Porträt

laut.de-Biographie

Puerto Muerto

Auf einem Gehweg mitten in der Stadt trifft Frau auf Mann. Es ist Liebe auf den ersten Blick, die beiden heiraten. Anstatt konventionellen Idealen von Haus und Kindern nachzugehen, gründen sie eine Band, bringen eine Platte raus und gehen auf Tour.

Eine Geschichte, die fast schon filmtauglich scheint. Aber könnte sich Hollywood für eine Band erwärmen, die sich Puerto Muerto (so etwas wie "Toter Hafen") nennt? Wohl kaum, erst recht nicht beim Titel ihres Debüts, "Your Bloated Corpse Has Washed Ashore" ("Deine aufgedunsene Leiche wurde ans Ufer gespült").

Dennoch ist das Interesse in einschlägigen Kritikerkreisen groß, als Christa Meyer und Tim Kelley 2001 das Album veröffentlichen. Ihre als "Punk Folk" etikettierte Musik bietet eine Mischung aus vorwiegend akustischen Klängen und halbernsten morbiden Texten sowie eine rotzfreche Attitüde gegenüber allem, was auch nur entfernt kommerziell erscheint. Eine Mischung, die ihnen in US-College-Kreisen und in Großbritannien einen moderaten Bekanntheitsgrad beschert.

Ein viel versprechender Beginn, an den das Paar aus Chicago zunächst nicht anknüpfen kann. Die EP "Elena" (2003), ein Mini-Konzept-Album über Liebe, Inzest und Mord, ist lediglich eine Fortsetzung ihres Debüts. Auf ihrem Zweitling "See You In Hell" (2004) spielen sie zu sehr mit verschiedenen Genres, etwa Rock und Reggae. Es scheint, als hätten sie den Faden verloren.

Doch dann fragt das britische Label Fire Records nach, ob sie nicht Lust hätten, einen "verlorenen" Soundtrack zu "The Wicker Man" zu schreiben. Der Horrorfilm aus den 70er Jahren sagt ihnen nicht besonders zu, die Idee gefällt ihnen aber, und sie beschließen, sich des Splatter-Klassikers "The Texas Chainsaw Massacre" in der Originalversion von 1974 anzunehmen.

"Muerto County" (2006) erhält seinen Namen von der fiktiven Gegend, in der eine Gruppe Jugendlicher dem Verderben bzw. dem namenlosen Bösewicht Leatherface und seiner blutgierigen Familie in die Kettensäge fällt. Selbst das Label ist nicht davon überzeugt, dass die Stücke aus Akustikgitarre und ruhiger Frauenstimme wirklich zum Film passen.

Dennoch schaffen Puerto Muerto mit "Muerto County" etwas Außergewöhnliches. Was sich auch daran zeigt, dass sie zunächst nicht verwendetes Material mit dem Titel "Revisited" und 2008 mit "Heaven & Dirt" gar ein "Requiem For The Texas Chainsaw Massacre" veröffentlichen. Mit "I Was a Swallow" (ebenfalls 2008) legen sie schließlich wieder ein Album ohne Filmbezug vor.

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