Porträt

laut.de-Biographie

Buena Vista Social Club

Wim Wenders' Film "Buena Vista Social Club" verschafft der traditionellen, kubanischen Musik Ende der Neunziger einen neuen Höhenflug. Die rhythmischen Tanzlieder und melancholischen Balladen einer wieder belebten Musiker-Truppe um Ibrahim Ferrer (1927−2005), Gitarrist und Klarinettist Compay Segundo, Omara Portuondo (Gesang), Eliades Ochoa (Gesang, Gitarre), Bassist Orlando "Cachaito" Lopez und Pianist Rubén González vom gleichnamigen Soundtrack werden weltberühmt.

Der Film, der 2000 einen Academy Award ergattert, zeigt Sessions mit einigen vor Jahrzehnten bekannten, kubanischen Musikern, zwei Konzerte des Ensembles in Amsterdam und New York (Letzteres wird 2008 unter dem Titel "At Carnegie Hall" getrennt veröffentlicht) und zeichnet zudem in lebendigen Porträts die Jugend der einzelnen Protagonisten nach. Im Zuge des Filmerfolgs verkauft sich auch das dazugehörige Album weltweit millionenfach und erhält obendrein eine Grammy-Auszeichnung.

1996 beginnt die Erfolgsstory dagegen recht unspektakulär: Die Blues-Legende Ry Cooder reist nach Kuba mit dem Ziel, lange vergessene Musiker aufzuspüren, deren Karrieren seit Fidel Castros Revolution (1958) brach liegen. Bald hat der US-Musiker seine betagten Jungs gefunden und bittet die Kubaner in Havanna ins Egrem Studio. In nur sechs Tagen ist der kubanische Reigen eingespielt.

Vor allem dank Wenders' Film, der nach einem Insider-Club in der Zeit vor Castro benannt ist, kennen zwei Jahre später auch zahlreiche Europäer den Buena Vista Social Club, der sich mit der sogenannten 'Son'-Musik (dem Vorläufer des Salsa), Danzón, Bolero, Guajira, Tumbao, Criolla und amerikanisch beeinflussten Blues-Balladen in ihre Herzen spielt. Der Film dokumentiert auch die Studio-Sessions zu Ferrers Solo-Album 1998, der wie einige seiner Kollegen in der Folge eine Solo-Karriere in Angriff nimmt.

Schon zwei Jahre zuvor hatte der 1927 geborene Ferrer, dessen Karriere bereits mit 14 Jahren begann, ein Album mit den Afro-Cuban All Stars veröffentlicht. Bis dahin war er seit 1980 von der musikalischen Bildfläche verschwunden gewesen. 2005 stirbt Ibrahim Ferrer im Alter von 78 Jahren in Havanna.

Bei den All Stars spielt auch Ruben González (1920 - 2003), der seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen jedoch lange Zeit ruhen lässt. Als in den Dreißigern ausgebildeter Pianist veröffentlicht er 78-jährig auf Cooders Label sein Debut-Album.

Der 1907 geborene Segundo erfindet im Alter von 21 Jahren die "Armónico", eine spezielle Gitarre mit einer zusätzlichen Saite, um den traditionellen Stil der kubanischen "Tres"-Gitarre noch besser zur Geltung bringen. 1942 gründet er mit Lorenzo Hierrezuelo das Duo Los Compadres.

Nach jahrelangem Darben als Zigarren-Roller kehrt er Ende der Achtziger zur Musik zurück. Segundo stirbt im Juli 2003 im Alter von 95 Jahren an den Folgen eines Nierenleidens, Bassist Lopez 2009 an den Folgen einer Prostata-Operation.

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