Porträt

laut.de-Biographie

Coralie Clément

"Tanze Samba mit mir, Samba Samba die ganze Nacht", schmachtete Tony Holiday im Jahr 1977. Im Gegensatz zu dem Schlagersänger im biederen Strickpulli musste sich Coralie Clément nicht großartig verstellen, um ihren Pop-Kompositionen ein wenig südamerikanischen Flair zu verleihen. Als die 1982 in Villefranche-sur-Saone, nördlich von Lyon geborene Sängerin mit ihrem Debütalbum "Salle Des Pas Perdus" (2001) der Welt den Kopf verdreht, hat sie sich bereits jahrelang mit Bossanova-Pop beschäftigt.

Maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt ist ihr Bruder Benjamin Biolay, der nicht nur früh die Platten von Serge Gainsbourg, Jane Birkin und Francoise Hardy auf seine Anlage wirft, sondern später auch als Produzent seines Schwesterchens fungiert. Zunächst geht Coralies Entwicklung jedoch den Gang eines hochbegabten Musikersprösslings. Der Legende nach kann sie bereits als Dreijährige sämtliche Instrumente eines Orchesters mit Namen zuordnen und folgt schon zwei Jahre später dem verlockenden Ruf der Violine.

Als Jugendliche lauscht sie neben den Beatles vornehmlich French Pop-Interpreten der 60s, denkt aber auch nach dem Durchbruch ihres Bruders als Singer/Songwriter um 1999/2000 nicht daran, selbst als Sängerin aktiv zu werden. Doch sie ist unheimlich stolz auf ihren großen Bruder, reist auch mal zu Konzerten mit und beginnt schließlich, Benjamins Lieder im stillen Kämmerlein neu zu interpretieren. Als Bruderherz dahinter kommt und in der zarten Intonation Coralies neue Facetten an seinen Songs entdeckt, überredet er sie flugs zur gemeinsamen Session.

In Frankreich bricht das 2001 veröffentlichte Werk "Salle Des Pas Perdus" schnell Erfolgsrekorde, woraufhin bald auch der Markt in Deutschland (2004) und Amerika bedient wird. Im Radio rotieren die Single-Auskopplungen "L'ombre et la lumière" und "Ca valait la peine". So bezaubernd ihr federleichter Bossanova-Pop und ihr Bardot-haftes Schmachten auch wirkte, die Ruhepause auf alten Lorbeeren ist Coralie Cléments Sache offenbar nicht.

2005 erscheint das Zweitwerk "Bye Bye Beauté", auf dem höchstens noch ihre Stimme als Erkennungsmerkmal alter Tage dient. Neben der Tatsache, dass sich die Französin nun auf die englische Sprache konzentriert, liefert sie ein Album voller sparsam instrumentierter und nicht selten düsterer Rocksongs ab. Ausschlaggebend für diese stilistische Veränderung sei nach Angaben Cléments in erster Linie Nada Surf-Bassist und enger Freund Daniel Lorca, der sie in dieser Hinsicht bestärkte, und zur Belohnung auch auf dem Song "Mais Pourtant" mit von der Partie ist.

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