Porträt

laut.de-Biographie

Laurent Voulzy

Der Sänger und Komponist Laurent Voulzy wird am 18. Dezember 1948 in Paris geboren. Seine Eltern stammen von der französischen Insel Guadeloupe, die zu den Kleinen Antillen zählt. Sie ziehen kurz nach seiner Geburt nach Paris, der junge Laurent verbringt seine Kindheit größtenteils in Nogent-sur-Marne. Schon im jungen Alter ist Laurent ein leidenschaftlicher Musikfan und in der Schule freundet er sich mit einem Musiker namens Christian Vander an, der später der charismatische Frontmann der französischen Jazz/Rock-Combo Magma werden soll.

Seiner erste eigene Band gründet er als Schlagzeuger mit 14 Jahren, entdeckt aber bald die Gitarre, die es ihm weitaus besser ermöglicht, sein Talent als Songwriter zu entwickeln. Währenddessen erobern die Beatles mit ihrem neuartigen Pop den Kontinent und auch das Herz Laurents, was ihn 1965 zu einer Reise nach England veranlasst und bezüglich der musikalischen Entdeckungen bleibende Eindrücke hinterlässt.

Musikalisch erregt er erstmals 1967 Aufmerksamkeit, als er mit dem Song "Timide" den ersten Preis eines lokalen Musik-Wettbewerbs gewinnt. Von Chart-Erfolgen ist er dennoch weit entfernt. 1968 legt Voulzy eine kreative Pause ein, um dem französischen Militär zu dienen. Nach seiner Rückkehr schreibt er sich als Student an der Assas Law Faculty in Paris als Student ein. Das Studium vernachlässigend, widmet er sich bald wieder seiner großen Leidenschaft und gründet seine erste professionelle Band, Le Poing. Diese Band erspielt sich durch mehrere nationale Touren in der französischen Musikszene einen guten Ruf, ohne jedoch eine Platte zu veröffentlichen.

Währendessen schreibt Laurent weiter Songs und beginnt Demo-Tapes aufzunehmen, die er an die Plattenfirmen schickt. Eines dieser Tapes landet auf dem Schreibtisch eines führenden Mitarbeiters des renommierten Labels RCA, der dem jungen, talentierten Songwriter einen Plattenvertrag anbietet. 1972 nimmt er seine erste Single "L'Amour Est Un Oiseau" auf, die jedoch kommerziell scheitert. Auch mit drei weiteren Singles hat er keinen Erfolg.

1974 lernt Voulzy den Songwriter Alain Souchon kennen, dessen Karriere auch nur schleichend voran geht. Musikalisch und menschlich verstehen sich die beiden prächtig und werden bald enge Freunde. Es beginnt eine lange andauernde und äußerst erfolgreiche Kollaboration. Voulzy steuert die Texte bei, Souchon die Melodien. 1974 ermöglicht Voulzy seinem Partner als Co-Autor die Veröffentlichung dessen Debüt-Albums, das mit Hits wie "Bidon" und "J'ai 10 Ans" aufwartet.

Es dauert weitere drei Jahre, bis Voulzy die Single "Rockcollection" veröffentlicht, die in Frankreich die Chartspitze erklimmt und zum absoluten Dauerbrenner avanciert. In diesem halbautobiographischen Song reflektiert Voulzy seine Jugend in den 60ern. Aber es ist der poppige Refrain, der die Franzosen begeistert, der sich zum Medley aufschwingt und Songs von den Beach Boys bis zu den Rolling Stones aufgreift. In der französischen Musikszene nimmt er nun eine exponierte Stellung ein.

1978 folgt seine nächste Hit-Single "Bubble Star", Voulzy trifft den Zeitgeist und arrangiert wunderbare Harmonien, die an 60er Jahre Pop-Gruppen wie die Beatles angelehnt sind. Im selben Jahr veröffentlicht sein Partner Alain Souchon sein zweites Album mit dem Titel "Toto 30 Ans". Die beiden sind von nun an unzertrennlich und feiern sogar im gleichen Jahr die gemeinsame Geburt ihrer Kinder Julien Voulzy und Pierre Souchon.

1979, zehn Jahre nach der Unterzeichnung seines Plattenvertrags, veröffentlicht Voulzy schließlich sein Debüt-Album "Le Coeur Grenadine", der Titeltrack erreicht Platz 1 der Charts, "Karin Redlinger" wird ein großer Hit. Was Voulzy auch auf den Markt wirft, der Erfolg ist von nun an garantiert. "Surfin' Jack" (1980) und "Idéal Simlifié" (1981) erklimmen erneut die Spitze der Charts. 1983 erscheint sein zweites Album "Bopper En Larmes".

In diesem Jahr gibt der zurückhaltende Künstler eines seiner seltenen Live-Konzerte in Guadeloupe, ein Wohltätigkeitskonzert zugunsten behinderter Kinder. Diese Gelegenheit nutzt er auch, um den Geburtsort seiner Eltern zu erkunden. 1985 erscheint Voulzys Single "Belle-Ile-En-Mer", die später zum besten französischen Song der 80er Jahre gekürt wird. Im Jahr 1986 kehrt Voulzy wieder in die Charts zurück mit dem Stück "Les Nuits sans Kim Wilde" (das ein Tribut an die britische Pop-Diva darstellt), zwei Jahre später folgt die Ballade "La soleil Donne".

In den frühen 90er Jahre zieht Voulzy sich für mehrere Monate zurück, um sein drittes Album "Caché Derrière" einzuspielen. In dieser Zeit wendet er sich der Astrologie, dem Mystizismus und der orientalischen Philosophie zu. Das Album erscheint schließlich 1992, fast zehn Jahre nach "Bopper En Larme". Im gleichen Jahr wird er geehrt mit dem "Grand Prix de la Chanson Francaise", 1993 wird sein aktuelles Album bei den renommierten "Victoires De La Musique"-Auszeichnungen zum Besten Album des Jahres gewählt. Unter dem Druck der Fans und der Presse gibt der scheue Musiker dann sein erstes großes Konzert in Paris.

1994 ist insofern ein wichtiges Jahr, da die Söhne von Voulzy und Souchon in die Fußstapfen ihrer Väter getreten sind und eine Band mit dem Namen Les Cherches Midi gründen und ihre erste Platte veröffentlichen. Väter und Söhne spielen 1995 gemeinsam einen Song für ein Benefiz-Album ein, dessen Erlös Kindern mit HIV-Infizierung zugute kommt.

Bevor Voulzy an einem weiteren Album arbeitet, beendet er den Bau seines eigenen Studios bei Marne. Der Perfektionist Voulzy benötigt drei Jahre, um "Avril" fertig zu stellen. Dieses vierte Studioalbum wird 2002 auf BMG veröffentlicht. Dieses Werk verkauft sich 650.000 mal und wird wiederum zum besten Album des Jahres in Frankreich gekürt. 2003 gönnt sich Voulzy wegen der Geburt seines dritten Kindes eine musikalische Auszeit.

Zwei Jahre später - Voulzy ist inzwischen 55 Jahre alt - erscheint sein erstes Best Of-Album "Seasons", auf dem alle bisherigen Hits zu finden sind. Er selbst schreibt währenddessen Songs für das französische Pop-Idol Nolwenn. 2006 geht er ins Studio, um Coverversionen einiger seiner Lieblingssongs aus den letzten vierzig Jahren einzuspielen. Daraus entsteht das neue Album "La Septième Vague", das Ende 2006 in den Läden steht und sich in Frankreich wochenlang an der Spitze der Charts hält.

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