laut.de-Kritik

"Frag Talib: Mo is Def!"

Review von

"Kennst du den Paten? Blöde Bitch, ich wurde verraten, getötet und bin auferstanden." Nach sechs Jahren Rap-Abstinenz teilt 3p-Labelboss Moses Pelham sein Leid endlich zum zweiten Mal. Der soulige Opener "Back" straft Moes harsche Zeilen mit Claps und zarten Piano-Klänge jedoch Lügen.

Auch die erste Single "Ein schöner Tag" suhlt sich im Lockerroom und interpretiert schön zurückhaltend die gleichnamige Diebels-Werbung. Moses überrascht mit Zeilen wie "endlich 33, aber broke wie mit Achtzehn". Er ist jedoch nicht so pleite, dass er in "Was wollt ihr trinken?" nicht unzählige Biere und die Minibar leeren konnte. Wie in "Ein schöner Tag" deutsches Liedgut, kein "40ies sippin'" sondern urdeutsches Saufen.

Wie bei seinem Glashaus-Projekt arbeitet Moses auch auf dem "Geteilten Leid 2" wieder mit Multi-Instrumentalist Martin Haas und Sängerin Cassandra Steen zusammen. Ein Gros der Songs wandert so zwischen Pathos und Melancholie hin und her, während Moses wie auf Glashaus' "Jah Sound System"-Album "in sich selbst die Wahrheit sucht". "Gott ist nie so nah, wie wenn ich schreib", erklärt Moses seine Selbstfindung.

Trotzdem frönt der Frankfurter Veteran inspiriert von Kool Savas dem Battle Rap. Über harte Mobb Deep-Beats "spuckt er Feuer" und "ist der wahre Grund für Hip Hop in Deutschland, dass wir nicht nur Ficker und Toys haben."

Auch wenn er natürlich übertreibt: Für die Rap-Szene ist Moses' Rückkehr so wichtig wie Berlin. Oder wie Mo es ausdrückt: "Frag Talib: Mo is Def!"

Trackliste

  1. 1. Back
  2. 2. Kein Anderer
  3. 3. M.O.
  4. 4. Ein Schöner Tag
  5. 5. Prélude Zu Dein Mann
  6. 6. Dein Mann
  7. 7. Stavros (Interlude)
  8. 8. Was Wollt Ihr Trinken?
  9. 9. Ich Bin Rap
  10. 10. Letzte Worte
  11. 11. Es Wird Ein Wunder Geschehen
  12. 12. Hold On
  13. 13. Feuerspucker
  14. 14. Wenn Ich Schreib'
  15. 15. Strugglin' Feat. Illmat!c&Kool Savas
  16. 16. Gott Liebt Mich
  17. 17. Nah Am Ende
  18. 18. Eines Tages

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LAUT.DE-PORTRÄT Moses Pelham

Mit zwölf kommt Moses Pelham (*24.02.1971) bei einem Amerika-Aufenthalt mit Hip Hop in Berührung. Nach einer Zeit des mehr oder weniger erfolgreichen …

12 Kommentare

  • Vor 9 Jahren

    ich hab das Album seit Samstag und seitdem rotiert das Teil heftig - satt gehört hab ich mich noch nicht

    Der deutsche HipHop-Father liefert für mich das bisher beste Rapalbum 2004(nicht nur national) ab: fette Produktionen, die mal anders anders klingen als simpel gestrickte Crunch- oder Bouncebeats. Einfach saugut diese CD des Frankfurter 3p-Chefs! Die Texte heben sich vom deutschen HipHopeinheitsdissbrei deutlich ab. Die Songs im einzelnen:

    1. Back: auf einem Jacksonsample rockt Moses zu Beginn richtig ab, 5 von 5 Mics

    2. Kein anderer: rockiger Beat über den Moses smooth flowt, 5Mics von 5

    3.M. O. : der Beat ist etwas relaxter, Moses rappt darüber im 5. Gang, ich kann den Track auch nicht oft genug hören, auch 5 Mics

