Porträt

laut.de-Biographie

Cold Specks

Wer mit so unterschiedlichen Künstlern wie Moby, den Swans oder dem Jazzmusiker Ambrose Akinmusire zusammenarbeitet und darüber hinaus auf dem 70. Geburtstag von Joni Mitchell singen darf, der hat wohl etwas Besonderes an sich. Im Falle von Al Spx, der Frontfrau der Cold Specks, ist es ihr Gesang: Das Debüt "I Predict A Graceful Expulsion" braucht 2012 nicht viel mehr als ihre von Soul und Gospel beeinflussten Gesangsmelodien, um Presse und Kollegen umzuhauen.

Cold Specks - Neuroplasticity Aktuelles Album
Cold Specks Neuroplasticity
Die Beschreibung Doom-Soul greift mittlerweile zu kurz.

Hinter dem Pseudonym Al Spx steckt eine kanadische Sängerin, die Ende der 80er Jahre in Etobicoke, einem Stadtteil Torontos, das Licht der Welt erblickt. Ihren richtigen Namen hält sie geheim aus Rücksicht auf ihre sehr religiösen Eltern, die am Anfang nichts von ihrem Lebenswandel halten. Auch ansonsten hält sich Spx sehr bedeckt, was biografische Daten betrifft. Immerhin erzählt sie in einem Gespräch mit dem Interview Magazine von den Anfängen ihrer Musikkarriere:

"Ich habe die Schule geschmissen und hatte es meinen Eltern noch nicht erzählt. (…) Zu der Zeit habe ich einem Freund ein paar meiner Songs gegeben. Der hat sie seinem Bruder weitergegeben, der zufällig ein Produzent war. Vor seinem Anruf hatte ich noch nicht einmal daran gedacht, ein Album aufzunehmen, geschweige denn alleine nach Großbritannien zu reisen und eine Band zu gründen."

Genau das tut die Kanadierin aber, als sie mit ihre neu zusammengestellten Begleitband 2011 in London beginnt, "I Predict A Graceful Expulsion" aufzunehmen. Und das Glück bleibt auf ihrer Seite: Ein Produzent der Show "Later With Jools Holland" sieht einen Auftritt der Gruppe und lädt sie ein, in der Sendung zu spielen. Ihre erste Single "Holland", die Cold Specks dort vorstellen, erweckt dann auch die Aufmerksamkeit eines Indie-Labels, das sie Anfang 2012 unter Vertrag nimmt.

Nach den Lorbeeren, u.a. eine Nominierung für den kanadischen Polaris Prize, für ihr Debüt und ersten Kollaborationen zieht sich Al Spx im Winter desselben Jahres auf ein Cottage in Wick, einem Ort im britischen Somerset, zurück, um an ihrem zweiten Album "Neuroplasticity" zu arbeiten. Mit drei Songs im Gepäck verlässt sie nach einigen kalten Monaten den UK und kehrt nach Kanada zurück, um die Platte abzuschließen. Unterstützung erhält sie unter anderem von früheren Kollaborateuren: Michael Gira von den Swans liefert Backing Vocals, Ambrose Akinmusire sorgt mit seiner Trompete für kleine Ausflüge in den Jazz.

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  • 20 Okt
    Genf
    La Gravière

Am meisten dürfte Spx an ihren Erfolgen vielleicht freuen, dass sie sich mittlerweile wieder mit ihren Eltern ausgesöhnt hat. Im Interview Magazine sagt sie:

"Auf mich wurde viel Druck ausgeübt: Ich sollte eine Ärztin oder Anwältin werden. Meine Eltern kommen jetzt manchmal zu Shows. Es ist alles im Lot."

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Fr 20.10.2017 Genf (La Gravière)

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