Porträt

laut.de-Biographie

Icona Pop

Es ist Anfang Februar 2009, als die junge Schwedin Jawo Aino von ihrem Freund verlassen wird. Eigentlich möchte sie den folgenden Samstagabend auch gar nicht feiernd mit einer Freundin verbringen, sondern sich viel lieber allein im Liebeskummer suhlen. Dass sie es sich dann doch anders überlegt und sich die Partykutte überwirft, stellt sich später als glückliche Fügung heraus. Noch am selben Abend lernt sie Caroline Hjelt kennen, die ihr bisher nur einige Male in der Musikschule begegnet war. Von Beginn an ist den beiden klar: Diese Bekanntschaft ist keine dieser flüchtigen, auf Small-Talk bedachten Feier-Freundschaften.

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Die Chemie stimmt, das spüren beide. Gleich am nächsten Tag treffen sie sich wieder, um gegen Kater und Kummer anzukämpfen. Dabei entdecken sie jede Menge Gemeinsamkeiten. Die jungen Frauen stehen auf dieselbe Musik, jene One-Hit-Wonder der 1990er Jahre, die Girl- und Boyband-Kultur. Für die Mädchen ein ganz klarer Fall von Seelenverwandtschaft. Am darauffolgenden Tag verabreden sich Aino (übrigens Jahrgang 86) und die knapp eineinhalb Jahre jüngere Hjelt erneut. Die Frucht ihres Treffens soll schließlich ihr erster gemeinsamer Song mit dem Titel "Sheriff Came To Town On A Big Black Horse" sein.

Euphorisch buchen sie noch an Ort und Stelle ihr Gig-Debüt. Doch dazu fehlen ihnen genau zwei Dinge, wie ihnen erst später bewusst wird. Ein wohlklingender Bandname und – viel wichtiger – Songs. Den Namen findet schließlich Hjelts Mutter, als sie sich mit italienischen Bekannten über das Musikprojekt ihrer Tochter unterhält: Die zwei könnten das neue, große Schweden-Pop-Ding werden. Popstars – auf Italienisch eben Icona Pop. Trotz Zeitdruck klappt es dann mit dem eigenen Material. Gleich der erste Auftritt beschert Icona Pop einen Management-Vertrag.

Eine ganze Weile schlagen sich Icona Pop so im partyverliebten Stockholm durch und machen sich einen Namen. Selbst die Aufmerksamkeit der Pariser Styler-Plattenschmiede Kitsuné erspielen sie sich. Ihre erste Single "Manners" wird schließlich im November 2010 über Kitsuné veröffentlicht. Während der NME den Track "unfassbar cool" findet, adelt der Guardian das Stück zum "24-Karat-Pophit".

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Icona Pop This Is...Icona Pop
Elektropop - mit dem Brecheisen

Nur logisch, dass das Duo bei so viel Liebe von der Insel Ende 2011 nach London umzieht. Denn wo sonst lässt sich elektronische Tanzmusik mit Hang zum 90er-Pop, garniert mit zwei wunderbaren Stimmen besser ausprobieren als im musikalischen Mittelpunkt Europas? Schnell findet das Duo Anschluss an die dortige Szene, Kontakte wie zum Produzenten Starsmith (Robyn, Kylie Minogue) und dem Electro-Duo The Knocks ergeben sich automatisch. Beste Voraussetzungen also, um weiter produktiv zu sein.

So entwickeln Icona Pop irgendwann ihre eigene Vorstellung von moderner Musik: "Wir lieben galoppierende Drums und Synthesizers, gleichzeitig mögen wir aber auch klassische Popmelodien. Genau das ist es, was uns ausmacht." Kurz nach dem Umzug kommt die erste EP mit dem vielsagenden Namen "Nights Like This" in die Läden. Doch richtig laut wird es auch im Frühjahr 2012 um die bekennenden Partyliebhaberinnen noch nicht. Auf der "Iconic EP" ist zwar neben ihrem ersten kleinen Indie-Hit "Manners" ein Track namens "I Love It", der findet aber wenig Beachtung.

