Porträt

laut.de-Biographie

Bastian

Seymour Bits, Fatima Yamaha, Gifted, Bastian ... Bas Bron besitzt einen reichen Fundus an Decknamen. Zudem ist der Niederländer unter verschiedenen Pseudonymen als Rapper aktiv und bildet gemeinsam mit Drummer Rimer Veeman das Elektrofunk-Duo Comtron. Von Amsterdam aus investiert Bas Bron seine Energien in Komposition und Produktion vorwiegend elektronischer Musik.

Lange bevor er als Bastian mit "You've Got My Love" einen Hit landet, der später noch für Schlagzeilen sorgen soll, mischt Bron den niederländischen Untergrund auf. Seine EP "Positive Contact" erscheint bereits 1998. Das später gelegentlich zu neuem Leben erweckte Projekt läuft unter dem Decknamen Gifted.

2001 liefert Bron, diesmal wieder Bastian, ein Debütalbum ab, das es in sich hat: Elektrofunk und -pop von "Ready" verleiben sich zahlreiche Bestandteile des guten alten und weithin wohlvertraut quäkenden C64-Sounds ein.

Genau das sorgt für einigen Wirbel: Auch für "You've Got My Love" bediente sich Bastian bei Melodien aus einem Computerspiel. Die Originalautoren klagen gegen deren unautorisierte Verwendung und bekommen Recht. Der Fall wird bei späteren ähnlichen Fällen häufig zum Vergleich heran gezogen. Die Idee zum Video allerdings ist nirgends entlehnt: Tanzende Mädels tragen quasi den kompletten Song auf T-Shirts gedruckt auf ihren Oberweiten zur Schau.

Zwei Jahre gehen ins Land, bis mit "It's A Downhill From Here" das nächste Bastian-Album erscheint. Die Single "Downers" ist als einer der ersten Tracks frei im Netz verfügbar. Bas Bron dreht in der Zwischenzeit keineswegs Däumchen, sondern zieht 2002 erneut Gifted aus der Mottenkiste und legt ein Album in voller Länge nach: "Held Back Their Inferior Technology".

Im gleichen Jahr tut er sich mit Rimer Veeman zusammen. Auf der Homepage dieser Unternehmung heißt es: "Die in Amsterdam beheimatete Comtron Group wurde gegründet, um die Menschen vor den finsteren Machenschaften der Industrie zu warnen." Das Duo verpackt seine Botschaft in schweren, basslastigen Elektrofunk. In der Folgezeit veröffentlichen Comtron zwei 12"es und 2007 den Longplayer "Follow The Money".

Bas Bron scheint alles daran zu setzen, mit Hilfe möglichst vieler Aliase seine Arbeitswut zu verschleiern. Sein "A Girl Between Two Worlds" erscheint 2004 unter dem Namen Fatima Yamaha. Im gleichen Jahr schlägt er ein neues Kapitel auf. Bas Bron kreiert die Fake-Identität des 23-Jährigen Programmierers Seymour Jackson, für den er sogar eine vollständige Biografie ersinnt. Als Seymour Bits absolviert er zahlreiche Live-Auftritte und präsentiert 2006 nach zwei EPs ein Album mit dem bezeichnenden Titel "The Booty Pop Phantom".

Seit 2005 betreibt Bas Bron sein eigenes Label Magnetron Music. Auch damit nicht ausgelastet, wird vier Jahre nach dessen letzter Veröffentlichung wieder der Bastian von der Kette gelassen. Live immer eher ein Bandprojekt denn eine Solo-Geschichte, spielt Bastian sein neues Album "IV" gemeinsam mit einer 10-köpfigen Combo ein. Mit unüberhörbaren Anleihen aus P-Funk und Rock macht er hier keine Gefangenen. Im Gegenteil: Bastian feuert die Disco-Kugeln gleich aus der Stalinorgel ab.

Alben

Bastian - IV: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2008 IV

Kritik von Dani Fromm

Discokugeln aus der Stalinorgel. (0 Kommentare)

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