Porträt

laut.de-Biographie

Anna Netrebko

Nur weil sie als Studentin im russischen Mariinsky-Theater den Boden putzte (um möglichst nah an den Proben zu sein), betiteln böse Zungen sie als "singende Putzfrau". Doch die Welt ist voll von Neidern und so prallen diese Unkenrufe am Popstar der Opernszene gnadenlos ab. Und auch wenn sie selbst vehement behauptet "Ich bin kein Popstar", lässt ihre mediale Behandlung andere Schlüsse zu.

Denn Anna Netrebko ist definitiv der Superstar der Klassikszene. Zur Welt kommt die Sopranistin am 18. September 1971 im russischen Krasnodar als Tochter einer Ingenieurin und eines Geologen. Da sie schon als Kind gerne und gut singt, ermöglichen ihr ihre Eltern eine Ausbildung in St. Petersburg. Dort übt und studiert sie ... und schrubbt die Dielen des Marientheaters. 1993 gewinnt sie den Glinka-Gesangswettbewerb in Moskau und wirkt bei einer Vorstellung im Bolschoi-Theater mit. Diese Referenzen ermöglichen ihr schließlich einen Termin bei Valery Gergiev als sie gerade einmal 23 Jahre alt ist. Er erkennt ihr Potential und engagiert sie vom Fleck weg für sein Mariinsky-Ensemble.

1994 ermöglicht Gergiev der Sopranistin ihr Debüt auf der weltberühmten Petersburger Bühne als Susanna in Mozarts "Le Nozze Di Figaro". 1995 schließt sie ihre Ausbildung mit Diplom ab und übernimmt die Titelrolle von Glinkas "Ruslan und Ludmilla". In dieser Besetzung, in der sie auch an der San Francisco Opera gastiert, wird sie quasi über Nacht zum Star der Opern-Szene.

Die Presse überschlägt sich ob der gutaussehenden Sängerin und es folgen Auftritte in den angesagtesten Opernhäuser dieser Welt. 2002 gelingt ihr in Salzburg schließlich der absolute Durchbruch als Donna Anna im "Don Giovanni". Die Fachwelt ist begeistert und von nun an kennt ihre eh schon erfolgreiche Karriere kein Halten mehr. 2003 debütiert sie an der Wiener und an der Bayerischen Staatsoper und sie spielt auf den Salzburger Festspielen.

Als sie 2004 in München gastiert, bringt die Tageszeitung ihr Potential auf den Punkt: "Hier arbeitet eine ernsthaft und begnadete Künstlerin. Mit einer glockenrein schönen Stimme, die punktgenau Gefühle transportiert und in den Höhen lerchengleich geradewegs in den Himmel aufzusteigen scheint. Und, was in der Oper immer ein Fall von besonderer Begnadetheit ist, eine Vollblut-Schauspielerin".

Von nun an bereist sie die Welt, gastiert auf den größten und bekanntesten Bühnen (Metropolitan Opera in New York, Wiener Statsoper, Mailänder Scala....) und unter den berühmtesten Dirigenten. Und auch auf Konserve ist sie erfolgreich. Ihr erstes Album, "Opera Arias" (2003), landet in Deutschland in den Pophitparaden. Das 2004 erscheinende "Sempre Libera" ist ebenso erfolgreich. Im selben Jahr erscheint die DVD "The Woman, The Voice", die ihren Ruf als Popstar der Opernszene zementiert. Dafür sorgen die darauf enthaltenen MTV-ähnlichen Videos und ihre nahbare Art ebenso, wie ihr hübsches Äußeres.

Da die rigorosen Visabestimmungen für russische Bürger es ihr unmöglich machten, international in vollem Umfang künstlerisch tätig zu sein, beantragt Netrebko 2006 die österreichische Staatsbürgerschaft. Ihre Einbürgerung wird noch im selben Jahr beschlossen und so genießt Anna Jurjewna Netrebko, wie sie mit vollem Namen heißt, zwei Staatsbürgerschaften. "Natürlich bin und bleibe ich Russin", kommentiert sie die Vorwürfe aus ihrem Heimatland, sie sei charakterlos und eine Verräterin.

Wohl auch deshalb gibt Anna Netrebko, die privat gerne Justin Timberlake, Robbie Williams und Christina Aguilera hört, St. Petersburg als ersten Wohnsitz an, auch wenn sie dank ihrer Karriere immer mehr zur Weltbürgerin wird. Noch 2006 wird sie in Deutschland mit Echo und Bambi ausgezeichnet, und auch für den Grammy wird sie mehrfach nominiert.

Nur mit einer Rückkehr zu den Salzburger Festspielen wird es vorerst nichts. 2007 muss sie die Teilnahme wegen einer Erkrankung absagen, im Folgejahr macht ihr die Schwangerschaft einen Strich durch die Rechnung. Vater ihres Kindes und neuer Lebenspartner ist der uruguayische Bassbariton Erwin Schrott, mit dem sie auch schon mehrfach gemeinsam auf der Bühne stand - u.a. im "Don Giovanni".

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