Porträt

laut.de-Biographie

Porter Wagoner

In den USA zählt Porter Wagoner zu den bekanntesten Country-Barden. Mit blonder, toupierter Haarpracht, farbenfrohen Nudie-Anzügen, Cowboystiefeln und einer beeindruckenden Liste an Hits sorgte er von 1960 bis 1978 mit seiner eigenen Fernseh-Show für Unterhaltung und brachte nebenbei Dolly Parton groß heraus. Vier Grammys und über sechs dutzend Chart-Alben, so die Bilanz seiner Karriere.

1927 in West Plains, Missouri geboren, beginnt Wagoners musikalische Karriere 1950 mit einer Radioshow, die er in einer Metzgerei aufnimmt. 1951 zieht er nach Springfield und unterschreibt ein Jahr später einen Vertrag bei RCA. Zunächst floppt er mit einer Coverversion von Hank Williams' "Settin' The Woods On Fire", 1954 steht er mit "Company's Coming" jedoch zum ersten Mal in der Top Ten. Kurz darauf erklimmt er mit "A Satisfied Mind" die Spitze der Country Charts und wird einer der großen Stars der Grand Ole Opry in Nashville.

Ab 1960 ist er Anchorman der Porter Wagoner Show, in der er unzählige Country- und Gospel-Stücke vorstellt. 1965 macht er das damals noch unbekannte "Green, Green Grass Of Home" zu einem Hit. Als 1967 seine erste Duettpartnerin Norma Jean die Sendung verlässt, verpflichtet er die noch junge Dolly Parton. Gemeinsam nehmen sie zahlreiche Platten auf und gewinnen einen Grammy. Weitere drei heimst er mit den Blackwood Brothers in der Kategorie "Gospel" ein.

Wie viele andere Country-Stars fällt Wagoner Ende der 70er Jahre in eine tiefe Krise. Das Genre ist plötzlich nicht mehr gefragt, mit der Absetzung seiner Show verliert er auch seinen Plattenvertrag. 1982 spielt er eine Gastrolle in Clint Eastwoods "Honkytonk Man", 1983 versucht er sich an einem Comeback, doch verfällt er dem Alkohol und gerät für nahezu zwei Jahrzehnte in Vergessenheit.

Erst im neuen Jahrtausend geht es wieder bergauf. 2002 erscheint mit "Unplugged" ein Livemitschnitt, an dem auch Willie Nelson mitwirkt. Im selben Jahr erfolgt die Aufnahme in die Country Music Hall Of Fame in Nashville. Mit einem neuen Vertrag ausgestattet, nimmt Wagoner 2004 mit "22 Grand Old Gospel" sein erstes neues Studioalbum seit den 80er Jahren auf. Durch einen Auftritt in "Da Ali G Show" macht er auch ein jüngeres Publikum auf sich aufmerksam und nutzt die Gelegenheit, um seine alten Hits neu aufzunehmen ("20 All Time Greatest Hits", 2005). Außerdem bringt er einige neue Sammlungen an Gospel-Stücken auf den Markt.

2006 tritt Marty Stuart an ihn heran, ein Country-Gitarrist, der zu Beginn der 80er Jahre in Johnny Cashs Band spielte und mit seiner Tochter Cindy verheiratet war. Der Man in Black hatte 1983 ein Lied für Wagoner geschrieben, doch Stuart hatte es vergessen, bis er es wieder in einer Schublade fand. "Committed To Parkview" handelt von einer Entzugsklinik, in der sich Cash und Wagoner aufhielten. Es ist Teil des mit Stuart aufgenommenen, intimen Album "Wagonmaster", das im Juni 2007 beim feinen Label Anti erscheint.

Einen seiner letzten öffentlichen Auftritte feiert Wagoner am 24. Juli 2007 als Support-Act der White Stripes vor großem Publikum im New Yorker Madison Square Garden. Am 28. Oktober 2007 stirbt Wagoner in einem Kankenhaus in Nashville an Lungenkrebs.

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