Porträt

laut.de-Biographie

Theophilus London

Eigentlich laufen die Dinge so: Jemand hat einen Hit, den entdeckt dann vielleicht eine Firma und unterlegt damit einen ihrer Werbespots. Doch es geht offenbar auch anders herum: "Ich hatte schon Werbedeals, bevor die Massen meinen Namen kannten", erklärt Theophilus London.

Theophilus London - Timez Are Weird These Days Aktuelles Album
Theophilus London Timez Are Weird These Days
Verliebt in die Disco-Queen? Man hörts.

Damit wir uns nicht missverstehen: Keineswegs spricht er von unbekannten Untergrund-Marken. Namen wie Tommi Hilfiger, Gucci und Nike stehen in seinem Lebenslauf. "Es ist eine neue Idee", so London. "Ich entwickle hier ein ganz neues Geschäftsmodell für Künstler, die nach mir kommen. Künstler, die noch nicht einmal ein Album veröffentlicht haben."

Theophilus London lässt sich mit diesem Schritt selbst auch reichlich Zeit. Erst 2011 erscheint "Timez Are Weird These Days", seine erste Veröffentlichung im Longplayer-Format. In den Jahren davor beschränkt er sich darauf, EPs und Mixtapes unters interessierte Volk zu werfen.

"Mixtapes sind sehr persönlich", ist Theophilus London überzeugt. "Manchmal erzählen sie sogar mehr über die Person, die dahinter steckt, als ein Album." Auch seine musikalischen Vorlieben lassen sich erahnen: London steht auf Michael Jackson, Prince und Whitney Houston, auf Sun Ra und Fela Kuti, aber auch auf Kraftwerk und The Smiths.

Theophilus London kommt am 23. Februar 1987 auf Trinidad zur Welt. Schon bald übersiedelt die Familie aber nach New York City. Theophilus wächst in Brooklyn auf. Musikalisch betrachtet geht er schon beinahe als Spätzünder durch: Erst mit 16 entdeckt er die Ausdrucksformen, die die Musik ihm bietet.

2007 beginnt er, mit dem New Yorker Label Normrex zusammen zu arbeiten. Es entstehen die ersten seiner zahlreichen Mixtapes. Seine Kontaktfreude, seine Reiselust und seine musikalische Aufgeschlossenheit bescheren Theophilus London bald ein beeindruckendes Netzwerk.

Rasch steigt der MC und Sänger zu einer Underground-Berühmtheit auf. Er arbeitet mit Mark Ronson, Damon Albarn, Hudson Mohawke, Jamie XX, Simian Mobile Disco und zahllosen weiteren Kollegen zusammen. Die Vielseitigkeit der Mitstreiter findet ihren Widerpart in Londons Sound: Pop, Soul, Hip Hop und R'n'B treffen da auf Post-Punk und Elektro.

Beinahe nebenbei avanciert er zudem zur Mode-Ikone - womit bei einem seiner ersten Auftritte noch nicht zu rechnen war: "Ich war overdressed und ich stand blöd da. Ich war nervös wie Sau und wurde ausgebuht", erinnert er sich in einem Interview.

Später verehrt man ihn geradezu als Style-Papst. "Ich würde mich nicht dem Druck aussetzen wollen, mich als Trendsetter zu bezeichnen", wehrt Theophilus London ab. "Ich hab' nur gerade einen Lauf und habe ein paar richtige Entscheidungen getroffen. Mein Geschmack verbessert sich zusehends, je mehr ich reise und je mehr Leute ich kennenlerne. Das ist alles."

Ein bisschen mehr muss schon noch dran sein, sonst würde die Montreal Gazette nach dem Auftritt des Genre-überschreitenden Rappers beim Internationalen Jazz-Festival in Montreal nicht frohlocken: "Aus Theophilus London wird noch ein Großer. Ein ganz Großer."

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