laut.de-Kritik

Eine harte Nuss für alle alten Fans.

Review von

Ne harte Nuss, die The Haunted ihren Fans mit "Unseen" zu knacken geben. Die Schweden haben sich vor allem auf den Scheiben seit dem Wiedereinstieg von Fronter Peter Dolving ja schon immer gern experimentell gezeigt. Doch was sie mit ihrem siebten Studioalbum vorlegen, wird manchen Nussknacker überfordern.

Auf "Unseen" finden sich gerade mal zwei Songs, die in die alte Thrash-Kerbe der beiden Björler-Brüder fallen. Dabei handelt es sich um "Motionless" und "The City", die beide mit gewohnt starken Riffs, drückenden Drums und Peters Stimmgewalt aufwarten. Wer die Band für diesen Sound schätzen und lieben gelernt hat, hat es möglicherweise aber gar nicht bis zu diesen beiden Songs geschafft. Denn schon der Opener "Never Better" stellt den Fan nach einer knappen halben Minute auf die Probe.

Bereits auf "The Dead Eye" leuchteten The Haunted melodisches Neuland aus und machten dort immer eine gute, weil spannende und schlüssige Figur. Ruhiger, dunkler Gesang sowie Melodien und Gitarren, die eher im Alternative-Bereich anzusiedeln waren, fügten sich in das bandtypische Material perfekt ein. Davon kann auf "Unseen" leider kaum die Rede sein, denn Nummern wie dem kornigen "Catch 22" oder dem Lala-Liedchen "All Ends Well" fehlt einfach der nötige Biss.

Mit der Problematik hat mancher Song zu kämpfen. Zwar weiß man schon länger, dass Peter ein guter Sänger mit einer variablen Stimme ist. Dennoch weckt er nur selten wirkliche Emotionen. "The Skull" schockt in der Beziehung fast schon und fängt wie ne verdrogte Hippie-Nummer an. Zwar drehen sie den Dampf zwischenzeitlich wieder höher, doch richtig Freude kommt hier keine auf. Und was zur Hölle sollen die Sieben Zwerge mit ihrer Pfeifmelodie in dem Song?

Irgendwie ruft das Album Erinnerungen an Metallicas "Load" hervor. Auch DAS wäre von einer anderen Band ein durchaus gutes Album gewesen. Auf "Unseen" steht zwar The Haunted drauf, aber man fragt sich immer wieder, ob man auch das Gesuchte bekommen hat.

Es finden sich immer wieder gute Songs wie das groovende "No Ghost" oder die straighte Rocknummer "Them", die mit fieserem Gesang auch von Helltrain stammen könnte. Alles in allem dürfte mancher Fan von der Scheibe aber enttäuscht sein und wer auf den Thrash der alten Tage der Jungs steht, sollte am besten gleich die Finger davon lassen.

Trackliste

  1. 1. Never Better
  2. 2. No Ghost
  3. 3. Catch22
  4. 4. Disappear
  5. 5. Motionless
  6. 6. Unseen
  7. 7. The Skull
  8. 8. Ocean Park
  9. 9. The City
  10. 10. Them
  11. 11. All Ends Well
  12. 12. Done

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11 Kommentare

  • Vor 6 Jahren

    Ich hasse es zu sagen, aber die Metal-Reviews sind hier oft einfach nur total fürn Anus. Tut mir leid, aber das sind häufig so viele sachen, die mich stören, dass ich bis morgen am schreiben wäre.

  • Vor 6 Jahren

    Dann wäre mein Tipp: einfach nicht lesen.

  • Vor 6 Jahren

    Am Besten finde ich ja Persönlich die Aussage:

    "Auch DAS wäre von einer anderen Band ein durchaus gutes Album gewesen. Auf "Unseen" steht zwar The Haunted drauf, aber man fragt sich immer wieder, ob man auch das Gesuchte bekommen hat."

    Wenn bei der Bewertung eines Albums das Schubladendenken einen höheren Stellenwert einnimmt als die Musik selbst, ist glaube ich Alles gesagt, was gesagt werden muss.