Der R'n'B-Sänger ist nach einer rassistischen Shirtaufschrift "schockiert" und will nie mehr mit dem Modehaus arbeiten.

Konstanz (maxi) - Das ging fix: Der kanadische Shootingstar The Weeknd ("Starboy") gab gestern auf Twitter bekannt, dass er seine Kooperation mit dem Modehaus H&M ab sofort beendet. Stein des Anstoßes ist das Werbefoto eines schwarzen Jungen, der einen Pulli mit dem Schriftzug "Coolest Monkey in the Jungle" ("Coolster Affe im Dschungel") trägt. In seinem Tweet zeigt sich The Weeknd "schockiert und betroffen" und stellt klar: "Ich bin zutiefst beleidigt und werde mit H&M nicht mehr arbeiten."

Noch fragwürdiger erscheint die Marketingstrategie des schwedischen Modehauses in der Gegenüberstellung mit einem Pulli derselben für Großbritannien konzipierten Kollektion, der ein weißes Kind als "Survival Expert" ausweist:

H&M ruderte in einem ersten Statement mit einer eher nüchternen Aussage zurück: "Wir entschuldigen uns nachdrücklich bei allen, die der Hoody-Aufdruck verletzt hat. Das Bild ist von allen Onlinekanälen herunter genommen worden und wird in den USA nicht verkauft werden. Wir glauben an Vielfalt und Inklusion und werden alle Strategien intern besprechen, um künftig Probleme zu vermeiden." Am Mittag folgte dann ein sehr einsichtiges Entschuldigungsposting:

The Weeknd ist nicht der einzige, den das geschmacklose Foto aufregte. The Roots-Rapper Questlove schnaubte: "Die Entschuldigung wird kommen, die Kampagne gestoppt und vielleicht auch eine großzügige Spende ausgelobt werden, doch vor allem wissen wir nun über H&M, dass in ihren Sitzungssälen vor allem eines fehlt ... wollt ihr mal raten, was?" Es war bereits die zweite Bekleidungskollektion, die der kanadische Musiker 2017 mit dem Modehaus vereinbarte, passend zu seiner "Legend Of The Fall"-Tournee. Auch an der Börse machte sich der Fehltritt schon bemerkbar: Die H&M-Aktien rutschten kurzzeitig auf den tiefsten Stand seit Anfang 2009.

Kunden von Justin Bieber bis M.I.A.

Mode-Gigant H&M blickt auf eine erfolgreiche Historie zurück, wenn es darum geht, Prominente öffentlichkeitswirksam als Designer und Werbefiguren zu verpflichten. Aus der Musikbranche arbeiteten beispielsweise schon Lana Del Rey, Madonna, M.I.A. oder Justin Bieber mit dem schwedischen Konzern zusammen.

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18 Kommentare mit 104 Antworten

  • Vor 10 Tagen

    Ich finde traurig, dass man immer wieder solche Diskussionen führen muss. Das deutet ja darauf hin, dass sich Bevölkerungsgruppen noch immer diskriminiert, ausgegrenzt und unterdrückt fühlen. Nun sorgt schon ein ganz banaler Pullover für solchen Aufruhr. keine Ahnung, was HuM sich dabei gedacht hat - spielt inzwischen ja auch keine Rolle mehr - aber wäre es nicht erst recht diskriminierend gewesen, KEIN schwarzes Kind für das Foto zu nehmen? So lange man in solche Bilder auch noch immer Botschaften reininterpretiert, die eventuell gar nicht vorhanden sind, so lange wird es auch dieses "die sind anders als wir" Denken geben. Diese ganzen politischen Künstler verkennen doch vollkommen das Ausmaß ihrer Kritik bzw. ihrem Rückzug von Werbeverträgen etc. Weeknd hätte sich auch so nen Pulli schnappen und sich zusammen mit dem Jungen ablichten lassen sollen. Erst wenn keiner mehr etwas verwerfliches daran findet, dass ein schwarzer Junge so einen Pulli trägt, erst dann haben wir doch wirklich Gleichheit. Aber so weit lässt es ja keine der Seiten kommen. Schade.

