Porträt

laut.de-Biographie

Kevin Blechdom

Kevin Blechdom aka Kristin Erickson ist nicht gerade das, was man unter einer schüchternen Dame versteht. Mit ihren exzentrisch-absurden Live-Performances schafft es Kevin Blechdom, selbst gestandenen Hip Hoppern mit Ghetto-Vergangenheit die Show zu stehlen, wenn man Augenzeugen ihrer seltenen Auftritte glauben schenken darf. Kunstperformance, anarchischer Punkspirit, wildgewordene Elektro-Sounds in Verbindung mit Banjo-Riffs und Lyrics, die den kranken Phantasien von Blechdom entspringen, machen jede Kategorisierung hinfällig. Selbst Verbündete im Geiste wie die Chicks On Speed wirken dagegen geradezu handzahm. Einzig die amerikanischen Konzeptkünstler The Residents können Kevin Blechdom im Punkte Eigenwilligkeit und Verrücktheit ohne Probleme das Wasser reichen.

Geboren wird Kevin Blechdom unter dem bürgerlichen Namen Kristin Erickson 1978 in Florida, dem Sunshine State. In ihrer Kindheit bekommt sie Klavierstunden. Eine Investition, die sich später auszahlt. Zusammen mit ihrem Bruder Rob Erickson und ihrer Stiefschwester Stephanie Mankins spielt sie in der Band Adult Rodeo. Zunächst noch am Keyboard entdeckt Kristin Erickson bald auch ihre stimmlichen Qualitäten.

In ihrer College-Zeit in Oakland beginnt sie, eigene Musiksoftware zu programmieren und gründet mit Bevin Kelley, der sich das Pseudonym Blevin Blectum aneignet, nach einer gemeinsamen Halloween-Performance das Projekt Blectum From Blechdom. Nach Auftritten in der Bay-Area veröffentlicht das Duo im März 2000 mit "The Messy Jesse Fiesta" seinen ersten Longplayer, der bei der Ars Electronica in Linz den zweiten Preis gewinnt. Weitere Releases auf dem Kid 606 Label Tigerbeat folgen, bevor beide ab 2001 an ihren Solo-Projekten arbeiten. Das ist die Geburtsstunde von Kevin Blechdom, die zunächst noch bei Tigerbeat bleibt, bevor 2003 ihr erster Longplayer "Bitches Without Britches" auf Chicks On Speed Records erscheint.

Ähnlich respektlos geht Kevin Blechdom auch 2005 wieder zu Werke und transportiert in ihren Songs eine Leichtigkeit und Unschuld, die nicht so recht zur drastischen Ästhetik ihres Coverartworks passen will. "Eat My Heart Out" wirkt über die volle Spielzeit, wie ein wild gewordenes Karussell, dem alle Sicherungen durchgebrannt sind.

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