Porträt

laut.de-Biographie

Girls Under Glass

Spricht man über Bands aus dem Electro-, Darkwave- und Gothic-Bereich, stolpert man ganz unweigerlich irgendwann über den Namen Girls Under Glass. Die Combo hat seit den späten Achtzigern das Genre entscheidend mitgeprägt und das obwohl sie sich der Schwarzen Szene noch nie so richtig zugehörig fühlten. Und trotzdem: manch eine Band, die später einmal zu Chartsehren kam, spielte für die Mädels die Einheizer (Project Pitchfork), andere wurden von ihnen entdeckt (Wolfsheim).

Angefangen hat alles 1986. Die Urformation bestand aus Volker Zacharias (aka Zaphor, Gitarre), Hauke Harms (Programming) und Thomas Lücke (Gesang). Für die Aufnahmen des Debuts "Humus" stößt Matthias Fluch (Bass) hinzu. Die Platte macht sie binnen kurzer Zeit zu Stars der Wave-Szene. 1989 können sie einen Support-Slot für die Fields Of The Nephilim ergattern und so vor größeren Publikum ihre Musik präsentieren. Die Meinungen zum Headliner dieser Tour waren jedoch nicht allzu positiv, denn "dumme Arschlöcher" ist nicht gerade das, was man Sympathiebekundung nennt. Bei "Flowers" zupft nun Axel Ermes den Bass und mit Zaphor spielt Ermes eine Zeit lang zusammen bei der Band Cancer Barrack.

Noch bevor die Arbeiten am nächsten Output beginnen, steigt Thomas Lück aus und Zaphor übernimmt seinen Part. 1990 produziert Rodney Orpheus von The Cassandra Complex "Positive". Aus dieser Zusammenarbeit entsteht ein Freundschaft mit Zaphor, die darin mündet, dass er beim Complex einsteigt und dort bis heute neben Orpheus einziges festes Bandmitglied ist. Diese Kooperation bedeutet aber nicht das Aus von Girls Under Glass. Ganz im Gegenteil. Bis 1995 veröffentlichen sie diverse Kracher, die zurecht zu den Klassikern des deutschen Dunnkelheimer-Sounds gezählt werden müssen.

Mit dem 1997er "Firewalker" begeben sich die Girls dann auf dünnes Eis. Die Platte ist die bislang brachialste der Band und stößt auf zwiespältige Kritik. Durch die starke Gitarren-Betonung geraten sie in den Verdacht, auf den gerade angesagten Industrial-Zug aufspringen zu wollen. Ein Argument, das fast einem Frevel gleicht, haben Girls Under Glass bis dahin doch schon zehn Jahre das Metier beeinflusst und waren ihrer Zeit stets einen Schritt voraus. Erste Stimmen werden laut, dass sie wohl ihren Zenit überschritten hätten und die Band selbst denkt sogar ans Aufhören. Hinzu kommt, dass Zacharias und co. mit dem Album im Nachhinein auch nicht so recht zufrieden sind.

Aber statt sich aufzulösen und eine heulende Fanschar zu hinterlassen, besinnen sie sich wieder ihrer Stärken. "Equilibrium" (Gleichgewicht) präsentiert sie mehr denn je in eben diesem. "Back To The Roots" heißt das Motto und manch einer behauptet, dass dies die Platte ist, auf die die Szene nur gewartet hat. Bis 2001 wird es - abgesehen vom US-Best-Of "Nightmares" - dann wieder etwas ruhiger um GuG, bevor mit "Minddiver" wieder einmal ein Klasse-Album an den Start gehen kann, das alles das vereint, was Girls Under Glass ausmacht.

2003 veröffentlichen GUG das Doppel Live-Album "Light And Darkness" als Dankeschön an die Fans. CD Nummer eins bietet Songs der vorhergehenden Tour, als sie mit The Fair Sex und NCOR unterwgs waren, der zweite Silberling besteht aus alten Aufnahmen, die die Girls im Archiv heraus gekramt haben.

2005 Jahre später erscheint "Zyklus", das wieder düsterer und unheimlicher auffällt. Die Girls stehen nach wie vor auf eingängige Melodien, aber bei ihrem zehnten Studio-Release regiert die dunkle Seite. Bei der erfolgreichen Vorab-Single "Ohne Dich" gibt sich Peter Spilles die Ehre. Ein Jahr darauf sind es genau zwei Dekaden, in denen Girls Under Glass auf die Gothic-Szene eingewirkt haben. Um diese Zeit Revue passieren zu lassen, erscheint 2006 eine umfassende Retrospektive in DVD-Form namens "Focus", die so manches schwarze Herz höher schlagen lassen dürfte.

Alben

Girls Under Glass - Focus: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2006 Focus

Kritik von Michaela Putz

Hier kommt Licht ins Dunkel der schwarzen Szene. (0 Kommentare)

Girls Under Glass - Zyklus: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2005 Zyklus

Kritik von Alexander Cordas

Im Midtempo-Bereich lässt sich hervorragend Trübsal blasen ... (0 Kommentare)

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