Porträt

laut.de-Biographie

Josh Ritter

"Einfach ausgedrückt: Ritter ist als Arrangeur und als Texter der talentierteste Interpret von Americana, der zurzeit arbeitet." So enthusiastisch äußert sich das Magazin Paste über einen Singer/Songwriter aus dem beschaulichen Moscow, Iadaho, der mit Gitarre und bewegendem Gesang auf den Lippen die Indierock/Folk-Herzen in Irland erobert.

1976 geboren wächst Joshua auf dem Land nahe der kleinen Collegestadt auf. Er lernt als Kind das Geigenspiel, die Begeisterung um Grunge, die sich in den 90ern im Nordwesten der USA entwickelt, bleibt fremd. Mit 17 entdeckt er die Altheroen des gefühlvollen Gitarrenspiels für sich: Johnny Cash, Bob Dylan, Leonard Cohen und Neil Young heißen nun die Idole. Josh kauft sich eine Klampfe und beginnt, Songs zu schreiben.

Nach der Highschool zieht es ihn an die Oberlin University in Ohio - nicht zuletzt wegen der dortigen Folkszene. Er rutscht hinein in die Clique und begründet während dieser Zeit das Oberlin Folk Festival mit. Der Versuch, mit dem Biologiestudium eine geordnete Laufbahn einzuschlagen, scheitert. Josh verbringt seine Zeit lieber mit Instrumenten als mit Büchern und Mikroskopen.

Bei Open-Mic-Nächten in Boston macht er sich zudem einen Namen, und bald stehen genügend Songs, um mit der Arbeit an der ersten Platte zu beginnen. Gemeinsam mit Zack Hickman, Tom Graves und Darius Zhelka nimmt Josh daheim in Idaho sein selbstbetiteltes Debüt auf, das 1999 erscheint.

Die Bostoner Nächte am offenen Mikrophon sind es auch, die ihm den Sprung über den großen Teich ermöglichen: Als die Dubliner Rocker The Frames 2001 in Boston einen Gig spielen, entdeckt Frontmann Glen Hansard den Jungen bei einem Auftritt. Sofort ist er begeistert und engagiert Josh als Support für die kommende Irlandtour.

Auf der kleinen grünen Insel mit den vielen Schafen bringt es der Singer/Songwriter zu Ruhm: Die Single "Me & Jiggs" von der 2001er Platte "Golden Age Of Radio", die bei Independent Records erscheint, erhält viel Beachtung. Die Iren lieben Ritter: Sein drittes Werk "Hello Starling" (2003) erklimmt den zweiten Platz der Albumcharts. Sein Gig im Sommer 2004 im Dublin Castle ist mit rund 10.000 Fans restlos ausverkauft.

Als Opener für Damien Rice tourt Josh 2004 erstmals durch Kontinentaleuropa. Auch in den USA und in Australien tritt er auf. Seit er beim Majorlabel V2 unter Vertrag ist, erscheinen seine Alben auch außerhalb Irlands. 2006 veröffentlicht Ritter "The Animal Years", auf dem er wunderschöne akustische Instrumentierung, melancholisch süßen Gesang und metaphernreiche Texte zusammenbringt. Die New York Times schreibt euphorisch: "Die Tiefe und Ambition seiner Songs ist grenzenlos".

Nach "The Historical Conquests Of Josh Ritter" von 2007 und fast einem Jahrzehnt auf der Straße beschleicht Josh ein dunkles Gefühl. Obwohl er erreicht hat, wovon er immer träumte, überfällt ihn eine Leere "wie ein kalter Schatten".

Und eines Nachts, während er wach im Bett liegt und an die Decke starrt, kommt ihm eine Geschichte in den Sinn. Sie handelt von einer Mumie und deren unheilvollen Liebe zu einer Archäologin. Die Muse hat ihn wieder geküsst: Josh schreibt die Story auf, verfasst Tag für Tag mehr. Aus dieser vor kreativer Energie sprühenden Phase stammt "So Runs The World Away" (2010). Seinen Livemusikern, mit denen er seit 2000 auf der Bühne steht, verpasst er zu der Zeit den Namen 'The Royal City Band'.

Die tragische Liebesgeschichte zwischen verstorbenem Pharao und Totengräberin vertont er natürlich: "The Curse" ist der Vorbote der Platte, der im walzenden Drei-Vierteltakt nicht nur lyrisch sondern auch im Video, in dem Marionetten die Hauptrollen übernehmen, detailverliebt von dieser ungewöhnlichen Lovstory erzählt.

Nur konsequent, dass 2011 sein Debütroman "Bright's Passage" das Licht der Welt erblickt. Von seiner Frau Dawn Landes trennt er sich im selben Jahr. Drei Livealben sowie Reissues sind derweil im Backkatalog gelistet. Und auch in erfolgreichen TV-Serien wie "Six Feet Under" hört man seine Musik.

Alben

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