Porträt

laut.de-Biographie

Chris Duarte

Beheimatet ist Chris Duarte im Blues, doch kennt der Gitarrist keine Berührungsängste. "Du musst ein Individuum sein, um dich von der Menge abzuheben. Technik alleine reicht nicht, du musst auch eine eigene Stimme besitzen. Ich beschäftige mich mit Jazz und anderen Musikrichtungen. In mir stecken viele Stimmen, denen ich Gehör verschaffen will, vor allem auf der Bühne. Ich zwinge mich dazu, ständig besser zu spielen", charakterisiert er sich 2007 in einem Interview.

Duarte kommt 1963 in San Antonio, Texas auf die Welt. "Im selben Jahr wie seine Fender Stratocaster", ist auf seiner MySpace-Seite zu erfahren. Mit vierzehn beginnt er, Gitarre zu spielen, mit siebzehn zieht er nach Austin und tritt einer Jazz-Band bei. Obwohl er als seine größten Vorbilder John Coltrane und John McLaughlin nennt, ist die Musikrichtung nicht wirklich sein Ding. In den 80er Jahren pendelt er zwischen Arbeitsamt und der Bühne als Mitglied verschiedener Bands. Am Ende des Jahrzehnts ist Duarte heroinsüchtig und hat fast alle Gitarren einem Pfandhaus überlassen.

Er rafft sich wieder auf und gründet 1991 die Chris Duarte Group. Er übernimmt das Mikrophon, an seiner Seite spielen John Jordan (Bass) und Jeff Hodges (Schlagzeug). Ihr Debüt "Texas Sugar/Strat Magik" erscheint 1994 und schlägt hohe Wellen – viele Zuhörer sehen im Gitarristen einen würdigen Nachfolger des verstorbenen Stevie Ray Vaughan. Mit Kritikerlob und über 100.000 verkauften Exemplaren im Rücken begibt sich die Group auf eine Tour, die bis heute andauert - bis zu 300 Auftritten sind im Jahr drin.

Eher mager sieht es dagegen auf der diskographischen Seite aus. Der Zweitling "Tailspin Headwhack" (1997) enthält zwar die Single "Cleopatra", die einen Achtungserfolg erreicht, doch das Album besiegelt Duartes Abschied vom "reinen" Blues, was viele seiner Fans und auch sein Label verärgert. 1990 verlässt ihn auch sein langjähriger Begleiter Jordan. Seitdem setzt Duarte seine Band immer wieder neu zusammen.

Auf "Love Is Greater Than Me" (2000) und "Romp" (2003) flechtet er Funk- und Hip Hop-Elemente in seine Stücke ein. Auf "Blue Velocity" (2007) besinnt er sich wieder seinen bluesigen Wurzeln. Das Album, mit Joseph Patrick Moore am Bass und Jeff Reilly am Schlagzeug, erscheint Ende Juli 2007.

Vergleiche mit Vaughan scheut Duarte dabei nicht. "Ich vertraue meinem Können. Ich habe nichts dagegen, mit Stevie Ray Vaughan verglichen zu werden, weil sich die Leute so an mich erinnern. Ich finde das nicht enttäuschend, möchte aber selbst nicht enttäuschen. Die Leute sollen nicht zu meinen Konzerten kommen und einen Vaughan-Klon erwarten, der nur Blues spielt. Ich liebe den Blues, möchte mich aber nicht auf ihn beschränken", erklärt er. Eines ist sicher: Den Besuchern seiner Auftritte bietet die Chris Duarte Group eine explosive Show.

Alben

Videos

Video Video wird geladen ...

Noch keine Kommentare