Porträt

laut.de-Biographie

Pretenders

Frauen, die ohne ein behutsam aufgebautes Image im Musikbusiness Erfolg haben, sind eine Seltenheit. Selbst bei Chanteusen der härteren Sorte sitzt jede Locke perfekt, und ein Fototermin beinhaltet erst mal eine Session im Schönheitssalon. Jeans, T-Shirt und raus auf die Bühne – neben Patti Smith gehört auch Chrissie Hynde von Pretenders zu dieser seltenen weiblichen Spezies.

1951 in Acron, Ohio geboren, ist sie zehn Jahre als mehr oder weniger erfolglose Singer/Songwriter in den USA und Frankreich unterwegs, bevor sie in der zweiten Hälfte der 70er Jahre in England landet. In London jobbt sie im Kleiderladen Malcolm McLarens, der gerade dabei ist, als Erfinder der Sex Pistols groß raus zu kommen.

1978 gründet Hynde mit Bassisten Pete Farndon, Gitarristen James Honeyman-Scott und Schlagzeuger Martin Chambers die Pretenders. Sie veröffentlichen einige Singles und landen mit "Brass In The Pocket" den ersten Hit. Hyndes selbstbewusste Ausstrahlung und Honeyman-Scotts feuriges Gitarrenspiel ergeben einen Musikstil zwischen Punk und New Wave, der das selbstbetitelte Debütalbum in England auf Platz eins hievt.

Zunächst scheint die Welt für die Band in Ordnung. Sowohl in den USA als auch in Europa feiern sie auch mit dem Nachfolger "II" große Erfolge und gehen weltweit auf Tour, aber die Spannung zwischen den Mitgliedern wächst wegen des hohen Drogenkonsums stetig an. Im Juni 1982 feuert Hynde Bassist Farndon, zwei Tage später stirbt Gitarrist Honeyman-Scott an einer Überdosis Kokain. Farndon ertrinkt im folgenden Jahr in der Badewanne.

Auf zwei Ursprungsmitglieder geschrumpft, verpflichten die Pretenders Studiomusiker und nehmen mit "Back On The Chain Gang" ihren größten Singleerfolg auf. Als 1984 das Album "Learning To Crawl" erscheint, ist die Band auf fünf Mitglieder angewachsen, darunter ein Keyboarder und Gitarrist Robbie McIntosh. Der Sound ist nun chart-orientierter, der Erfolg bleibt nicht aus: Das Album erreicht die Nummer fünf in den USA, wo Hynde ihren wechselnden Liebschaften in der Musikszene ein vorübergehendes Ende setzt und Jim Kerr von Simple Minds heiratet. Die Scheidung erfolgt sechs Jahre später.

Spätestens ab dem Album "Get Close" reduzieren sich Pretenders auf Chrissie Hynde, die kaum eine Gelegenheit verpasst, für Wohltätigkeitszwecke aufzutreten oder Umweltorganisationen zu unterstützen. Die Studioaktivitäten werden unregelmäßiger. Mal rockiger und mal poppiger (mit Ausnahme von "The Isle Of View", das akustisch und mit Streichern eingespielt ist), können sie nicht an die Erfolge der ersten Alben anknüpfen. Chrissie Hynde bleibt dennoch eine der bekanntesten Frauen im Musikgeschäft.

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Pretenders - Loose Screw: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2003 Loose Screw

Kritik von Giuliano Benassi

Chrissie Hynde ist nach wie vor das Zentrum des Geschehens. (0 Kommentare)

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