laut.de-Kritik

Der nächste Move: Hip Hops Old School rappt zu Dubstep.

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Stromgitarren, Livedrums und Bass haben sich die Hip Hopper aus L.A. bereits erfolgreich einverleibt, und auch mit Roni Size kollaborierten sie schon. Nun ist Dubstep in seiner rauen Partyvariante dran - ein für Cypress Hill durchaus logischer Move. Und was Korn vor kurzem mit Skrillex versuchten, gelingt den Hillers mit dem Briten Rusko schlüssiger.

Überwiegt bei der aktuellen Korn-Platte eher der Eindruck, Skrillex habe produziert und Jonathan Davis einfach drüber gesungen, gehen Rusko und Cypress schlauer vor: Das Dubstep-Vokabular verschmilzt mit den Hill-Trademarks Hip Hop und funky Old School-Vibe stärker zu einer Einheit.

Ein gutes Beispiel hierfür liefert "Roll It, Light It": Im Intro wummst ein Lowrider-Old School-Beat zu den Monster-Techno-Keys aus dem Dubstep-Maschinenpark, danach knallts schön halftime weiter. Auch beim ähnlich aggressiven "Shots Go Off" passt die Fusion: angedeutetes Maschinenpistolenfeuer und Nachladegeräusche im Rhythmusgerüst zu brummenden Elektro-Industrial-Bässen. Beide Nummern vereinen den Cypress-Ansatz mit dem aktuellen Partygenre.

"Lez Go" klingt mit seinen Keys, Bass- und Drumcomputern trotz der unverkennbaren Raps von B-Real und Sen Dog nach Austauschware. Den Abschluss der 5-Track-EP bilden aber zwei tendenziell entspanntere Tracks. Die Dancehall-Dubstep-Variante mit Damian Marley sollte in jedem Sommerbühnenset der Hillers gesetzt sein. Und die funky Uptempo-Nummer "Medicated" lässt im Club dermaßen locker das Tanzbein schwingen, dass man sie fast schon als 'fröhlich' bezeichnen könnte - ein schicker Dancetune.

Rusko produziert nicht nur auf die Zwölf, sondern programmiert seine Sounds auch dynamisch, was die tendenziell metallische Eintönigkeit entschärft. "Jeder Track hat sein eigenes Feel und geht in eine bestimmte Richtung", beurteilt der 27-jährige aus Leeds sein Werk. Das kann man mal so stehen lassen - und wertet die EP musikalisch auf.

Trackliste

  1. 1. Lez Go
  2. 2. Roll It, Light It
  3. 3. Shots Go Off
  4. 4. Can't Keep Me Down (feat. Damian Marley)
  5. 5. Medicated (feat. Young De AKA Demrick)

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14 Kommentare

  • Vor 5 Jahren

    zum album: für mich viel zu aggressiv produzierter dubstep mit zu vielen nebengeräuschen, medicated ist aber echt ganz fett .. würde 2/5 geben

  • Vor 4 Jahren

    Hmm, nur Gemecker (schade), darum hier der Gegenpol: Die EP ist ein ordentliches Brett, insb. "Lez Go" und "Roll It, Light It" sind amtliche Kracher. Aggressiv ist der Sound ohne Zweifel (was man von Dubstep Produktionen dieser Kategorie auch erwarten darf), die meisten Lyrics der Hillers allerdings auch, nicht nur heute - nicht unbedingt für Warmduscher. Wer eher auf Rockbands steht, sollte u.U. die Finger von der EP (und der Tastatur) lassen - Industrial Fans bewerten ja auch keine Heino Platten - nichts für ungut. Wertung: 4/5.

  • Vor 4 Monaten

    Auf jeden Fall nicht schlechter als ihre Nu-Metal-Sachen.