Porträt

laut.de-Biographie

Daniel Martin Moore

Zum Plattenvertrag mit Sup Pop Records kommt der in Cold Springs in Kentucky ansässige Singer/Songwriter auf ganz herkömmlichem Wege: Im Januar 2007 schickt der Gitarrist, Pianist und Sänger seine Homerecording-Aufnahmen auf dem Postweg zu besagtem Label. Deren Verantwortliche zeigen sich begeistert und entschließen sich, den musikalischen Leisetreter zu kontaktieren.

Bis dahin spielt das professionelle Musizieren eine untergeordnete Rolle in Daniels Leben. Stattdessen studiert er Fotografie und arbeitet bei einem Freund in dessen Bed & Breakfast-Hostel in Costa Rica.

Oder er bildet sein politisches Bewusstsein aus und tritt bereits 2006 dem Peace Corps bei, um in Kamerun humanitäre Dienste zu leisten. Der geplante zweijährige Aufenthalt scheitert an einer Krankheit Daniels. Er kehrt vorzeitig in die Staaten zurück und kommt bei seinem Bruder in Minnesota unter, wo er sich schließlich auf die Musik konzentriert.

Sein Debüt-Album "Stray Age" erscheint 2008 und besticht mit schlichtem wie atmosphärischem Folk. Als Co-Produzent und Aufnahmeleiter steht ihm Joe Chiccarelli (The Shins, White Stripes, U2) hilfreich zur Seite, als Mitmusiker gewinnt er den Bassisten Justin Meldal Johnson (Beck, Tori Amos), die Violinistin Petra Haden (Bill Frisell, Beck) und die Gastsängerin Jesca Hoop für sich.

2009 kommt es zu einer Zusammenarbeit mit dem ebenfalls aus Kentucky stammenden Songwriter und Cellisten Ben Sollee, der auf Daniel Martin Moore über die Internet-Plattform MySpace aufmerksam wird. Die beiden verstehen sich nicht nur musikalisch blendend.

Sie setzten sich auch beide für den Naturschutz ein, der sich gegen das "mountaintop removal" (MTR) wendet, eine Gebirgsgestein abtragende Form des Kohleabbaus, die verheerende Folgen mit sich bringt und das Land und die Kultur der Zentral-Appalachen bedroht.

Vor dem Hintergrund dieses geteilten Interesses reift die Idee, eine gemeinsame Platte einzuspielen. Realisiert wird die Kollaboration "Dear Companion" (Sub Pop, 2010) schließlich mit dem ähnlich gesinnten My Morning Jacket-Mastermind Jim James, der den Jungs als Produzent und Musiker unter die Arme greift.

Das tiefe Bewusstsein, die Natur zu schützen und gegen das Vorgehen der lokalen Politiker zu protestieren, liegt Moore am Herzen und spiegelt sich in seiner Musik durchaus wieder. Von einer sich dem Hörer aufdrängenden Penetranz eines Naturschutz-Aktivisten bleibt Moore aber weit entfernt:

"Bei Konzerten versuche ich schon, dieses Thema wenigstens kurz anzusprechen. ... Ich weiß, dass die Menschen meine Konzerte nicht besuchen, um sich eine Predigt anzuhören, aber ich spreche es an und stehe nach der Show jedem zur Verfügung, der mehr darüber wissen will. Weil es eine Schande ist, was da passiert. Es gibt Möglichkeiten des Kohleabbaus mit weniger eklatanten Folgen."

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