Porträt

laut.de-Biographie

Empress Of

Eigentlich glaubt Lorely Rodriguez wenig an esoterische Annahmen, dennoch ist es die Esoterik, die sie zu ihrem Namen führt: Während einer Tarot-Séance mit ihrem Freund Patrick zieht sie die höchste aller Tarotkarten, The Empress - ihr wird schlagartig bewusst, dass dies ihr Künstlername sein muss. "Deshalb wollte ich das Projekt 'Empress' nennen, aber es gibt schon eine Metalband namens 'Empress'", erzählt sie im Interview mit allstonpudding.com. Dieses Schlüsselerlebnis behandelt übrigens auch ihr Song "Hat Trick".

Empress Of - Me Aktuelles Album
Empress Of Me
Chaos im Kopf, Rhythmus im Blut.

Folglich wird die Tochter honduranischer Eltern zu Empress Of und zieht 2012 die Aufmerksamkeit mit einem Musikprojekt auf Youtube auf sich. Bei "Colorminutes" geht es darum, dass ihre Musik nicht sofort mit etwas in Verbindung gebracht und deshalb (negativ) bewertet wird. Die Idee: Jeden Tag ein Song, eine Minute lang, hinterlegt mit einer Farbe. "Wenn man nur einen simplen Farbblock sieht, identifiziert man die Musik eben nur mit diesem Farbblock", erklärt Lorely.

Zu Beginn ihrer Karriere lebt sie in Brooklyn, New York. Geboren und aufgewachsen ist sie allerdings in L.A., sozialisiert mit Musik aus der Heimat ihrer Eltern, Lateinamerika. Dennoch liegt ihr die Jazz-Musik als Kind am nächsten. Sie erhält ein Stipendium am gefragten Berkley College of Music in Boston und studiert dort Produktion und Tontechnik, bevor sie sich schließlich in New York niederlässt. Freiwillig in den Norden ziehen? Für Empress Of die beste Entscheidung ihres Lebens: "Es herrscht dort ein ganz anderes Tempo, ein bisschen so, als würde man wieder aufs College gehen. Man lernt viel mehr über sich selbst und darüber, was man als Künstler erreichen will. Als ich hierher zog, dachte ich, 'Wow, das ist schon hart hier', aber ich wollte gleichzeitig nirgendwo anders sein."

Das New Yorker Indie Label Terrible Records wird auf ihr Colorminutes-Projekt aufmerksam. Es folgt 2013 eine ganze EP auf dem Label, die den Namen "Systems" trägt. Vier Tracks auf Englisch und Spanisch, die den schon bei "Colorminutes" angedeuteten Synthie-Pop in die Welt hinaus tragen. Kritiker vergleichen sie schon mit Björk oder Grimes, die ebenfalls selbst ihre Texte schreiben und ihre Musik produzieren. Empress Of geht derweil mit Jungle, Kimbra und Florence & The Machine auf Tour oder bespielt Festivals, wie das SXSW.

Dennoch hemmt das urbane Leben in Brooklyn ihre Kreativität. Für ihr Debütalbum "Me" verzieht sich die Sängerin einen Monat lang in ein Häuschen ins mexikanische Valle de Bravo. Man nennt es dort auch 'pueblo mágico' – ein buchstäblich magischer Ort, so malerisch ist das kleine Dorf. Jedoch lebt es sich auch sehr einsam dort am Wasser, weshalb sie leicht paranoid nie ohne ein Messer unterm Kopfkissen schlafen geht. "Wenn man mit sich allein ist, ist man auch zu sehr in der eigenen Psyche", erklärt sie thefader.com. "Ich habe viel über meine eigenen Unsicherheiten gelernt (…) und das kam in den Songs alles zum Vorschein." Daher ist auf "Me" jeder Track verbunden mit einem persönlichen Moment.

Alben

Empress Of - Me: Album-Cover
  • Leserwertung: 3 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2015 Me

Kritik von Kim Lange

Chaos im Kopf, Rhythmus im Blut. (0 Kommentare)

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