    • Vor 10 Tagen

      "Erst wenn keiner mehr etwas verwerfliches daran findet, dass ein schwarzer Junge so einen Pulli trägt, erst dann haben wir doch wirklich Gleichheit."

      :rayed:

      ernsthaft?
      wäre es nicht viel sinnvoller, erst garnicht so einen scheiss herzustellen? was kommt als nächstes? ein schwarz-weiss gestreifter pulli mit dem schriftzug "Dachau's Co-Worker of the Year"?

    • Vor 10 Tagen

      Und was ist jetzt genau so schlimm an einem der beiden Schriftzüge? Eben: gar nichts. Es ist immer das, was wir draus machen. Vielleicht hat der Junge sich den Pulli sogar genommen, weil er Affen mag. Nur weil in deiner persönlichen Welt solche Schriftzüge direkt einen rassistischen Hintergrund haben, muss das nicht jeder so sehen und so gemeint sein muss es schon gar nicht.

    • Vor 10 Tagen

      "Vielleicht hat der Junge sich den Pulli sogar genommen, weil er Affen mag."

      ja, rede es dir schön!

      es hat also jeder unrecht, der in der anzeige rassismus sieht, weil es ja nur in seiner welt rassismus ist! hervorragend! mit dieser weisheit im hinterkopf werde ich in zukunft erheblich besser schlafen können! ist ja alles kein rassismus solange ich mir nur lange genug einrede, dass das nur in deren denke so ist!

    • Vor 10 Tagen

      Dann rede du es dir ruhig weiter schlecht. Ich denke, ich habe meine Gedanken weiter oben genug ausgeführt. Du musst meine Ansicht nicht teilen - erwarte ich auch gar nicht. Ich bleibe aber dabei, dass die Welt besser dran wäre, wenn ein kleiner, schwarzer Junge so einen Pulli tragen kann, ohne das direkt solche Diskussionen entstehen müssen.

    • Vor 10 Tagen

      @Paranoid_Android
      Kann mir nicht vorstellen, dass H&M so offen rassistisch handelt und Schwarze als Affen bezeichnet, denke auch eher in Richtung Dummheit/Unwissenheit oder sehr viel Naivität. So richtig zu erklären ist dieser Fail allerdings für mich nicht.

    • Vor 10 Tagen

      ich glaube es auch nicht.
      finde es aber auch extrem ätzend, wie so ein, imho vollkommen offensichtlicher rassismus, ob gewollt oder ungewollt in die welt posaunt, mit aussagen wie "Vielleicht hat der Junge sich den Pulli sogar genommen, weil er Affen mag." relativiert oder schön geredet wird.

    • Vor 10 Tagen

      wer hier tatsächlich von "reininterpretieren" spricht und damit den ball zurückspielt gegen die diskriminierungsopfer "die "stellt euch mal nicht so an"-taktik", hat entweder den überblick über rassistische manipulationen von alt right bis afd verpennt & keine ahnung davon, wie rassistische manipulation medial funktioniert oder relativiert hier bewusst. beides irgendwie nicht hinnehmbar in abnsehung solch eines nassforsch vollmundigen kommentars.....finde ich ehrlich gesagt ziemlich erwschreckend. :(

    • Vor 10 Tagen

      Mhh, ich kann da Darko durchaus irgendwo auch zustimmen.

