Porträt

laut.de-Biographie

Pat Appleton

Das Wandern zwischen den Kulturen schärft Geist und Sinne. Und bietet neben Vergleichsmöglichkeiten auch den Zugriff auf unterschiedlichste Einflüsse. Aus diesem Hintergrund schöpft die in Aachen geborene Wahl-Berlinerin Pat Appleton die Zutaten für ihre Musik.

Die Tochter einer deutschen Mutter und eines Liberianers zieht mit ihrer Familie im Alter von sechs Jahren ins Heimatland des Vaters. Nach dem behüteten Deutschland bedeutet das Aufwachsen in dem westafrikanischen Staat eine Zäsur. Pat wird mit den Widrigkeiten eines Landes konfrontiert, das mit westlichen Standards nicht zu messen ist.

Im Alter von zwölf Jahren erlebt sie die Schrecken eines Bürgerkriegs hautnah. Dennoch bewahrt sie sich stets Optimismus und bekennt rückblickend, trotz widriger Umstände eine dank ihrer Familie glückliche Kindheit verbracht zu haben.

Mit 18 kehrt Pat nach Deutschland zurück und beginnt in Heidelberg mit dem Studium der Politikwissenschaften. Zunächst nur nebenbei betätigt sie sich auch als Musikerin, und bekommt die Chance, sich bei Pit Baumgartners Projekt De-Phazz als Sängerin, Texterin und Komponistin einzubringen. Das gestaltet sich derart erfolgreich - und mit immer mehr Zeitaufwand verbunden - dass sie das Studium an den Nagel hängt und den Sprung ins Künstler-Dasein wagt.

Das 2001 erscheinende Album "Death By Chocolate" macht De-Phazz auf Anhieb bundesweit bekannt. Lohn der Mühen: Die Musiker erhalten eine zweifache Echo-Nominierung. Bis 2010 veröffentlicht die Band acht Alben und festigt ihren Status in der deutschen Musikszene. Eine Reihe von Konzert-Tourneen führen durch Europa, Russland und Kanada.

Doch auch in anderen Projekten bringt Pat Appleton ihr Talent ein, darunter bei Jazzkantine, Ministry Of Sound oder Airmate. 2007 veröffentlicht sie mit "What's Next?" ihr erstes Soloalbum, dem 2011 mit "Mittendrin" ein Longplayer in deutscher Sprache folgt.

Als Grenzgängerin zwischen unterschiedlichsten Styles beweist Pat Appleton hierzulande rares Talent und Format. Lounge, Pop, Electro, Rock, Soul und Jazz finden in ihrem Repertoire gleichberechtigt statt. "Ich habe versucht, mich der festen Schubladen zu entziehen, die es zurzeit in der deutschen Popmusik gibt," erläutert sie. "Denn man hat schnell das Gefühl, dass da Vieles aus einer Feder kommt. Zunächst dachte ich, dass ich es nicht schaffe, ein anderes Fenster aufzumachen. Aber ich glaube, es ist mir gelungen."

Alben

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