Porträt

laut.de-Biographie

Muttersöhnchen

Wie belegt man am besten den letzten Platz beim Bundesvision Song Contest? Ganz einfach: Man stülpt sich einen silbernen und einen goldenen Raumanzug über, lässt drei Minuten Hybrid-Pop durch die Boxen hallen und garniert das Ganze noch mit Knorkator-lastiger Lyrik.

So kam zumindest das nordische
Duo Muttersöhnchen zum Ziel. Kein Witz, die beiden Hamburger Harry Bum Tschak und MK Topgenie wollten nach eigener Aussage genau das Erreichen: "Unsere ausgeklügelte Strategie ist voll aufgegangen und der angepeilte 16. Platz beim Bundesvision Song Contest wurde mit erschreckender Leichtigkeit erreicht", heißt es in einem offiziellen Facebook-Statement der Beiden.

Die beiden Electro-Nerds laufen sich erstmals im Jahr 2007 über den Weg. Zuvor spielten beide Protagonisten in unzähligen Bands, ehe sie sich dazu entschließen, dem Elektro-Pop ihren individuellen Stempel aufzusetzen. Harry spielt beispielsweise jahrelang Schlagzeug in verschiedenen Combos und studiert die Kunst des Trommelns gar im fernen New York.

Als "Drummer zur Miete" sorgt er bei illustren Künstlern wie Pohlmann, Finkenauer, US-Gitarrenlegende Jerry Donahue oder Posies-Chef Ken Stringfellow für die Hintergrund-Rhythmik.
Irgendwann will er allerdings etwas eigenes auf die Beine stellen, und da kommt ihm sein Partner MK Topgenie wie gerufen: "Die Motivation, diese Band zu gründen, war, dass wir nicht mehr die Musik anderer spielen wollten. Uns ging es darum, auf das ganz ursprüngliche Ding zurück zu kommen – quasi zurück in Mamas Bauch", berichtet Bum Tschak.

Beide begeistern sich schon seit jeher für Klänge aus dem Reich der Bits und Bytes, und so entwickelt sich alsbald eine musikalische Melange aus Beats, Synthies und Effektspielereien gepaart mit Sprechgesang in der Muttersprache. Zunächst improvisieren die Beiden viel und machen in den folgenden zwei Jahren primär den norddeutschen Underground unsicher, ehe man sich 2009 entschließt, das ganze Projekt professionell aufzuziehen.

Aus Spaß wird schnell Ernst, als die beiden merken, dass sie bei vielen Leuten mit ihrem skurrilen Sound-Potpourri offene Türen einrennen. Doch das Duo hält den Ball flach und übt sich in Bescheidenheit: "Wir nehmen uns selbst nicht so ernst. Unsere Musik schon, aber das ganze Drumherum nicht wirklich", so MK Topgenie.

Das ändert sich auch nur unwesentlich, als kurz nach der Fertigstellung ihres Debütalbums "1" im Frühsommer 2011 plötzlich die Verantwortlichen des Bundesvision Song Contests an ihre Türen klopfen. Der Ausgang ist bekannt.

Alben

Muttersöhnchen - 1: Album-Cover
  • Leserwertung: 2 Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2011 1

Kritik von Kai Butterweck

Die Atzen treffen Knorkator auf Second-Hand-Elektro-Pop. (0 Kommentare)

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