      An der Aussage "Coolest Monkey in the Jungle" selber ist ja überhaupt nichts inhärent rassistisch. Hätten sie einen weißen Jungen für das Foto gewählt, hätte da kein Hahn nach gekräht.
      Rassistisch ist es ja nur, weil nun einmal leider diese rassistischen Ressentiments, die Schwarze und Affen auf beleidigende Weise in Verbindung bringen existieren und man die nicht, selbst wenn sich schon viel getan hat, leider nicht so einfach wieder aus der Welt bringen kann.
      Hätten eir Rassismus total besiegt, institutionell und im Geiste der Menschen, würde niemand eine Schwarzen mehr mit einem Affen assoziieren als einen Weißen, und schon gar nicht negativ. Und dann wären solche Fotos auch kei Problem mehr, eben weil nichts an dem Schriftzug oder Foto inhärent rassistisch ist. Und das wäre dann tatsächlich eine bessere Welt als wir sie jetzt haben. Sehe nicht, was daran kontrovers ist.
      Und natürlich mag es auch schwarze Jungen geben, die Affen ganz toll finden, genauso wie es weiße Jungen gibt, die Affen ganz toll finden. Und da wäre es auch schon, wenn beide auf gleiche Weise irgendwann so einen Pulli tragen können, ohne dass das rassistische Ressentiments weckt oder an diese erinnert. Ob wir jemals so weit kommen, ka.

    • Vor 10 Tagen

      Ich kann DarkO allerdings auch sehr gut verstehen, eigentlich sollte es doch auch für kleine schwarze Jungs möglich sein, sich als coolster Affe im Dschungel zu fühlen, ohne dass sich irgendwer was dabei denkt, nur soweit sind wir halt noch nicht, traurig irgendwie.

    • Vor 9 Tagen

      ähm an alle mal zum nachdenken...die amerikanischen Rassisten benutzen Monkey immer noch als Schimpfwort gegenüber afroamerikanischen Menschen. Sie benutzen Monkey um sie zu beleidigen und herabzuwürdigen. Vielleicht sollte man da aus seiner weißen Wohlfühlecke herauskommen und sich fragen wie man sich fühlen würde wenn man im Alltag als Monkey bezeichnet wird und dann diese Kampagne sieht ?

    • Vor 9 Tagen

      Ich stehe weiterhin zu dem, was ich oben geschrieben habe, auch wenn ich erst gar nichts mehr dazu sagen wollte.
      Gerne können es sich manche Leute hier auch mal getrost verkneifen, immer belehrend aufzutreten. Ich muss mir nun wirklich nicht vorwerfen lassen, Rassismus zu verharmlosen, den Opfern von Rassismus "den Ball zurück" zu spielen oder irgendetwas zu relativieren. Mein Ansatz war ein ganz anderer: Ich finde es schlimm, das wir heute noch immer so etwas als Anlass nehmen, um über Diskriminierung und Rassismus zu diskutieren. Es geht hier um einen Pullover und einen kleinen Jungen. Wer jetzt direkt die Assoziation vor Augen hat, der kleine Junge sei ein Affe, der sollte mal wirklich sein eigenes Weltbild hinterfragen.
      Wie soll Rassismus verschwinden, wenn sogar wir, die von dieser (vermeintlichen) Diskriminierung nicht betroffen sind, sofort sagen, dass die Betroffenen es ja als Diskriminierung empfinden müssen? Einige Leute hier rechnen sich selber eine Deutungshoheit zu, die ihnen nun wirklich nicht zusteht. Ihr könnt ja gerne der Meinung sein, dass ihr Recht habt. Dadurch seid ihr es aber nicht automatisch. Wann wäre Rassismus denn besiegt? Wenn ihr euer OK gebt? Nur weil drei oder vier betroffene Promis sich jetzt empören, fühlen sich plötzlich alle Menschen mit schwarzer Haut diskriminiert? Da macht ihr es euch aber auch ziemlich leicht.
      Rassismus IST schlimm. Wenn ein Schwarzer von Weißen auf der Straße abfällig als Affe bezeichnet wird, ist das rassistisch und diskriminierend. Aber: Wieso darf ein schwarzer Junge nicht der coolste Affe im Urwald sein?!
      Und außerdem: Ich bleibe dabei, dass die Reaktion von The Weeknd die denkbar schlechteste war.

