laut.de-Kritik

Von Blink-182 bis Good Charlotte: Das ist eine Watschen wert.

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Ein Blick aufs Cover genügt, um zu erahnen, auf welches Publikum der kanadische Fünfer immer noch abzielt: In einem mit Simple Plan-Postern tapezierten Teeniezimmer räkelt sich eine höchstens Zwölfjährige, die für ihr Alter eigentlich zu große Hupen hat. Und zu genau solchen Mädels passt die Musik - auch wenn die Jungs rund um Sänger Pierre Bouvier schon lange deren Väter sein könnten.

"Eleven golden nuggets to get your heart racing", verspricht der CD-Aufkleber. Soso. Eines dieser Nuggets soll wahrscheinlich "You Suck At Love" sein. Die süße Pop-Punk-Nummer plätschert so dahin und erzählt von der verflossenen Liebe. Dass denen aber nach 13-jähriger Bandgeschichte immer noch nichts anderes einfällt, als über Herzschmerz zu singen, ist schon allein ihres Alters wegen eine Watschen wert.

Features sind immer noch in Mode. Warum auch nicht? Natasha Bedingfield trifft besagte Zielgruppe voll, und "Jet Lag" ist so süß rockig, dass es schon fast weh tut. Bouvier und Natasha sind ja so schrecklich weit voneinander entfernt, ihre Herzen sind ach so "jetlagged" und sie vermissen sich "so bad". Könnte man da nur noch mal Kiddie sein: Ich würde tränenüberströmt meine Knutschfreundin anrufen und über ihren neuesten Nagellack schnattern.

Schnulzige Melodien durchziehen das komplette Album, radiotaugliches Easy listening. Dabei klingen sie noch immer nach einer Mischung aus Blink 182 und Good Charlotte. Die goldigen Gitarren-Riffs schießen geradezu aus den Boxen, manchmal mit etwas Keyboard garniert. Immer schön nach Schema F, da kann selbst ein K'Naan den bitteren Beigeschmack beim Rock-Lollie-Pop "Summer-Paradise" nicht nehmen.

Eines muss man Simple Plan gleichwohl lassen: Der Plan geht auf, und das seit Jahren. Ihre CDs verkaufen sich wie das sprichwörtliche - in diesem Fall - Nutella-Brot. Außerdem werden Bibi Blocksberg-Schlüpper und BHs in den Größen 60-AA auch weiterhin auf die Bühne fliegen.

Trackliste

  1. 1. You Suck At Love
  2. 2. Can't Keep My Hands Off You feat. Rivers Cuomo
  3. 3. Jet Lag feat. Natasha Bedingfield
  4. 4. Astronaut
  5. 5. Loser Of The Year
  6. 6. Anywhere Else But Here
  7. 7. Freaking Me Out feat. Alex Gaskarth
  8. 8. Summer Paradise feat. K'naan
  9. 9. Gone Too Soon
  10. 10. Last One Standing
  11. 11. This Song Saved My Life

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15 Kommentare mit 2 Antworten

  • Vor 8 Jahren

    Schade, ich hatte mir als so etwas wie ein Simple Plan-Fan doch ein bisschen mehr versprochen. Hat der Produzent nicht auch etwas mit Boys like girls (muss man nicht unbedingt kennen) zu tun gehabt? Das hört man leider überall viel zu sehr heraus. Das Album hat um einiges weniger Substanz als die Vorgänger. An den meisten Stellen billiger Einheits-Pop, den man kaum mehr als Pop-Punk bezeichnen kann. Da wäre mehr drin gewesen, die Nummer mit Natasha Bedingfield gehört da fast noch zu den Highlights.

  • Vor 8 Jahren

    Ich find den Review etwas überzogen! Nur weil die Bands (zb Blink 182, Sum41...), die früher die gleiche oder ähnliche Musik gemacht haben wie Simple Plan, sich jetzt weiter entwickelt haben und irgendwelches stinknormales Alternativ-Zeug produiziern oder gar ganz von der Bildfläche verschwunden sind, bedeutet das nicht, dass SP es auch so machen muss. Klar, man kann ihnen vorwerfen, sie würden sich nicht weiterentwickeln und dass sie da stehen geblieben sind, wo sie vor 10 Jahren schon waren, aber es klappt ja! Und ich bin froh auch nochmal was anderes, lockereres zuhören und dabei nicht gleich auf Lady Gaga oder sonst einen Pop-Scheiß umzusteigen! Es mag sein, dass Pop-Punk kaum noch produziert wird, aber es macht Alben wie dieses nicht schlecht! Es muss ja nicht immer ernst und Alternativ sein! Meiner Meinung nach ist das Album wirklich gelungen!

  • Vor 4 Jahren

    was soll daran so schlecht sein wenn sich eine band nicht weiterentwickelt? Eine Band wird doch so gemocht wie sie ist, ich als Fan möchte gar nicht, dass sie ihren Stil oder den inhalt ihrer Lieder je verändern