Porträt

laut.de-Biographie

Doug Jerebine

Jimi Hendrix, Jeff Beck – und Doug Jerebine. Namen, von denen der letzte lange Zeit nur wenigen bekannt war. Dabei verbindet die drei Musiker mehr als nur das Instrument, die Schaffenszeit und der außergewöhnliche Stil.

Jerebine kommt in Tangowahine auf der nördlichen Insel Neuseelands zur Welt. Schon als Kind begeistert er sich für die Gitarre. Als Jugendlicher zieht er in die Hauptstadt Auckland und beginnt eine professionelle Karriere als Musiker, die ihn zunächst zu den Bands The Embers und The Brew führt.

Über Wasser hält er sich aber als Studio- und Begleitmusiker für lokale und internationale Künstler auf der Durchreise. Eine Zeit lang spielt er in der New Zealand Broadcasting Service Band, der Combo des neuseeländischen Staatsfernsehens.

1969 siedelt Jerebine nach London über und nennt sich in Jesse Harper um. Als Teil von Jeff Becks Begleitband reist er in die USA, wird aber nach wenigen Gigs von Ron Wood ersetzt.

In der britischen Hauptstadt bucht er daraufhin ein Studio und nimmt bis auf das Schlagzeug im Alleingang zehn Stücke auf. Ein Band soll auch in die Hände von Jimi Hendrix gelangen, der sich absolut begeistert zeigt und eine Kollabo anstrebt, die jedoch nie realisiert werden soll.

Jerebine begibt sich in die Hände des neuseeländischen Impresarios Dave Hartstone, der einen Kontakt zu Ahmet Ertegun herstellt, dem Verantwortlichen von Atlantic Records. Der Überlieferung nach ist Ertegun vom Hendrix-Klang des Albums angetan, weniger aber vom zwielichtigen Hartstone, weshalb aus einem Vertrag auch nichts wird.

1970 heuert Jerebine bei der Progrock-Combo World Band an, schlägt aber eine Zusammenarbeit mit EMI aus und verzieht sich 1972 als Hare Krishna-Anhänger für die nächsten 20 Jahre nach Indien.

Während er der Welt der professionellen Musik den Rücken kehrt, entwickeln seine Aufnahmen ein Eigenleben. Die neuseeländische Band Human Instinct nimmt 1970 sieben der Stücke auf, 1994 erscheint das Bootleg "Guitar Absolution In The Shade Of The Midnight Sun", das von einer der fünf Vinylpressungen der 69er-Sessions gezogen wurde.

Bei einem Aufenthalt in London hört Jerebine 2002 das Album zum ersten Mal wieder. "Ich dachte, dass die Aufnahmen längst verschollen seien", meint er in einem Interview, und zeigt sich begeistert von der Energie, die sie nach wie vor ausstrahlen.

Setdem ist Jerebine musikalisch wieder tätig, vor allem im Heimatland. 2012 erscheint sein Debüt mit dem Titel "Doug Jerebine Is Jesse Harper" auch offiziell auf dem Londoner Label Drag City.

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