    • Vor 8 Tagen

      "Es geht hier um einen Pullover und einen kleinen Jungen. Wer jetzt direkt die Assoziation vor Augen hat, der kleine Junge sei ein Affe, der sollte mal wirklich sein eigenes Weltbild hinterfragen."

      aber darko, genau d a s ist doch das problem. und hier würde es helfen, sich einfach mal die brille der opferperspektive auf zu setzen.

      diese assoziation, die du hier kritiserst, entspringt doch nicht irgend ner helen lovejoy-hysterie. sie spricht eher für sensibilisierung. denn immerhin leben wir in einem land, in dem schwarze fußballer in stadien mit affengeräuschen verunglimpft werden, in dem aktuell die afd gegen boateng oder noah becker hetzte etc.

      es ist doch gerade ein uraltes kennzeichen von rassisten, dass "schwarzer affe, wa!"-bild zu kultivieren, um die white supremacy als weltbild durch zu setzen.

      da kann man doch mit einiger berechtigung leidenschaftlich aus der haut fahren, wenn ausgerechnet ein weltkonzern wie h&m derartiges, leider weit verbreitetes denken per bildsymbol auch noch füttert wie ne krankheit.

      was den persönlichen tonfall angeht, gebe ich dir aber recht. natürlich nehme ich dir ab, dass du nicht so drauf bist. gerade deshalb war ich ja so geschockt von den zeilen und etwas derb in der spontanen antwort. sorry dafür.

    • Vor 8 Tagen

      Ok, Danke für die Ausführungen. Alles gut. Ich diskutiere ja gerne. :) Hatte dich auch eigentlich bis jetzt nie so wahrgenommen, deshalb auch meine Reaktion auf deine Aussagen.

      Ich kann deine Argumentation durchaus verstehen. Aber grade auf Grund dieser ganzen Umstände (Affengeräusche im Stadion, white supremacy etc.) hätte ich es einfach ganz toll gefunden, wenn man hier anders reagiert. Statt zu agieren, nämlich dafür zu sorgen, dass niemand diesen kleinen Jungen mit einem Affen assoziiert, wurde mal wieder nur plump reagiert. Ist ja auch ok. Nur ändert DAS eben nichts an den heutigen Umständen. Auf was anderes wollte ich damit gar nicht hinaus.

      H&M hat sich auf jeden Fall dumm verhalten, da gebe ich dir zu 100% Recht. Wenn die Provokation Absicht war, ist es sogar verwerflich. Aber es wäre, in meinen Augen, auch mal die Chance gewesen, wirklich etwas zu ändern.

    • Vor 8 Tagen

      das wäre mir auch lieber. aber zumindest aus meiner sicht klappt das deshalb nicht, weil es bei so nem bild einfach automatisch zu viele wixxer-reaktionen gibt, die als hobbyrassisten sowas schenkelklopfend vereinnahmen, selbst weitermachen und sich am ende bei gegenwind beschweren, man habe ja keinen humor. die traurige wahrheit ist aus meiner sicht deshalb: man muss leider so "plump" reagieren (ich bevorzuge eher "deutlich"), damit man den honks nicht das feld überlässt und die opfer dann im regen stehen.

      ich hoffe aber mit dir, dass deine vision eines tages wahr wird und wir den noch erleben.

  • Vor 10 Tagen

    Leicht unglückliches Motiv, aber übertriebener Shitstorm mal wieder :rayed:

    • Vor 10 Tagen

      Dummes bla bla

    • Vor 9 Tagen

      ja ja Django..es ist ja witzig wenn man als Afroamerikaner jeden Tag von weißen Rassisten als Monkey beschimpft wird und H&M es witzig findet einem schwarzen Kind so ein Shirt mit dem Wort anzuziehen.

    • Vor 9 Tagen

      und deiner logik nach dürften dann auch nur noch weiße kids shirts von donkey kong und co. anziehen, ja am besten werden solche produkte gleich mit nem "white only" sticker versehen, damit schwarz und weiß schön von klein auf lernen, dass es da doch nen unterschied gibt?
      ehrenmitgliedschaft im clan dürfte dir für diese glanzleistung gewiss sein.

