Porträt

laut.de-Biographie

Simon V

In der deutschen Drum'n'Bass-Szene zählt Simon V - laut Magazin De:Bug (1999) "einer der unscheinbarsten und besten Produzenten" - zweifelsohne zu den führenden Köpfen. Er lebt und produziert im schwäbischen Tübingen, wo er zusammen mit den Gleichgesinnten Telmo A., Lightwood und Double J. das Label Santorin betreibt, das 1998 im Zuge der von England nach Kontinentaleuropa herüber geschwappten Jungle-Welle entsteht und bis heute als eine der ersten Adressen in Drum'n'Bass-Deutschland gilt.

Die ersten Gehversuche mit eigener Musik unternimmt Simon V (bürgerlich: Simon Jarosch) aber schon 1989 mit Hilfe eines Atari-Trackers, bevor er mit 16 seine ersten Stücke programmiert. Nach dem Abitur beginnt Simon ein Studium der Informatik, das er 1994 allerdings abbricht, um mit seinen Brüdern eine Firma für Webdesign zu gründen. Daneben feilt er am heimischen Rechner an elektronischer Musik, die er im damals noch recht jungen World Wide Web veröffentlicht, darunter die Online-Compilation "Aspects of Sound". Im Netz kennt man ihn zu diesem Zeitpunkt noch unter dem Pseudonym Vivid.

1998 kann der Teenager bereits auf die stattliche Anzahl von über 50 Veröffentlichungen auf Online-Labels wie Tokyo Dawn, D-lusion, Radical Rhythms, KFMF, EMS oder Ultrabeat zurück blicken. Im selben Jahr erscheint seine Debüt-CD "One Night" auf MAZ, für die er sich von Vivid in Simon V umbenennt.

In der Folgezeit kommen auf Santorin zahlreiche Releases unter seinem neuen Alias heraus, darunter auch die Vocal-Hits "Keep the Faith" und "On & Off Superlove" mit Sängerin Shoot the Kitten. Weitere Veröffentlichungen erscheinen als Beiträge auf Compilations wie "Berlin Revelation Mode" auf Hard:Edged oder "Beta Compilation" bei Megahertz sowie auf dem englischen Label "Under Construction".

Darüber hinaus kommt Simon V in den Genuss von Remixaufträgen der Turntablerocker oder Dublex Inc. Zudem greifen Musik-Software-Schmieden wie Native Instruments oder Propellerheads gerne auf seine Fähigkeiten als Programmierer zurück. Nachwuchsproduzenten gibt er mit kostenlosen Online-Tutorials hilfreiche Tipps, und daneben stellt er nach wie vor immer wieder Gratis-Tunes zum Download ins Internet.

Mit "Because We Can" (Santorin) erscheint 2005 sein zweites Album. Numero drei "Digital Christmas" geht im Jahr darauf häppchenweise online. Auf seiner Webseite stellt Simon das komplette Album als kostenlosen Download zur Verfügung. Als Hausproduzent von Santorin steuert Simon V natürlich auch zur Label-Compilation-Serie "Ambassadors" seine gebrochenen Beats bei.

Bei seinen Drum'n'Bass-Produktionen pflegt Simon V ("Die Stücke müssen für mich zu Hause und im Club funktionieren") einen deepen, melodischen und epischen Stil. Und neben seiner selbstironischen Präsentation als milchtrinkender Geek beweist er auch auf musikalischer Ebene mit dem einen oder anderen Track ein gewisses Augenzwinkern.

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