Porträt

laut.de-Biographie

Giora Feidman

Mit seiner Musik im Gepäck bereist er die ganze Welt, erzählt seinem Publikum auf seine unverwechselbare Art Geschichten aus einem wechselvollen Leben. Giora Feidman, am 26. März 1936 als Sohn jüdischer Einwanderer in Argentinien zur Welt gekommen, perfektioniert die Sprache der Klarinette wie kaum ein zweiter und findet dadurch in Deutschland "eine zweite Heimat", wie er in einem Interview anlässlich seines 65. Geburtstages bekannte. Er weiß traditionelle jüdische Klezmer-Musik mit Elementen von Jazz, Soul und Klassik zu verbinden und wird rund um den Globus als der bedeutendste zeitgenössische Interpret jüdischer Musik verehrt.

Der Superlativ wird schon früh zu einem Charakteristikum im Leben von Feidman. Aufgewachsen in der Musiktradition des Klezmer wird Feidman, nach einer klassischen Musikausbildung, mit 18 Jahren als Klarinettist in das Symphonie- und Opernorchester des Teatro Colon in Buenos Aires berufen. Kaum zwei Jahre später ist er bereits im ganz oben angekommen: das Israel Philharmonic Orchestra nimmt ihn in seine Reihen auf, wo er während der nächsten beiden Jahrzehnte seine Heimat findet.

Zu Beginn der 70er Jahre verlässt Feidman Israel, um als Solo Musiker nach New York zu gehen, von wo aus er mit seiner zeitgenössischen Interpretation des Klezmer die Konzertbühnen der Welt erobert. Feidman lässt seine jüdische Erziehung eine spannende Fusion mit den musikalischen Wurzeln seiner Heimat Argentinien eingehen; er vermählt Klezmer und Tango, wie auf "Clarinetango", einer seiner schönsten Aufnahmen.

Doch Feidman bleibt auch der klassischen Musik treu und entwickelt eine hohe Affinität zum Schauspiel. 1984 verleiht er Peter Zadeks berühmter "Ghetto" Inszenierung musikalischen Ausdruck und schafft damit in Deutschland den Durchbruch. Weitere Engangements in den Opern "Der Rattenfänger" und "Lilith" folgen 1994 und 1996.

Gleichzeitig zu seinem Engagement am Theater spielt Feidman zusammen mit Itzak Perlman die Oscarprämierte Musik zu Steven Spielbergs Holocaust Drama "Schindlers Liste". Diese Liaisons zum Film pflegt Feidman auch in den folgenden Jahren und so tritt er in Joseph Vilsmeyers "Comedian Harmonists" auf, ebenso wie in "Jenseits der Stille", der Geschichte eines Mädchens gehörloser Eltern, dessen Klarinettespiel ihr und ihren Eltern ein Tor zur Welt öffnet. 1995 wirkt er an der avantgardistischen Neuvertonung des Stummfilmklassikers "Golem" mit.

Unterstützt wird Giora Feidman auf seinen unermüdlichen Konzertreisen um den Globus von den Musikern des Giora Feidman Quartetts. Die Versöhnung zwischen den Kulturen ist dabei zu Feidmans zentralem Motiv geworden, dem er mit unablässigem Drang nachgeht.

2003 vertont Feidman unterstützt von einem Orchester Kompositionen von Mozart und unterstreicht damit, dass er zu den großen klassischen Interpreten gehört. Im gleichen Jahr veröffentlicht er "Love", eine CD mit Arbeiten seiner Frau Ora Bat Chaim.

Einen Querschnitt durch sein Live-Repertoire bietet "Klez Mundo" aus dem Jahr 2006. Hier sind Feidmans unterschiedliche Talente auf einer CD vereint. Ausgedehnte Tourneen führen Feidman regelmäßig um die Welt. In Deutschland macht er jedes Jahr für zahlreiche Konzerte Station. 2008 begleitet ihn für einige Termine der Organist Matthias Eisenberger.

Alben

Giora Feidman - Safad: Album-Cover
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  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2005 Safad

Kritik von Daniel Straub

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