Porträt

laut.de-Biographie

Fish

"Mir ist es ein Rätsel, warum mich die Leute andauernd mit Peter Gabriel vergleichen", sagt Derek William Dick alias Fish. Der ehemalige Marillion-Sänger verweist viel lieber auf seinen Songwriter-Kollegen Peter Hamill, wenn es um seine musikalischen Einflüsse geht.

Fish - A Feast Of Consequences
Fish A Feast Of Consequences
Der Ex-Marillion-Sänger findet zurück zu alter Stärke.
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Derek William Dick kommt im Frühjahr 1958 in der Nähe von Edinburgh zur Welt. Bis zum Jahre 1981 lebt der Schotte ein normales, unauffälliges Leben. Derek wird irgendwann von seinen Freunden nur noch Fish genannt, da er nur allzu gerne Stunden in der heimischen Badewanne verbringt. Wenn der gescheiterte Student mal nicht in der Wanne sitzt, dann verdient er sich sein Geld als Forstarbeiter, Tankwart oder Gärtner.

Im Jahr 1981 ändert sich jedoch alles schlagartig, als sich der passionierte Hobby-Sänger der Band Marillion anschließt. Plötzlich zeigt die Erfolgskurve im Leben von Fish steil nach oben und spätestens mit der Veröffentlichung des Welt-Hits "Kayleigh" im Jahr 1985 kennt die halbe Welt das Gesicht des Schotten. Drei Jahre lang hüpft der Sänger von einem roten Teppich zum andern, ehe er die Band Ende 1988 im Streit verlässt.

Bereits wenige Monate nach seinem Bandausstieg präsentiert sich Fish als Solo-Künstler. Zusammen mit Mickey Simmonds (Keyboard), Frank Usher (Gitarre), Robin Boult (Gitarre), Steve Brzezicki (Bass) und Mark Brzezicki (Schlagzeug) schnürt sich der Sänger ein musikalisches Background-Paket zusammen, mit dem er im Herbst 1989 ins Studio marschiert, um sein Solo-Debüt einzuspielen. Das dort entstandene "Vigil In A Wilderness Of Mirrors" begeistert Fans und Kritiker gleichermaßen. Die Verkaufszahlen bleiben dennoch hinter den Erwartungen zurück. Auch der Nachfolger "Internal Exile" spült im Jahr 1991 nur wenig Bares in die Label-Kassen, und so trennen sich kurz darauf die Wege von Fish und der Plattenfirma Polydor.

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Über Krieg, Fußball, Schottlands Unabhängigkeit und 0,0004 Pence pro gespieltem Song.

In der Folge setzt Fish alles auf die DIY-Karte: "Ich bin in meinem Leben so oft von falschen Leuten umgeben gewesen, die nur meine Kohle auf dem Schirm hatten. Darauf hatte ich einfach keine Lust mehr. Also habe ich angefangen, mich selbst um meine Belange zu kümmern", erinnert er sich.

Doch auch mit einem eigenen Label im Hause geht es nur schwerlich voran. Die folgenden acht Alben sorgen lediglich in engsten Fan-Kreisen für stehende Ovationen. Die Aufmerksamkeit des Mainstream-Publikums bleibt ihm jedoch verwehrt. Das stört den Sänger aber nicht weiter: "Ich weine dem Erfolg mit Marillion nicht nach. Ich habe meine kleine treue Fan-Gemeinde, die mein Schaffen mit mir teilt. Alles ist im Lot. Ich probiere mich auch ein bisschen im Schauspielbereich aus und mache hin und wieder etwas fürs Radio. Ich bin glücklich", berichtet Fish 2008.

Die folgenden Jahre verbringt der Schotte viel Zeit auf Tour. Auf nahezu allen Kontinenten spielt er primär reduzierte Akustik-Sets, ehe er sich Ende 2012 wieder auf eine Bandarbeit einlässt. Mit dem Album "A Feast Of Consequences" kehrt Fish im Herbst 2013 wieder zum folkig angehauchten Prog-Rock zurück: "Es ist ein sehr komplexes Album geworden", so der Sänger, der keinen Gedanken daran verschwendet, sich mittelfristig irgendwann einmal zur Ruhe zu setzen. "Die Leute werden noch lange von mir hören. Ich habe noch viele Reserven und große Pläne."

Diese Reserven sind jedoch schneller aufgebraucht, als es Fish lieb gewesen sein dürfte. Zwar kommt sein Album überaus positiv an und bringt den sympathischen Sänger wieder vermehrt ins Gespräch, doch muss er wohl oder übel seinem angeschlagenen Gesundheitszustand Tribut zollen. Das Wegbrechen der Plattenverkäufe desillusioniert den Musiker zudem ebenfalls. Ein Album soll dem fulminanten Comeback noch folgen, dann möchte er sich aus dem Musikbusiness zurückziehen und sich dem Schreiben widmen.

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Grossa (feat. Esa) (Video clip)

1 Kommentar

  • Vor 2 Monaten

    Fish war der Inbegriff von Marillion der 80'er Jahre.
    Die Band Marillion hat sich nach der Trennung von Fish in einer etwas andere Richtung weiter entwickelt.
    Das "Vigil in a Wilderness of Mirrors" von Fish war teilweise noch ähnlich der alten Marillion Alben, danach hat Fish noch einiges veröffetlicht, was nie wirlich schlecht war, mich persönlich aber auch nicht überzeugt hat (Note 2-3).
    Die neue CD "A Feast of Consequences" hat mich aber überzeugt, dass er es noch drauf hat...Sie ist ab­wechs­lungs­reich, tiefgründig aber trotzdem mitreißend und melodisch.