Porträt

laut.de-Biographie

The Rural Alberta Advantage

Der Gründungsmythos von The Rural Alberta Advantage beginnt in dem traditionellen Pub The Winchester im Osten von Toronto. Hier gründen Nils Edenloff, Amy Cole und Paul Banwatt eine miserable Open Stage-Reihe. Weil keiner zuschaut und schon gar keiner auftreten will, formen die drei eine Band, damit die Bühne nicht komplett leer bleibt. Das Schicksal des Winchesters ist trotzdem besiegelt: Die legendäre Bar wird schon bald zum Fast-Food-Restaurant – The Rural Alberta Advantage indes bleibt und reift alsbald zu einer der komplexesten Indiebands Kanadas.

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Rückblickend betrachtet die Band das Ausschlürfen der eigenen Ursuppe mit einem Augenzwinkern. "Ich sage nicht, dass das unser Fehler war, aber das war schon ein ziemlich mieser Zufall: Ich meine, dieser Ort hatte für 120 Jahre Bestand, aber nach einem Jahr mit uns auf der Bühne, da war er am Ende ... aber wir bereuen nichts. Wir werden so viele Konzerthäuser eigenhändig schließen, wie es für uns nötig ist."

The Rural Alberta Advantage sind eine seltsame Band mit einem seltsamen Namen (der auf eine Farm in Alberta referiert, auf der Edenloff und sein Bruder einen Großteil ihrer Kindheit verbracht hatten). Ihr Sound ist seit den Anfangstagen zwar massiv geprägt Edenloff schnarrender Stimme und Coles punktuell eingesetzten konträren Organ, doch der eigentliche Frontmann ist Drummer Banwatt, dessen erbarmungsloses, bretthartes Spiel das Trio immer wieder nach vorne prescht und die Band massiv vom oftmals etwas schläfrigen Indiediskurs abhebt.

Nach einem ersten Demo-Tape und einer EP spielte die Band 2008 ihr erstes Album "Hometowns" in Eigenregie ein. Und "Hometowns" hatte es in sich: Das Album vereinte extreme Energie mit absoluter Eingängigkeit und die reduzierte Durchschlagskraft der klassischen Drei-Mann-Besetzung mit dem Einsatz von Bläsern und elektronischen Verzerrern und präsentierte in dieser Kombination eine ganz Reihe an waschechten Indiehits wie "The Dethbridge In Lethbridge" oder "Four Night Rider".

In der Folge gilt The Rural Alberta Advantage als Kanadas vielleicht heißestes Bandeisen und wird von verschiedenen Radiostationen und Portalen ausgezeichnet und gefördert. Passend dazu unterschreibt die Band bei Saddle Creek und re-released "Hometowns" 2009 in einem größeren Rahmen. Trotz des dezenten Hypes und einer festen, auch internationalen Fanbase, die die Band bis heute durchgehend begleitet, bleibt ein echter Durchbruch aus.

2011 erscheint die zweite Scheibe "Departing", der die aufreizende Durchschlagskraft des Debüts abgeht. Vielleicht zog Nils Edenloff auch deshalb für den dritten Streich "Mended With Gold" noch einmal ganz andere Seiten auf. Der Songwriter mietete sich 2014 eine Hütte im National Park "Bruce Peninsula", um dort in der Einsamkeit an der neuen Platte zu arbeiten: "Es stellte sich heraus, dass das ein ziemlich furchterregender Ort war, um alleine mit seinen Gedanken zu sein – die Anwohner erklärten mir, ich sollte mich vor den Schwarzbären in Acht nehmen, die Heizung funktionierte nicht und jede Nacht hörte es sich an, als wäre die ganze Hütte von Wölfen umzingelt. Ich habe mit einem Taschenmesser in Reichweite geschlafen."

Die Erfahrung des Abenteuers jedenfalls schien den Musiker wirklich zu inspirieren und zu beflügeln. Das von Owen Pallett produzierte "Mended With Gold" klingt größer, mehrschichtiger, ernster als die Vorgänger und katapultiert das Trio zurück auf den Radar. Nichtsdestotrotz bleiben The Rural Alberta Advantage trotz ihres einzigartigen Drummers und eigenständigen Sounds eine der wohl unterschätztesten Indiebands des Globus, die stetig nur einen kleinen Internethype vom finalen Durchbruch, aber eben auch nur einen komplett Flop von der Auflösung entfernt sind.

Alben

Termine

Di 27.02.2018 Hamburg (Knust)
Mi 28.02.2018 Berlin (Lido)
Do 01.03.2018 Dresden (Beatpol)
Mo 05.03.2018 München (Hansa 39)
Do 08.03.2018 Köln (Gebäude 9)

Surftipps

  • Offiziell

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