit seinen hypnotisch treibenden Minimal-Techno-Tracks regelmäßig auf dem Berliner Label Sender Records. Einer ähnlichen, wenn auch verspielteren Klangästhetik fühlt sich das Duo Tinkertoy verpflichtet, das mit Lautmaschine auch sein eigenes Label betreibt.

Dort erscheint zwei Jahre nach der Bandgründung 2002 das erste Release von Andrew Wedman und Paul Shrimpton, eine Split-Maxi mit Polmo Polpo. Sowohl Wedman als auch Shrimpton können eine klassische Musikausbildung vorweisen und prägen mit aufwendig bearbeiteten Natur-Samples einen eigenen, von dubbigen Basslines durchzogenen Minimal-Techno-Sound, der den Soundexperimenten von Lawrence die Hand reicht.

2004 debütieren Andrew Wedman und Paul Shrimpton auf dem kanadischen Noise Factory Records über Albumlänge. "Transatlantic Love Machine" sind die fünf in Barcelona, Köln und Toronto aufgenommenen Tracks überschrieben, die sich organisch aus den Boxen schieben. Im Herbst 2004 kommen Tingertoy für einige Konzerte nach Europa, wo sie unter anderem die Minimal-Hochburg Köln beehren.

Ein Jahr später gibt es bereits das nächste Album von Tinkertoy. "Electric Wilderness" erhält durchaus positive Kritiken. Seitdem ist es ruhig um die zwei Bandmitglieder geworden.

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