Porträt

laut.de-Biographie

Bill Haley

Den Urknall des Rock'n' Roll zündet ein nicht mehr ganz junger Herr mit unverwechselbarer Schmalztolle: 1955 erobert der Song "Rock Around The Clock" aus dem Film "Blackboard Jungle" (dt.: "Saat Der Gewalt") die Welt und ebnet den Weg für Künstler wie Elvis Presley, Jerry Lee Lewis oder Eddie Cochran.

Der eigentliche Rock'n'Roll entwickelt sich vor allem aus den Einflüssen farbiger US-Amerikaner. William John Clifton Haley kommt am 06. Juli 1925 im US-amerikanischen Highland Park, Michigan zur Welt. Musik begleitet ihn von Geburt an, denn Bill wächst in einer ausgesprochen musischen Familie auf.

Beide Elternteile spielen selbst Instrumente (Klavier, Banjo), der heranwachsende Junge begeistert sich für uramerikanische Spielarten wie Country und Hillbilly. Einen schweren gesundheitlichen Schaden trägt Bill im Alter von vier Jahren davon: bei einer Operation büßt er das linke Augenlicht ein.

Unverdrossen arbeitet er an seinem Traum, als Berufsmusiker zu arbeiten. Bereits mit 15 stellt sich Bill auf eigene Beine. Er schließt sich als Gitarrist der Gruppe Cousin Lee And His Band an, und sammelt in den Folgejahren Erfahrungen als Solist, Mitglied weiterer Bands und Radio-Künstler. Sogar als Jodel-Interpret macht sich Haley in den Vierzigern einen Namen.

Zu Beginn der Fünfziger Jahre halten verstärkt Einflüsse des Rhythm And Blues Einzug in das musikalische Repertoire des Künstlers. Zusammen mit seiner Band Saddlemen entsteht ein beim Publikum großen Anklang findendes Gebräu aus schwarzen Sounds, Country, Hillbilly und Pop. Der Oberbegriff "Nothern Band Style" macht die Runde.

1952 benennen sich die Musiker um - und arbeiten fortan als Bill Haley & His Comets. Mit ihrem 1955 erscheinenden Album "Shake, Rattle And Roll" belegen sie Rang fünf der Billboard-Charts. Der Titel-Track erweist sich dank einer Single-Auskopplung 1954 als Smash-Hit, und sichert landesweite Aufmerksamkeit. Der Song "See You Later Alligator" schwimmt 1955 weiter auf der Erfolgswelle. Der entgültige Durchbruch gelingt im selben Jahr mit einer überarbeiteten Fassung des bereits 1954 eingespielten Tracks "Rock Around The Clock". Passend zum Band-Namen schlägt diese Nummer weltweit kometengleich ein, und sichert sich überall vorderste Charts-Positionen.

Weitere Single-Hits gelingen Haley und seinen Mitstreitern u. a. mit "Razzle Dazzle" und "Rip It Up". Doch bereits in den Tagen des größten Erfolgs beginnt der allmähliche Niedergang -ausgerechnet durch die Geister, er rief. Ermutigt durch seinen Erfolg mit schwarzen Sounds schießen überall in Amerika junge Künstler empor, die dem Wegbereiter das Wasser abgraben wollen. Mit einem von ihnen ist Haley 1955 sogar gemeinsam auf Tour: Elvis Presley lautet der Name eines jungen Mannes, der sich in der Folgezeit zum größten Star der Rock'n'Roll-Ära entwickelt.

Bill bleibt weiterhin ordentlich im Geschäft - doch dem ganz jungen Publikum erscheint er allmählich als zu bieder. Ganz anders verhält es sich in Europa, wo er 1958 eine Tournee startet. Dort haftet ihm, besonders durch tendenziöse Presse-Vorverurteilungen, der Ruf eines Krawallmachers an. Im Spanien des Diktators Franco erhält die Band Auftrittsverbot.

Auch Deutschland ist in Aufruhr: Haleys Musik verleite angeblich die sogenannten "Halbstarken" zu Angriffen auf Gesetz und Ordnung. Im Berliner Sportpalast kommt es zu einem bislang nie dagewesenen Skandal: durch die Randale von Jugendlichen wird das Konzert abgebrochen, zurück bleiben ein zerstörter Saal und rund 50.000 DM Sachschaden.

Bei Haleys Rückkehr auf deutsche Bühnen 1962 geht es weit gesitteter zu - der Rock'n'Roll selbst hat in den Jahren viel seines einstigen Feuers verloren, und inzwischen stehen Bands wie The Beatles und Rolling Stones bei den heranwachsenden Musik-Fans weit höher im Kurs. Gegen Ende der sechziger Jahre bestreiten Haley und die Comets vorwiegend Auftritte im Rahmen von Revival-Shows. Das letzte in der alten Besetzung findet am 5. August 1972 im Londoner Wembley-Stadion statt, zusammen mit anderen Größen alter Tage wie Chuck Berry und Bo Diddley.

1979 erhält Haley im Rahmen einer Royal Command Performance eine persönliche Auszeichnung von Englands Königin Elizabeth II. Noch immer voller Schaffensdrang, macht er sich an die Planung weiterer Tourneen, leidet dabei aber immer stärker an einem nicht operablen Hirntumor. Am 9. Februar 1981 verstirbt Haley an seiner schweren Krankheit daheim in Harlingen, Texas. Seine Aufnahme in die berühmte Rock'n'Roll Hall Of Fame erfolgt posthum 1987.

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