Porträt

laut.de-Biographie

The Boogaloo Kings

Können Weiße den Blues spielen? Eine Frage, die sich mittlerweile schon über fünf Jahrzehnte hinweg zieht, und die sich sowohl Eric Clapton, als auch Canned Heat, die Stones und Eric Burdon zu Beginn ihrer Karriere häufig anhören mussten. Von Mr. Slowhand zu einer Bluesband aus dem baden-württembergischen Bruchsal scheint es ein allzu großer Sprung zu sein. Allerdings nur auf den ersten Blick.

Das Quartett The Boogaloo Kings ist seit der Bandgründung im Jahr 2000 ein fester Bestandteil der Blues & Roots-Szene. Die Musiker selbst sammelten bereits vor der Bandkarriere Erfahrungen bei mehr oder weniger bekannten Acts. So tourte Boogaloo-Frontmann und Sänger Mello Yello (Jahrgang 1963) bereits mit Angela Brown und dem Chicagoer Gitarristen Jim Kahr, der seinerseits bereits mit Legenden wie Willie Dixon und Buddy Guy jammte. Neben der berufsbestimmenden Reibeisenstimme charakterisiert die Bühnenshow des Mannes besonders sein ausschweifendes Mundharmonikaspiel.

Gitarrist Martin Czemmel gründet zunächst die Band Maisha Grant And The Bluesfeeling, tritt im Jahr 1988 aus und studiert anschließend am Guitar Institute Of Technology in Los Angeles. In den 90er Jahren zieht es ihn wieder auf die Straße, diesmal mit Eddy C. Campbell und Soulstar Luther Vandross. Auch Basser Andrea Tognoli hält es nicht lange in seiner norditalienischen Heimat und so zieht er bereits in seinen 20ern u.a. mit der Level Blues Band und Toto Cutugno durch verrauchte Clubs.

Drummer Colin Jamieson, mit Jahrgang 1948 der älteste Boogaloo, ist gebürtiger Schotte. Ab 1975 trommelt er für Country Joe McDonald, 1981 verlässt er Glasgow und lässt sich in Süddeutschland nieder, wo er u.a. mit Bill Ramsey zusammen arbeitet. Zählt man die Albumproduktionen zusammen, an denen die einzelnen Mitglieder beteiligt gewesen sind, kommt man auf über 50 Platten.

Als sich die vier Individuen im Jahr 2000 schließlich treffen, entdeckt man schnell gemeinsame musikalische Visionen, die kurz darauf im Proberaum zu dynamischen Songskizzen führen. Mit einem vielseitigen Stil, den das belgische Fachblatt "Bobtje Blues Magazine" einmal als West Coast Swing mit eigenen Soul-Einflüssen bezeichnete, hat sich die Band einen beachtlichen Ruf in der Szene verschafft. Sowohl auf Blues- als auch auf Jazzfestivals sind The Boogaloo Kings gern gesehene Gäste.

So zählen die Jazzrallye Luxemburg, das Bluesfestival Baden (CH) und die internationalen Wiehler Jazztage zu den bereits gerockten Stationen. Mit "Acidboogie" erscheint im Jahr 2006 die fünfte CD-Produktion seit der Bandgründung. Die Tageszeitung "Mannheimer Morgen" beantwortete derweil die eingangs gestellte Gretchenfrage nach einem Konzerterlebnis der Boogaloo Kings 2004 in einer für die Band sehr zufrieden stellenden Weise: "Die Vier sind ein Dream Team, das sämtliche, bei Puristen vielleicht vorhandenen Ressentiments, ob Weiße den Blues spielen können, in Windeseile zerstäubt." Auch in Amerika bekommt man den Fuß auf den Boden: Vom 2006er-Album "Acidboogie" verkaufen The Boogaloo Kings in den USA innerhalb von nur zwölf Wochen über 1000 CDs.

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