  • Vor 10 Tagen

    #triggered
    Lustig, dass sich einige offenbar mit der Aufschrift assozieren. Man sieht, bei wem das Problem im Kopf ist.

  • Vor 9 Tagen

    "Meine These: Gewagter und spürbar gelungener Promostunt von H&M in Zeiten kriselnder Warenhäuser und sinkender Absatzzahlen." Man kann den "Promostunt" wohl kaum als gelungen bezeichnen, wenn der Börsenkurs danach auf ein Künstler verscherzt. Ungelungener kann Werbung doch kaum sein...

    • Vor 9 Tagen

      Noch tobt der shitstorm. Nach dem shitstorm ist vor dem Produktkauf. -> "any press is good press"

    • Vor 9 Tagen

      Generell finde ich deine These interessant und auch nicht abwegig, aber so ein "Promostunt" in Zeiten sinkender Verkauszahlen und schließender Häuser (und die Meldung ist noch nicht mal neu) halte ich dennoch für gewagt.

    • Vor 9 Tagen

      Gewagt, ja, und kann durchaus auch nach hinten los gehen, Stichwort nachfolgende Öffentlichkeitsarbeit.

      Bin jetzt zu knapp vor der Arbeit dran, sonst hätte ich zumindest noch schnell gegoogelt, wie viel "schlechter" z.B. Abercrombie&Fitch ein paar Jahre nach der "Wir produzieren nicht für fette, hässliche Menschen!"-Nummer dastehen... :D

    • Vor 9 Tagen

      A&F scheint sich tatsächlich nicht erholt zu haben, aber ich bezweifle, dass es an dem Skandal lag.

      Da wird viel falsch gemacht worden sein, wenn ich mir vor Augen führe, wie vergleichsweise irrelevant die Marke 2018 ist.

    • Vor 9 Tagen

      "wie viel "schlechter" z.B. Abercrombie&Fitch ein paar Jahre nach der "Wir produzieren nicht für fette, hässliche Menschen!"-Nummer dastehen... :D"

      mochte die klamotten gerne. nach der nummer habe ich da nie wieder was gekauft.

  • Vor 9 Tagen

    Off-Topic: Na, da bin ich ja Mal gespannt @souli. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich Vollzeit ins Marketing gehen werde, ist noch zwar eher verhalten (~30%) und ich würde högschd wahrscheinlich auch in einem ganz anderen Bereich arbeiten, aber wir scheinen uns beruflich langsam schon etwas näher zu kommen. :D

    • Vor 9 Tagen

      Die Gründe sind bei mir denkbar trivial: Rentenansprüche.

      Bildungsaufsteiger, keine Rücklagen für nen Kassensitz, durch (Ex)-Freundin jetzt lange genug die stellvertretenden Erfahrungen der Probleme mit Praxisführung auf Grundlage des Kostenerstattungsgesetz gemacht und dabei festgestellt, dass diese Nummer für Psycho-Psychotherapeuten noch mal deutlich widriger und aufwendiger würde als sie für Frau Doktor bereits ist. Tatsächlich war das mit 18 mein Traumberuf, Psychotherapeut, kam halt nur (wie so oft) ein intensives Leben dazwischen.

