laut.de-Kritik

Wenn schon Stoner-Rock, dann bitte genau so!

Review von

Nachdem man vor ein paar Jahren noch nicht wusste, wohin mit den ganzen Stoner-Wüsten-Rock-Alben, ist der Hype längst abgekühlt - Queens Of The Stone Age hin, Down her. Bands wie eben Atomic Bitchwax sind heute eher was für Spezialisten. Ein Zustand, der sich mit dem neuen "Force Field" vielleicht ändern könnte.

Denn wenn es schon diese Art von Hardrock sein muss, dann doch bitte so, wie ihn die Herren auf Album Nummer sieben präsentieren. Unter Experten haben sich die Qualitäten des New Jersey-Trios längst herumgesprochen, aktuell stehen zwei Bitchwax-Drittel (namentlich Bassist und Sänger Chris Kosnik sowie Drummer Bob Pantella) zusätzlich als Rhythmussektion bei Monster Magnet unter Vertrag - Kapitän Wyndorf weiß eben was gut ist.

Erster Pluspunkt: Im Durchschnitt gehen die Songs allesamt in knapp drei Minuten über die Ziellinie. Diese nochmalige Reduktion auf die wesentlichen Elemente steht dem neuen Material vorzüglich, denn bei aller Kürze liefern Atomic Bitchwax komplette Songs ab, nur eben ohne überflüssigen Schnick-Schnack.

Das tolle "Fried, Dyed And Layin To The Side" verdeutlicht das vielleicht am besten. Ein kompakter, instrumentaler Parforce-Ritt, komplett mit WahWah-Bass und Kreisch-Orgel, der genau so ohne Umschweife auf den Punkt kommt, wie "Alaskan Thunder Fuck" oder "Shocker", die auch den seligen Peter Pan Speedrock extrem gut zu Gesicht gestanden hätten.

Und schon sind wir beim zweiten Pro-Argument für "Force Field" angelangt: der Bandbreite. "Shell Of A Man" klingt anfangs schwer nach den Melvins (zirka "Stoner Witch"-Ära), kontrastiert das aber mit einer unverschämt melodischen Hookline, für die Typen wie Chad "Nickelback" Kroeger mindestens einen Finger opfern würden.

"Earth Shaker 'Which Doobie U Be'" wildert in Classic-Rock-Gefilden, "Humble Brag" hat genau den Drive, der den Supersuckers schon längst abgegangen scheint. "Super Highway" punktet mit einer sensationell coolen Doppel-Gesangs-Hook. "Liv a Little" gerät zum tanzbaren Finale mit Handclaps, satter Orgel und verzückendem Groove. Der Trick ist aber, das sich das alles nicht nach von hier und da zusammengeklaubten Ideen, sondern vielmehr wie aus einem Guss anhört.

Für Rocksäcke jeden Alters der perfekte Start in das neue Jahr, dem eigentlich nur eins fehlt: More Cowbell!

Trackliste

  1. 1. Hippie Speedball
  2. 2. Earth Shaker 'Which Doobie U Be'
  3. 3. Alaskan Thunder Fuck
  4. 4. Shocker
  5. 5. Crazy
  6. 6. Fried Dyed And Layin To The Side
  7. 7. Shell Of A Man
  8. 8. Houndstooth
  9. 9. Tits And Bones
  10. 10. Humble Brag
  11. 11. Super Highway
  12. 12. Liv A Little

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5 Kommentare mit einer Antwort

  • Vor 16 Tagen

    Dann bin ich wohl einer jener Spezialisten, für die es noch immer "diese Art Rock" sein muss. Nachdem das letzte Queens-Album irgendwo zwischen David Bowie und Franz Ferdinand zu verorten war und meine staubige Rockerseele damit nicht wirklich zu erfreuen wusste, werde ich mir das hier mal zu Gemüte führen.

  • Vor 15 Tagen

    Ja es Rockt, aber mit der Zeit gleichen sich die Songs. Von mir 3 Sterne.

  • Vor 15 Tagen

    Es lohnt sich wirklich das Album mal anzuhören, überhaupt eine geile Band, deren Wahrnehmung, für das, was sie in den letzen Jahren abgeliefert haben etwas zu kurz gekommen ist. Gerade die neue Scheibe ist eine spannende Mixtur aus harten Riffs, melodischen Parts, Stonerelementen, frechen Texten ...
    Wirklich etwas für jeden Rocksack!

  • Vor 14 Tagen

    Als Nachtrag: Auf der Bandhomepage gibt es die ersten 8 (!) Alben für $ 5 (!) als Download.
    Das sind echte Kracher dabei. Die ersten drei noch mit Ed Mundell an der Gitarre, wobei ich finde, dass nach dem Einstieg von Finn Ryan ein prägnanterer Sound enstanden ist.

  • Vor 14 Tagen

    Top Album! Erinnert etwas an die Spiritual Beggars! Definitiv keine einschlaf Mucke! \m/