Porträt

laut.de-Biographie

Dr. Motte

Bis ins Jahr 1989 führte Matthias Roeingh ein relativ unauffälliges Leben. 1960 in Spandau geboren, tingelte er durch die Szene, blieb von 1981 - 1984 bei den "Toten Piloten", einer Berliner Punk-Band hängen, bevor ab 1985 zwei Plattenspieler und ein Mischpult an die Stelle von Gitarre, Bass und Schlagzeug traten. Der DJ Dr. Motte war geboren. Doch die Sache hatte einen Hacken. Die Dance-Szene war Mitte der 80er noch bestenfalls marginal, vom Massenphänomen unserer Tage konnte keine Rede sein. Aber das störte auch nicht weiter schließlich ging es um die Musik und nicht ums große Geld.

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Das änderte sich einige Jahre später grundlegend. Genauer gesagt im Wendejahr 1989, als Dr. Motte und ein paar Acid House-Freunde die kühne Idee hatten, auf dem Kurfürstendamm eine Friedensdemonstration der besonderen Art zu veranstalten. "Friede, Freude, Eierkuchen" war das genial dilettantische Motto der Kundgebung. Vornweg wurde ein Tieflader, voll beladen mit Boxentürmen geschickt, hinter denen sich irgendwo der DJ versteckte. Dahinter sollten die Demonstranten den Kudamm hoch und runter tanzen. 150 Musik- und Tanzbegeisterte folgten dem Aufruf und dürfen sich heute zu Gute halten, bei der ersten Love Parade dabei gewesen zu sein.

Danach war nichts mehr wie zuvor. Elektronische Tanzmusik wurde zur wichtigsten Jugendbewegung der 90er Jahre, die Love Parade zu ihrem Aushängeschild und Megaseller. Derart groß wurde der Ansturm mit der Zeit, dass die Love Parade 1995 zum letzten Mal auf dem Kudamm stattfand. 1997 konnte Dr. Motte dann über eine Million Raver aus aller Welt an der Siegessäule begrüßen. Die Love Parade gehörte nun zu Berlin wie früher die Mauer.

Trotz des Erfolges der Love Parade blieb Dr. Motte der Durchbruch als DJ erspart oder verwehrt je nach Standpunkt. Immer mehr dem Underground zugetan schuf er sich eine Nische in seinem Raveuniversum, wo Techno, Esoterik und seine zur Legende gewordenen Abschlussansprachen bei der Love Parade alle Mosaiksteine des selben Bildes sind.

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Nach zahlreichen Veröffentlichungen auf Sony, Tresor und natürlich Low Spirit gibt Dr. Motte 2001 mit "Monstermix" den Startschuss für sein eigenes Label Proton Records.

Von Love zu Fuck ist es nicht ganz so weit. Unter anderem aufgrund der immer kommerzielleren Ausrichtung der Love Parade wendet sich Motte von selbiger ab und hält seinen traditionellen Redebeitrag 2006 auch auf der Gegenveranstaltung zum Techno Umzug, der Fuck Parade.

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Dr. Motte - Monstermix: Album-Cover
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2001 Monstermix

Kritik von Daniel Straub

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