Porträt

laut.de-Biographie

How To Dress Well

Tom Krells Kampf um Anerkennung als ernsthafter Künstler ist auch ein Kampf gegen selbsterbaute Windmühlen. Stets betont der Sänger und Produzent in Interviews und auf Bühnen, wie bedeutend und ernsthaft sein Output für ihn ist. Regelmäßig erbittet er sich konsequente Stille und Aufmerksamkeit, denn: Es geht ihm um Aufrichtigkeit.

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  • 14 Nov
    Hamburg
    Uebel&Gefährlich / Turmzimmer
  • 15 Nov
    Berlin
    Bang Bang Club
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Mit einer leidenschaftlich synthetisierten Mischung aus verspuktem R'n'B, Äther-Ambient und LoFi-Elektronik trifft der Amerikaner aus Colorado andererseits etwa seit 2010 so genau den Nerv des Zeitgeists, dass ihm Postironie und Popsarkasmus gehörig Steine in den Weg legen. Bekanntermaßen gilt es seit etwa Beginn des Jahrzehnts in Indie-Avantgarde-Kreisen als schick, modernen R'n'B nicht mehr als uncooles Chauvi-Genre abzutun, sondern den ehemaligen Mainstream-Klassenfeind gewitzt-rekontextualisiert zu okkupieren.

Als ironisch betiteltes Ein-Mann-Projekt How To Dress Well trägt Tom Krell diese Bewegung entscheidend mit. Von Kindesbeinen an gehört seine Liebe Spätachtziger- bis Frühneunziger-R'n'B-Acts wie Keith Sweat, Bobby Brown und Ready For The World. In der Highschool widmet er sich dennoch zunächst diversen Metal- und Hardcore-Bands, bevor er sich experimentellen Drone Sounds zuwendet. 2004 stößt er schließlich in einem Buchladen auf den Namen des jüngsten musikalischen Ventils.

Krell beginnt, die Kindheitsfavoriten mit dem abstrakten Noise von Black Dice zu vermengen und das Resultat durch LoFi-Filter zu pressen. 2009 taucht auf dem HTDW-Blog die erste EP "The Eternal Love" als Gratis-Download auf. Weil Schnäuzer, Nerdbrille und übergroße Pullis heuer einem gewissen optischen Cliché entsprechen, er darüber hinaus auf dem Hipster-Label Tri Angle veröffentlicht, darf ihn zumindest nicht total überraschen, dass er zwar Konzerte ausverkauft, die Fremdwahrnehmung sich jedoch nur unregelmäßig mit seinem Selbstbild als getriebener Künstler mit emotionaler Message deckt.

Sei's drum. Pitchfork und Co. feiern den graduierten Philosophiestudenten auch für den Nachfolger "Total Loss". Erneut beweist der Produzent, der Hochschulen in New York, Chicago, Köln und Berlin besucht hat, ein äußerst präzises Gespür nicht nur für den Zeitgeist, sondern auch für das Mysterium Pop. In meist gemäßigten Tempi feiert How To Dress Well die Elegie von Verlust und Sehnsucht. Stets bemüht er sich dabei um eine möglichst präzise Exhumierung seines Seelenlebens. Darin steckt in jedem Fall viel Eskapismus, wie ein verwendetes Zitatsample zeigt: "The only bad part about flying is having to come back down to the fuckin' world".

Alben

Videos

Childhood Faith In Love
Face Again
Interview! HOW TO DRESS WELL OFIVE

Termine

Fr 14.11.2014 Hamburg (Uebel&Gefährlich / Turmzimmer)
Sa 15.11.2014 Berlin (Bang Bang Club)
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