Porträt

laut.de-Biographie

Curren$y

Curren$y ist ein Phänomen, was Arbeitsmoral und Langlebigkeit betrifft. Der in New Orleans geborene Shante Anthony Franklin durchläuft schon früh legendäre Down South-Institutionen wie Master Ps No Limit und Birdmans Cash Money, des Spittas Durchbruch erfolgt aber erst ohne Crew ab 2008. Er droppt über 40 Projekte, unter anderem Kollabo-Alben mit Wiz Khalifa, Albenserien wie "Pilot Talk" und Mixtape-Klassiker wie "Verde Terrace".

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Vor allem in den Jahren 2010 bis 2013 schafft er sich zwischen Mannie Fresh-Drums, Westcoast-G-Funk, Boom Bap und Trap Rap seine Nische: Stoner Rap. Auch wenn Curren$y selbst der Begriff nicht behagt: "Alle Welt will irgendwie verdammten Hasch-Rap machen. Es gibt aber keinen Hasch-Rap, keinen Kiffer- oder Stoner-Rap. Das ist einfach kein Genre. Alle, die vorgeben, einen solchen Sound zu machen, sollten dafür einen Tritt in die Eier bekommen."

Die musikalische Emanzipation erklären in Curren$ys Fall tiefe Verwurzelung im Dirty South und die nachfolgenden Enttäuschungen. Als Teil der 504 Boyz steht der Jungspund neben Choppa, Krazy, T-Bo, Magic, Master P und Silkk The Shocker zwischen 2003 und 2006 in den Reihen des No Limit-Imperiums. Die Chance auf eine Solo-Karriere bekommt er dort jedoch nicht.

Es geht schnurstracks zum nächsten großen Namen in New Orleans: Cash Money Records. Lil Waynes Tochterunternehmen Young Money verpflichtet den ambitionierten jungen Mann und sagt ihm eine große Zukunft voraus. Doch auch hier liegt Curren$ys Debüt "Music 2 Fly 2" auf Eis. Eine Trennung erscheint unvermeidbar.

Curren$y zeigt den Down South-Traditionen die kalte Schulter. Beeindruckender Arbeitswahn und etliche Mixtapes sind die Folge. Auf seinem Free Download-Tape "Fear And Loathing In New Orleans" pickt der Down South-Rapper ohne Skrupel die Instrumentals von "Intergalactic" von den Beastie Boys, The Police' "Roxanne" oder Camp Los "Luchini" und zeigt dabei, dass er sich vom Derrty Derrty-Gewand nicht einzwängen lässt. Sein ungemein lässiger Flow heiligt alle Mittel.

Aus dem ehemaligen No Limit-Soldaten und Cash Money-Millionär wird der neue, oftmals übersehene Held einer - sorry, Curren$y! - Stoner-Rap-Bewegung ohne Küstenkonvention oder dezidierte Verankerung in der Dirty South-Tradition.

Die Flucht vor den Mühlen der Industrie führt direkt in den DIY-Grind. Den Vertrieb übernimmt das Digitallabel Amalgam, auf dem alsbald das Album "This Ain't No Mixtape" erscheint. Die Hip Hop-Journaille hat sich längst auf den Newcomer, der eigentlich keiner ist, eingeschossen.

Curren$y - Canal Street Confidential Aktuelles Album
Curren$y Canal Street Confidential
Tief und langsam, mit 8 Km/h um den Block.

Die Kollaboration mit Wiz Khalifa, "How Fly?", sowie die Mischung aus Album und Mixtape "Jet Files" nicken Blogs und Szene-Postillen zwischen L.A., New York und New Orleans gleichermaßen ab. Curren$ys Siegeszug beginnt.

Zwischen 2010 und 2013 regiert er datpiff und die Jahresbestenlisten. "Pilot Talk", "Covert Coup", "Stoned Immaculate", "Verde Terrace": Sein Output ist gigantisch. Parallel findet Curren$y noch Zeit, sein Label Jet Life Recordings zu gründen und nach und nach Nachwuchskünstler oder alte Weggefährten wie Young Roddy, Street Wiz, Smoke DZA, Corner Boy P, Fiend, Mr. Marcelo, MaryGold,, Le$ und T.Y. unter Vertrag zu nehmen. Auch im Fashion- und Auto-Game mischt Curren$y mit.

Dass die beste Arbeitsmoral trotzdem nicht vor Rückschlägen schützt, erfährt er 2012. Ex-Roc-A-Fella-Manager Damon Dash prellt Curren$y um die Albumeinnahmen von "Pilot Talk I und II" sowie der "Muscle Car Chronicles". Erst im Oktober 2015 bekommt Curren$y gerichtlich Recht und drei Millionen Dollar zugesprochen.

Das alles hindert ihn in der Zwischenzeit jedoch keineswegs daran, weiter Musik in die Welt zu schießen. Fast kein Monat vergeht, ohne dass er oder einer seiner Künstler ein Album auf Mixtape-Seiten, bei iTunes, in Blogs oder auf Amazon stellt. Sein eigenständiger Stoner Rap-Sound bleibt über Jahre hinweg relevant.

Ende 2015 probiert sich Curren$y an einer weiteren Sound-Entwicklung: Stoner Rap auf Trap-Beats der 808 Mafia. Alles scheint möglich, wenn der Atem lang genug ist.

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