Porträt

laut.de-Biographie

Anthony Shakir

Seinen Platz in der Techno-Geschichte verdient sich Anthony Shakir mit seinem Beitrag zur wichtigen Compilation "Techno: The New Dance Sound of Detroit", mit der Virgin Records 1988 elektronische Tanzmusik aus Motorcity in Europa bekannt macht. Damit tritt man eine der gewaltigsten musikalischen Weiterentwicklungen der Popmusik los.

Für seinen Track verwendet Shakir das Pseudonym Sequence 10, unter dem er in den folgenden Jahren immer wieder Stücke veröffentlicht, genauso wie unter seinem zweiten Alias Da Sampla.

Anthony Shakir betätigt sich seit 1981 als Produzent und ist maßgeblich an den ersten Techno-Tracks aus Detroit beteiligt. Er arbeitet eng mit Juan Atkins zusammen, sitzt bei vielen frühen Techno-Produktionen als Toningenieur im Metroplex-Studio, sitzt im Management des Labels und hält als A&R nach neuen Talenten Ausschau.

Außerdem geht er weiteren aufstrebenden Produzenten wie Derrick May und Carl Craig zur Hand. Er selbst bleibt mit seinen Tracks jedoch stets im Hintergrund. Das bringt im später den nicht ganz ernst gemeinten Spitznamen Hausmeister von Metroplex ein.

Gleichwohl erarbeitet sich Anthony Shakir mit seinen Releases auf Kevin Saundersons KMS Label und den zahlreichen stilistisch vielfältigen Veröffentlichungen auf seinem eigenen Imprint Frictional Recordings während der 90er Jahre den Ruf eines der wegweisenden Detroit-Techno-Produzenten.

Shakir verweigert sich jedoch einer allzu engen Definition von Techno und öffnet seine Tracks immer wieder für andere Genres wie Hip Hop, Funk, Soul und Electro.

2000 diagnostizieren Ärzte bei Anthony Shakir die chronische Nervenkrankheit Multiple Sklerose und geben ihm nur noch wenig Zeit. Dennoch arbeitet er weiter als Produzent und veröffentlicht bis 2005 drei Maxis. Je eine erscheint auf DJ Hells Gigolo Records und Daniel Bells 7th City Label.

Danach nimmt sich Shakir eine Auszeit. Auf weitere Releases warten seine Fans vergebens. Er kauft sich in den folgenden Jahren zahlreiche neue Gerätschaften, mit den er sein Studio auf den neuesten Stand bringt.

"Ich dachte damals, dass ich mein Studio aufrüsten müsste, um mit den aktuellen Produktionen mithalten zu können. Als nächstes war ich damit beschäftigt, herauszufinden, wie man die neuen Geräte bedient. Man sagte mir, das würde nicht lang dauern und ich dachte es wäre einfach. Schließlich hat es länger gedauert, als ich dachte", sagt Shakir 2009 in einem Interview.

In jenem Jahr erwacht das Interesse an den Produktionen des Manns aus Detroit neu. Allerdings sind es kaum neue Tracks, mit denen er von sich reden macht: Die Compilation trägt den Titel "Frictionalism 1994 - 2009". Der einstige Hausmeister erfährt in der Szene endlich die Anerkennung, die ihm gebührt.

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