laut.de-Kritik

Das sind nicht The Haunted, wie man sie kennt.

Review von

Was war ich gespannt auf das neue The Haunted-Album. Schon auf "rEVOLVEr" haben die Schweden ja auf ein paar für sie sehr untypische Elemente und Melodien zurückgegriffen, und als raus war, dass sie auch auf "The Dead Eye" wieder einige ungewöhnliche Sachen ausprobieren werden, haben sich meine Erwartungen nur noch gesteigert.

Und vollkommen zurecht, wie sich schon nach den ersten Durchläufen von "The Dead Eye" feststellen lässt. Es stand wohl außer Frage, dass sich The Haunted nicht einfach auf ihrem Legendestatus ausruhen würden, ohne deswegen gleich ihre Trademarks zu vernachlässigen. Und so rattert "The Flood" nach dem Intro gleich mal ordentlich los. Doch halt, was ist das denn? Anstatt im Chorus die Schlagzahl anzuziehen, gehen sie eher vom Gas und landen letztendlich sogar in einem vollkommen ruhigen Zwischenpart.

Abwechslung heißt die Marschrichtung, die die neue Scheibe vorgibt, und die halten die Schweden eigentlich konsequent bei. Satte Grooves und ein wenig 70s-Feeling gibt es mit "The Drowning", bei dem Schreihals Peter Dolving erneut beweist, dass er auch gesanglich ganz gut was auf dem Kasten hat. Ob die Altfans hier noch mitziehen, darf bezweifelt werden. "The Reflection" beginnt wie ein ganz normaler Rocksong, und auch wenn Peter schnell wieder in die derbere Stimmlage umschwenkt, das sind nicht The Haunted, wie man sie kennt.

Ganz aus dem Rahmen fällt das etwas träge "The Fallout", groovt dafür wie kein zweiter Song auf der Scheibe. Ebenfalls sehr ungewöhnlich, aber doch irgendwie The Haunted ist das folgende "The Medusa". Eine Nummer wie "The Cynic" war in Ansätzen schon mit "Burnt To A Shell" auf dem letzten Album zu hören. In eine musikalisch ähnliche Kerbe - mit vielen, offenen Akkorden und akustischen Gitarren und erneut ruhigem Mittelteil - schlägt auch das textlich sehr interessante "The Failure".

Wer es da lieber old school mag, der pfeift sich einfach die typischen Jensen-Thrasher "The Medication", "The Shifter" oder "The Stain" rein. Da gibt's ordentlich auf die Fresse und jeder ist zufrieden. Nicht ganz ohne Feuer ist auch eine Nummer wie "The Prosecution", auch wenn sich die Knüppel-Fetischisten womöglich an den teilweise sehr melodischen Refrains stören mögen.

Während auf der normalen Ausgabe nach dem atmosphärischen "The Guilt Trip" Schluss ist (vom Hidden Track-Stuss mal abgesehen), wird es auf der Limited Edition nicht nur zwei zusätzliche Nummern geben, sondern sogar eine Bonus-DVD. Ob die genauso experimentell ausgefallen sind wie das reguläre Album, kann ich nicht beurteilen. Ein wenig Mut zum Risiko muss man bei The Haunted von nun an eben mitbringen.

Trackliste

  1. 1. The Premonition
  2. 2. The Flood
  3. 3. The Medication
  4. 4. The Drowning
  5. 5. The Reflection
  6. 6. The Prosecution
  7. 7. The Fallout
  8. 8. The Medusa
  9. 9. The Shifter
  10. 10. The Cynic
  11. 11. The Failure
  12. 12. The Stain
  13. 13. The Guilt Trip

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