Zunächst gehen Band und Produzenten davon aus, der Song würde wohl eine Untergrund-Hymne bleiben. In den folgenden Wochen und Monaten läuft der Hype um das Charli XCX-Feature zwar langsam, aber dann umso intensiver an. Die Tanz-Hymne räumt in so ziemlich allen Clubs auf, erreicht die Pole-Position in den britischen Charts und in Deutschland und Österreich stehen schließlich zwei dritte Plätze zu Buche. Große Konzerne reißen sich darum, den Song in der Werbung zu verwenden – und pushen ihn zusätzlich.

Natürlich sind auch die Musikerinnen zusehends gefragt, touren 2013 mit Marina & The Diamonds. Im Februar 2013 erhalten Icona Pop sogar den begehrtesten Musikpreis Schwedens, den Grammis, als "Bester Newcomer". Fehlt nur noch ein erstes Album über die volle Länge. Das ist natürlich Mitte 2013 längst in der Mache – Hjelt und Aino pendeln dafür zwischen New York und London. Schließlich wollen ja auch in den USA die Tanzflächen poliert sein. Angekündigte Album-Features mit Zebra Katz oder Stargate schrauben die Erwartungshaltung nach oben.

Elektronikfirmen, Brausehersteller, Kokain-Trips von Hannah Horvath in der US-Serie Girls: Überall ist die "I don't care"-Mentalität von "I Love It" inzwischen angekommen. Icona Pop macht das zu einem dieser großen Pop-Phänomene. Nicht so depressiv und mystisch wie Lana Del Rey, nicht so exzentrisch und schwülstig wie Lady Gaga. Eben sympathisch, gut zu vermarkten, und trotzdem ein bisschen alternativ. Die selbsternannten "90s bitches" wissen nämlich längst, was sie am liebsten sein wollen: Die Pioniere einer neuen Girl-Group-Generation.

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Stockholms Dance-Duo 2013 Die "I Love It"-Überflieger bei der Fotosession in Köln 2013.

Die "I Love It"-Überflieger bei der Fotosession in Köln 2013., Stockholms Dance-Duo 2013 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Die "I Love It"-Überflieger bei der Fotosession in Köln 2013., Stockholms Dance-Duo 2013 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Die "I Love It"-Überflieger bei der Fotosession in Köln 2013., Stockholms Dance-Duo 2013 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Die "I Love It"-Überflieger bei der Fotosession in Köln 2013., Stockholms Dance-Duo 2013 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

Pressefotos 2013 Sympathisch, gut zu vermarkten, und trotzdem ein bisschen alternativ: Icona Pop.

Sympathisch, gut zu vermarkten, und trotzdem ein bisschen alternativ: Icona Pop., Pressefotos 2013 | © warner (Fotograf: ) Sympathisch, gut zu vermarkten, und trotzdem ein bisschen alternativ: Icona Pop., Pressefotos 2013 | © warner (Fotograf: ) Sympathisch, gut zu vermarkten, und trotzdem ein bisschen alternativ: Icona Pop., Pressefotos 2013 | © warner (Fotograf: ) Sympathisch, gut zu vermarkten, und trotzdem ein bisschen alternativ: Icona Pop., Pressefotos 2013 | © warner (Fotograf: ) Sympathisch, gut zu vermarkten, und trotzdem ein bisschen alternativ: Icona Pop., Pressefotos 2013 | © warner (Fotograf: ) Sympathisch, gut zu vermarkten, und trotzdem ein bisschen alternativ: Icona Pop., Pressefotos 2013 | © warner (Fotograf: ) Sympathisch, gut zu vermarkten, und trotzdem ein bisschen alternativ: Icona Pop., Pressefotos 2013 | © warner (Fotograf: ) Sympathisch, gut zu vermarkten, und trotzdem ein bisschen alternativ: Icona Pop., Pressefotos 2013 | © warner (Fotograf: )

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