Porträt

laut.de-Biographie

Céline Rudolph

"Vorsicht: macht süchtig", lautet Till Brönners Urteil über ihr 2007er-Album "Brazaventure". Auf dem Nachfolger "Metamorflores" (2009) greift er deshalb selbst zum Horn und legt sich, gemeinsam mit Gastperkussionist Naná Vasconcelos, für Céline Rudolph ins Zeug.

Bereits mit der Muttermilch ihrer französischen Mami saugt sie Chansons und Valses-Musettes auf. Das Gespür für brasilianische und afroamerikanische Musik legt ihr der Vater die Wiege. Mit zwölf verfasst sie in Berlin, wo sie 1969 geboren wird und ihre Kindheit und Jugend verbringt, die ersten Songs.

Ihre Twenties vertrödelt Céline Rudolph zunächst mit einem Rhetorik- und Philosophiestudium, bevor sie 1990 ihre erste Band Out Of Print gründet. Zwei Alben werden eingespielt und auf den dazugehörigen Tourneen erste Auslandserfahrungen gesammelt. Schnell erkennt Rudolph jedoch, dass ihre Leidenschaft für Musik stärker ist, als die für Philosophie und Debattierkunst.

Von 1991 bis 1997 studiert sie deshalb Jazzgesang und Komposition an der Hochschule der Künste in Berlin, seit 2003 leitet sie an der Carl Maria von Weber-Hochschule für Musik in Dresden als Professorin die Jazz-, Rock- und Pop-Gesangsabteilung. Nebendessen bespielt sie zahlreiche Festivalbühnen und bringt sich mit Radio- und TV-Produktionen ins Gespräch.

1995 inhaliert sie während eines Studienaufenthalts in Westafrika die Trommelkunst des afrikanische Perkussionisten Famoudou Konaté, bei dem sie sich ein Jahr in die Lehre begibt. Im selben Jahr ist sie auch für Peter Herbolzheimers Jazz-Nachwuchsschmiede, das Bundesjugendjazzorchester, tätig.

Doch damit nicht genug. Céline Rudolphs vielseitige Neugierde will in verschiedensten künstlerischen Landschaften Auslauf finden. 2001 gewinnt sie mit Mosaiq, einem Avantgarde-Projekt, in dem sie "intensiv an eigenen musikalischen Formen" arbeitet.

Ihre Leidenschaft für Stimmimprovisationen teilt sie in vokalen Begegnungen mit Bobby McFerrin, Gabriele Hasler, Lauren Newton und Britta-Ann Flechsenhar (Flexkögl). Ihre Open-Mindness führt sie zu Kooperationen mit dem international etablierten Jazzbassisten Gary Peacock ("Berlin" 1999), dem Miles Davis-erprobten Altsaxophonisten Lee Konitz, dem französischen Avantgarde-Gitarristen Marc Ducret oder dem aufstrebenden Jazztrompeter Dusko Goykovich ("Samba Tzigane" 2006).

Auf ihre eigenen Alben packt sie neben Selbstkomponiertem auch Material aus fremder Feder. Auf "Brazaventure" wendet sie sich u.a. John Coltranes "Naima" zu und dreht MC Solaars Rap-Klassiker "Victime De La Mode" durch den Wolf. Zwei Jahre später müssen auf "Metamorflores" die Beatles-Songs "Here Comes The Sun" und "Norwegian Wood" dran glauben - als Belohnung wartet 2010 der Jazz-Echo. Für "Salvador" kooperiert sie ausschließlich mit dem Bossanova-Pionier Henri Salvador.

In all diesen unterschiedlichen Umgebungen schillern die Farben ihrer künstlerischen Ausdruckspalette in voller Pracht. Jazz, Pop und Avantgarde sind ihre bevorzugten Spielplätze und in ihrem musikalischen Sandkasten hat sie immer ethnisches Sandelzeug zur Hand, mit dem sie ihre Burgen mal mehr in afrikanischen, mal mehr in brasilianischen Umgebungen erbaut.

"Ich gebe mich ganz hin und werde durchlässig, werde ganz Körper, ganz Seele. Der Körper ist Schwingung, die Schwingung ist Ewigkeit und Glück. Keine Fragen, keine Antworten."

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Céline Rudolph "Metamorflores"

"Metamorflores", Céline Rudolph | © Enja Records (Fotograf: ) "Metamorflores", Céline Rudolph | © Enja Records (Fotograf: ) "Metamorflores", Céline Rudolph | © ann weitz (Fotograf: ) "Metamorflores", Céline Rudolph | © Enja Records (Fotograf: ) "Metamorflores", Céline Rudolph | © Enja Records (Fotograf: ) "Metamorflores", Céline Rudolph | © Enja Records (Fotograf: ) "Metamorflores", Céline Rudolph | © ann weitz (Fotograf: ) "Metamorflores", Céline Rudolph | © Enja Records (Fotograf: )

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