    4. Ein schöner Tag: die 1. Singleauskopplung, trifft nicht so 100 % meinen Geschmack, ein SoftHipHop-Track; Moses rappt etwas laid back, irgendwie nicht so Moses Stärke, der Text reissts aber wieder raus, 3 Mics

    5. Prelude zu Dein Mann und 6. Dein Mann: Klassik Opener zu einem "Symphonie-Track", der Beat steigert sich und schwillt an, Geschmackssache ich finds geil, Raps von Moses passen gut zum Beat , 5 Mics

    7. Stavros Interlude: von Illmatic; kennt man von Kool Savas - Die besten Tage sind gezählt und Melbeats - Rappers Delight, Stavros halt, Opener zu

    8. Was wollt ihr trinken: Moses Säuferhymne, Beat ist ok, Raps gehen auch klar, 5 Mics

    9. Ich bin Rap: zu Beginn ein Klitschkostatement, dann stellt Moses seine Stellung für Deutschrap klar, kurze Raps von Kool Savas, 4 Mics (die Frauengesänge im Hintergrund nerven hier etwas)

    10. Letzte Worte: der Track ist nur 1.59 min lang, also eher ein Statement, kein richtiger Song, mich stören die Frauenchöre im Hintergrund, 3 Mics

    11. Es wird ein Wunder geschehen: ein langsamer, softer Song, der Cassandra Steen-Hook ist nicht so mein Fall,wirkt etwas lahm, 2 Mics

    12. Hold On: wieder ein Hook auf dem Cassandra Steen stark herauszuhören ist, Clapbeat, fast Acapellalike gerappt und gesungen, Geschmackssache, 2- 3 Mics

    13. Feuerspucker: dramatischer Beat, nach den 2 ruhigeren Tracks tut ein rauer Song mal richtig gut, gute scratches, 5 Mics

    14. Wenn ich schreib: Relaxtrack, mit kurzer Hook-Unterstützung von Kool Savas, Moses spricht mehr als zu rappen, 2 Mics

    15. Strugglin feat. Illmatic & Kool Savas: Beat mit einer knalligen Snare und guten Rapparts von Moses, Illmatic und Kool Savas, 5 Mics

    16. Gott liebt mich: Pianoloops, gut in Szene gesetzt, der Rap durch den Voicedecorder passt auch , Titel lässt schlimmes vermuten, der Song ist aber mehr als ok, 4 Mics

    17. Nah am Ende: ein durchschnittlicher Track gemessen an den besten Songs, die Frauenchöre im Hintergrund nerven, 2- 3 Mics

    18. Eines Tages: der Ausklang des eigentlichen Albums fällt eindeutig zu kitschig und schmalzig aus, Cassandra Steen säuselt im Hintergrund zu Pianoloops herum, nicht mein Fall 1 Mic

    Der Bonustrack "Non Stop" (mp3 Laufzeit 26:24 min!!) mit was weiss ich wieviel MCs ist der eigentliche Höhepunkt des Albums: für die Idee und den Track gibts 5 Mics, auch wenn einige MCs etwas abfallen.

    Insgesamt ein sehr abwechslungsreiches Album, einziger Kritikpunkt: weniger Frauenhooks und -chöre wären mehr gewesen. Die CD ist ein Produceralbum und kein Undergroundrelease.Es gibt sicher MCs, die besser flowen
    und raptechnisch mehr drauf haben als Moses. Das gleicht Moses aber durch geniale Texte und erstklassige Produktionen mehr als aus

  • Vor 9 Jahren

    Hab viele Mosesproduktion als seicht und (leider) etwas langweilig und wenig abwechslungsreich in Erinnerung.-

    Die Singleauskopplung "Ein schöner Tag" find' ich absolut gelungen - steckt auch'n ziemlich geiler Bass dahinter - den Rest werd' ich mir auchma anhörn - bin ich Moses ja auch irgendwie schuldig, als Rödelheimer!

  • Vor 9 Jahren

    Nachtrag: die Review von Stefan Johannesberg ist so nichtssagend wie sonstwas und besteht zu 70 % aus Textzitaten vom Album. Laut hätte die platte auch gar nicht erwähnen können, käm aufs gleiche raus:rolleyes: