Porträt

laut.de-Biographie

Built To Spill

Als Sänger und Gitarrist veröffentlichte Doug Martsch, der aus dem kleinen Nest Boise in Idaho stammt, drei Alben zusammen mit den Treepeople, bevor er Built To Spill gründet. Als ideenreicher Kopf und Songwriter wird Martsch im Zuge des Erfolgs dieser neuen Band in den Neunziger Jahren schnell zu einem der bedeutendsten Köpfe der amerikanischen Indie-Szene.

Built To Spills Debütalbum "Ultimate Alternative Wavers" nimmt die Band im Studio eines Freundes zu den unmöglichsten Uhrzeiten auf. 1993 veröffentlicht das Label C/Z das Werk, bevor Doug für den Nachfolger zu Up! Records wechselt.

Zu dieser Zeit wechselt auch die Besetzung an Bass und Schlagzeug ständig. Freunde, Bekannte und Profimusiker helfen ihm "There's Nothing Wrong With Love" einzuspielen und damit zu touren. Jedes Mal, wenn sie daheim angelangt sind, dreht sich das Besetzungskarussell von neuem.

Martsch lernt die Band Caustic Resin kennen und beschließt, mit ihr einen Beitrag für den "Red Hot + Bothered" Sampler einzuspielen. Sie geben ein paar Shows zusammen und nehmen eine EP auf.

Inmitten all dieser Aktivitäten unterschreibt Doug einen Vertrag mit Warner Bros. Zuerst will er das Album im Alleingang aufnehmen, merkt dann aber, dass er Unterstützung benötigt. Zum Glück kennt der Freund eines Freundes einen guten Drummer namens Scott Plouf und mit Bassist Brett Nelson hat Martsch schon in den 80ern zusammengearbeitet.

Brett, Scott und Doug nehmen "Perfect From Now On" auf. Es wird ein Riesenerfolg. Kritiker begeistern sich für diesen seltsamen Mischsound aus einem die Gitarre malträtierenden Neil Young, Offbeatmelodien und - was viel zu selten beachtet wird - hervorragenden Texten.

Warner bietet die Vertragsverlängerung an, und zum ersten Mal ändert sich nichts an der Konstellation von Built To Spill. Mit ihrem Album "Keep It Like A Secret" führen die drei konsequent weiter, was sie mit "Perfect From Now On" begannen. Das unkonventionelle Songwriting, die wirbelnden Gitarren und Dougs Stimme machen den Built To Spill-Sound unverwechselbar. Kritiker erklären die Band zu den Rettern des Indie-Rock. Ihr Einfluss auf die Musikszene wächst.

Das bestätigt nach zweijähriger Studioabstinenz auch das 2001 erscheinende Album "Ancient Melodies Of The Future". Die Band experimentiert darauf zwar mit Orgeln, Keyboards und Produktionsmitteln, verliert aber nicht den "markenrechtlich patentierten" Sound.

Für viele Fans unverständlich ist aber, dass sie sich nicht zu einer Europatour aufraffen. In einem Interview sagt Martsch: "Tja, Mann, es gibt doch nichts Schöneres, als bei diesem herrlichen Wetter auf der Veranda zu sitzen oder sich ein bisschen sportlich zu betätigen. Das ist einer der Gründe, warum ich mein Zuhause so ungern verlasse." Am 10. September 2002 bringt Doug Martsch ein von Country-Blues inspiriertes Solo-Album in die Läden. Danach ist erst mal wieder Ruhe angesagt.

Ganze vier Jahre ziehen ins Land bis man überraschend wieder von ihm hört. Und dann auch noch in Form von Built To Spill, der Band, die für viele schon längst als aufgelöst bzw. verschollen galt. Zusammen mit seinen alten Mitstreitern Jim Roth, Brett Nelson, Scott Plouf (und einiger Hilfe von Brett Netson) reanimiert Martsch seine Band und knüpft wieder an alte Stärke an. Obwohl es nach der langen Pause bei den ersten Jams angeblich nicht klar war, in welche Richtung die Musik von Built To Spill nun gehen soll, hat sich nicht wirklich viel geändert.

Gewohnt episch, laut und hochverspielt beschenkt die Band ihre Fans im April 2006 mit dem selbst produzierten Album "You In Reverse", das ebenso wie "There Is No Enemy" (2009) in Deutschland nur als Import erhältlich ist. Beide Scheiben versprechen einige der besten Momente in der Bandgeschichte. Das hätte man nach einer so langen Zeit nicht unbedingt für möglich gehalten.

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