      Habe außerdem wegen Krebs mehrmals und insgesamt paar Jahre pausieren müssen, nix einzahlen können in die Kasse bzw. weitere Jahre selbständig ohne Einzahlung als Ghostwriter von der Hand in den Mund gelebt. Wenn dir plötzlich mit Mitte 30 dämmert, dass du voraussichtlich noch sehr viel mehr Lebenszeit hast, als dir mit Mitte 20 prognostiziert wurde, dann bleibt um mit Psychologie auch noch was auf die Seite zu legen eigentlich nicht mehr viel außer Werbung, Erwachsenenbildung ("Chillen für Top-Manager!") oder Politik, wobei ich für letzteres aufgrund besagter "Scheiß auf morgen!"-Mentalität meiner verlängerten Jugend evtl. noch einige Jahre Karenzzeit verstreichen lassen sollte. Und meine laut.de-Historie löschen :p

      Und da dachte ich halt: "Scheiß drauf, nimm das Ekelhafteste von allem mit der höchsten Bezahlung, dann minimiert sich dadurch ggf. die Zeit, die du es wirklich tun MUSST" :D

  • Vor 9 Tagen

    Schön zu sehen, dass sich aus Meldungen dieser Art hier auch mal (großteils) ganz angenehme Diskussionen entspinnen können, vom Speziellen aufs Grundsätzliche und so, gefällt mir.

    Um auch meinen Senf noch dazu gegeben zu haben:

    In dieser und ähnlichen Diskussionen taucht ja ganz gerne das Bild von einer Art "eigentlichem Rassismus" auf, der sich darin äußert, dass man durch Berücksichtigung unterschiedlicher Sensibilitäten aufgrund unterschiedlicher historischer/kultureller/etc. Hintergründe erst recht eine Unterscheidung nach Hautfarbe/Ethnie/Religion/etc. macht (hier z.B. bei DarkO)
    Finde ich an sich nicht völlig unverständlich. Trotzdem macht man meinem Empfinden nach dabei mindestens den zweiten Schritt vor dem ersten, weil es eine entsprechende Vertrauensbasis (zumindest in diesem konkreten, aber durchaus auch in vielen anderen Fällen) eben (noch) nicht gibt. So lange ist das mit dem alltäglich-öffentlichen Rassismus nun mal nicht her, mancherorts schaut es da heute noch richtig übel aus.

    Vielleicht ist aber ja sogar das schon ein prinzipielles Missverständnis. Eine ideal aufgeklärte, jedwede Diskrimminierung überwunden habende Welt stelle zumindest ich mir nämlich gar nicht so vor, dass dort Kontexte, Vorgeschichten usw. von Gruppen aus Menschen gleicher Merkmale (egal welche) gar keine Rolle mehr spielen. Auch diese Gruppierungen selbst halte ich per se noch nicht für etwas schlechtes. Ist doch schön, wenn Menschen etwas teilen, das ist ja erstmal was verbindendes. Das Problem kommt doch erst dann, wenn ein Fehlen dieses Merkmals einen "Anderen" erzeugen soll, der, in welcher Form auch immer, minderwertig ist. Aber eine Welt voller gleicher Menschen, zu denen mir keine weiteren sie charakterisierenden und damit automatisch auch gruppierenden Eigenschaften einfallen? Brrr, ne danke.

    Ich glaube im Gegenteil, Bewusstsein und daraus folgende Rücksichtnahme muss die Lösung sein. Klar, das ist mühsam. Und es wird sicher nicht einfacher, je mehr Problemfelder ins Bewusstsein gerückt werden (und ich bin überzeugt, dass das passieren wird, Globalisierung und so). Zur Rücksichtnahme gehört deshalb dann ab einem gewissen Punkt / zu einem gewissen Grad eben auch, dass man sich nicht jeden Fehltritt als Todsünde vorhält.

    Aber gut, spätestens hier ist natürlich jeder Bezug zu dieser H&M-Geschichte gekappt, will das damit keinesfalls relativieren. Hoffe, man versteht halbwegs, wie ich das meine und dass ich hier nicht den Morrissey 2.0 geben will.

    Peace out, isch bin draußen.

    • Vor 9 Tagen

      Gute Ausführung, die so auf jeden Fall gut nachvollziehbar ist.

      Schubladendenken wird niemals verschwinden. Wäre auch langweilig, wenn doch. Menschen sind nunmal verschieden. Wichtig ist doch, dass man immer bereit ist, die Schublade auch wieder zu öffnen und eine andere auszuwählen.