Porträt

laut.de-Biographie

Eden

Wer sich einen derart unsuchbaren Künstlernamen verpasst und trotzdem zum Social Media-Star aufsteigen will, hat besser gute Songs in petto. Selbiges darf man definitiv von Jonathon Lei Ming aus Dublin behaupten: Der irische Songwriter startet 2013 unter dem Namen The Eden Project als EDM-Produzent, wechselt aber seit der Umbenennung ins kaum googlebare Alias EDEN zunehmend in Indiepop- und Akustikgefilde.

EDEN kommt 1995 als Jonathon in Irland zur Welt. Schon mit sieben erhält er Unterricht im Geigenspiel und in Musiktheorie. Später bringt er sich selbst Gitarre, Piano und Schlagzeug bei und beginnt, eigene Songs zu schreiben. Ab 2013 veröffentlicht Ming über soziale Medien das Resultat. 2014 erscheint das The Eden Project-Debüt "Kairos". Schon damals weicht der Teenager immer wieder von seinen frühen Electronic Dance Music-Wurzeln ab. Zunehmend setzt The Eden Project statt auf melodischen EDM-Versatz à la Flume auf Mings Stimme.

Im April 2015 gibt der Multiinstrumentalist bekannt, das alte Projekt zu Grabe zu tragen und zukünftig unter dem Pseudonym EDEN aufzutreten. Autotune-Effekte, Klavierspiel und Gitarrenakkorde prägen fortan seinen Sound, der nun zwischen Indie-R&B, symphonischen Synth- und akustischen Dream Pop-Balladen changiert. Thematisch widmet der Ire sich mit viel Sentimentalität den kleinen und großen zwischenzeitlichen Dramen.

"Ich habe gesungen, seit ich denken kann", erinnert sich Ming im Interview. Quasi logisch also, dass der Gesang im Lauf der Jahre an Bedeutung gewinnt. Weniger eindeutig äußert EDEN sich bezüglich musikalischer Wurzeln: "In meiner Jugend habe ich von Skrillex bis Slipknot und Boybands alles Mögliche gehört. Ich kann schwer eingrenzen, was mich hauptsächlich inspiriert hat."

In jedem Fall kommt der gewandelte Ansatz überwältigend gut an. Unter anderem etwa bei Grammy-Gewinnerin Lorde, die EDENs Musik in sozialen Netzwerken bewirbt. Aus einigen wenigen Millionen Soundcloud-Plays werden Abermillionen, als EDEN im August 2015 die Debüt-EP "End Credits" als Gratis-Download veröffentlicht. Außerdem covert Jonathon Lei Ming Beyoncé und Michael Jacksons "Billie Jean" und erreicht so immer größere Hörerschaften.

Folge ist im anschließenden Frühjahr die erste große – und ausverkaufte - Headliner-Tour durch Nordamerika und Europa. Dann folgt die zweite EP "I Think You Think Too Much Of Me" auf seinem eigenen Label MXMXCV, benannt nach seinem Geburtsjahr. Die EP enthält unter anderem neu gemasterte Versionen Indie-akustischer Eden Project-Balladen.

"Ich mache Musik, um meinen eigenen Erfahrungen und der Welt im Allgemeinen Sinn zu verleihen", sagt EDEN dazu lakonisch. Ziemlich understated für einen, der mit Anfang zwanzig schon zum ganz großen Pop-Aufschlag ausholt.

Surftipps

  • MCMXCV

    Offiziell.

    http://mcmxcv.eu
  • Facebook

    Netzwerk.

    https://www.facebook.com/iameden/

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