Porträt

laut.de-Biographie

Queen Adreena

Daisy Chainsaw waren die anerkannten Vorreiter des Riot Grrl-Images. Doch sie kamen nicht wie ihre meisten Kollegen aus den USA. Alle Mitglieder waren Engländer. Frontfrau Katie Jane Garside stand wohl als eine der ersten in zerrissenen, schlammbeschmierten Babydoll-Kleidchen auf der Bühne und ließ ihre Verletzlichkeit hinter brachialen Punksongs durchscheinen.

Doch diese kindliche Verletzlichkeit wurde auch ihr Verhängnis - und damit das der Band. Garside konnte mit dem Erfolg nicht umgehen, drohte an bandinternen Spannungen zu zerbrechen. "Wenn ich nicht gegangen wäre, hätte die Band mich umgebracht. Es war, als hätte ich mich selbst attackiert." So lösten sich Daisy Chainsaw 1992 nach nur einem Album ("Eleventeen") wieder auf.

Katie flieht in den englischen Lake District. Dort erlebt sie die Natur ganz anders: "Ich war von Bergen umgeben. Dort habe ich erst richtig singen gelernt. Endlich waren meine Sinne ganz bei mir." Klingt wie eine Therapie. 1995 singt sie auf dem Album "Totality" von "Test Department". Mit ihnen geht sie auch wieder auf Tour. Doch so richtig war das nicht, was sie wollte. Auf dieser Tour beginnt sie erst Lyrics, dann auch eigene Songs zu schreiben. Dabei fühlt sie sich so wohl, dass sie wieder an ein neues, eigenes Projekt zu denken beginnt.

Und da kommt mal wieder das geschätzte Schicksal zur Hilfe: Nur ein paar Häuser von Katie entfernt zieht der Daisy Chainsaw-Gitarrist und -Songwriter Chrispin Gray ein. Er gibt ihr ein Tape und möchte es noch mal mit ihr als Sängerin versuchen. Auch wenn beide absolut gegensätzliche Charaktere sind und wohl vor allem die Spannungen zwischen ihnen zur Auflösung der alten Band geführt haben.

Doch dieses Mal trägt Katie ihre eigenen Stücke bei und ist so wesentlich zufriedener mit dem, was sie tut. Bassist Orson Wajih und Drummer Pete Howard stoßen dazu. Die Band bringt ihr erstes Album "Taxidermy" auf Blanco Y Negro raus. Die Auftritte der Band sind nicht einfach ein Gig, sondern eine Show. Wieder tritt Katie in Babydolldress auf und zieht eine imposante Performance auf der Bühne ab.

Einen Eindruck davon kann man bei der Vorabsingle zum zweiten Album "Drink Me" gewinnen. Im Video zu "Pretty Like Drugs" zeigt sie sich im zerrissenen, durchsichtigen Kinderkleidchen. Sie wälzt sich auf der Bühne, verrenkt sich ... Das verspricht ein hübsches Live-Erlebnis mit einer musikalischen Untermalung zwischen herzerweichend eindringlichen und ruppig lauten Songs.

Für Billy Freedom trommelt ab 2002 Pete Howard, der ehemalige Drummer von The Clash und sie unterschreiben einen Vertrag bei Rough Trade, mit deren Hilfe sie ihre zweite Scheibe "Drink Me" veröffentlichen. Kurz nach dem Release schmeißt Rough Trade die Band raus und auch Bassist Orson Wajih verlässt die Combo.

Bei One Little Indian Records finden sie eine neue Heimat und mit Katies Schwester Melanie Garside am Bass, nehmen sie 2005 "The Butcher And The Butterfly" auf. Melanie wird jedoch bald von Paul Jackson, der 2006 ebenfalls aussteigt und nun zupft Nomi Leonard die Saiten.

Alben

Queen Adreena - Drink Me: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2002 Drink Me

Kritik von Michael Edele

Noise-Collage mit einfachen Akkorden und pseudo-lasziver Bitch-Attitude. (0 Kommentare)

Queen Adreena - Taxidermy: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2000 Taxidermy

Kritik von Stefan Friedrich

Gregorianische Gesänge und Kreissägenmassaker (0 Kommentare)

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