Porträt

laut.de-Biographie

Gianmaria Testa

"Die Erde, der Regen, wirkliche oder imaginäre Reisen, Verliebtheit, das Ende einer Liebe - Gianmaria Testas Lieder sind mitten aus dem Leben gegriffen, all die kleinen Alltagsdinge, die sich wie die Punkte eines impressionistischen Gemäldes zu einem bunten Mosaik zusammenfügen", beschreibt ARTE treffend das Werk des Singer/Songwriters aus Italien.

1958 in der Nähe der piemontesischen Stadt Cuneo geboren, wächst Testa in einer musikbegeisterten Familie auf. Mit 14 erhält er seine erste Gitarre und schreibt erste Lieder, doch entscheidet er sich zunächst für einen bürgerlichen Beruf – den des Bahnhofsvorstehers seiner Heimatstadt.

Erst mit 35 gewinnt er den Premio Recanati für "junge" Cantautori, wie Singer/Songwriter in Italien heißen. Der französische Produzent Nicole Courtois nimmt Testa unter seine Fittiche und unterstützt ihn bei den Aufnahmen seines ersten Albums "Montgolfières", das 1995 erscheint.

Mit seinen Mitmusikern erschafft Testa nachdenkliche, angejazzte Atmosphären, die in Frankreich auf Anhieb Aufmerksamkeit erregen. Mit seinem zweiten Album "Extra-Muros" (1996), das beim Major Warner erscheint, tritt er im Pariser Olympia auf. Nun interessiert sich die italienische Presse für ihn und macht seinen Namen auch im Heimatland bekannt.

In regelmäßigen Abständen folgen weitere Alben und Auftritte in ehrwürdigen Theatern. "Bitte, schreit nicht. Ich kann so nicht spielen. Ich bin keiner, der schreit", bittet Testa sein Publikum bei einem Auftritt, und verrät somit den Wesenszug seiner Musik: Die Suche nach dem Unentbehrlichen, sowohl in der sparsamen Instrumentierung als auch bei der Auswahl der Themen.

Testas Liebe zum Theater beweist er auch als Schauspieler. 2011 ist er in Turin in "18 Mila Giorni – Il Pitone" zu sehen. Das Stück geht 2011 und 2012 in verschiedenen italienischen Städten auf Tour.

Befassen sich seine Alben hauptsächlich mit den Themen Liebe und zwischenmenschlichen Beziehungen, wagt sich Testa mit "Da Questa Parte Del Mare" 2006 auf ein vermintes Feld: jenes von zehntausend Verzweifelten, die jedes Jahr das Mittelmeer überqueren, um in Italien an Land zu gehen und sich als illegale Einwanderer in Europa ein besseres Leben zu erschaffen.

"Was mich am meisten schockiert, ist nicht so sehr, dass diese unglückseligen Menschen hierher kommen, sondern dass man in Italien vergessen hat, dass vor nicht einmal zwei Generationen wir diejenigen waren, die ihre Heimat verließen. Auf dieser Platte wollte ich einfach nur meine Meinung, mein Gefühl ausdrücken, für mich, für meine Kinder, für all jene, die auf dieser Seite des Meeres, auf der reichen Seite leben. Damit wir nicht vergessen, dass der Ort, an dem wir geboren werden, darüber entscheidet, ob wir Glück haben oder nicht", erklärt er ARTE dazu.

Alben

Gianmaria Testa - Solo Dal Vivo: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2009 Solo Dal Vivo

Kritik von Giuliano Benassi

"Mobiltelefone, Fotos und Videoaufnahmen sind unerwünscht". (0 Kommentare)

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