Porträt

laut.de-Biographie

Robben Ford

Robben Ford ist einer der renommiertesten Vertreter an der elektrischen Gitarre. Er beherrscht neben dem Blues viele verschiedene Stile und ist in unterschiedlichen musikalischen Kontexten beheimatet. Jazz, Fusion, Rhythm And Blues, Rock und Pop integriert er zu einem faszinierenden Spiel zwischen Licht und Schatten, ohne in rein technische Gefilde abzugleiten. Vielmehr verbindet er Virtuosität mit Musikalität. Seine Solo-Linien durchzieht jederzeit ein Hauch konzeptuellen Denkens.

Dabei liegt dem passionierten Gitarristen Transparenz am Herzen. Er versteckt sich nicht hinter einem mystischen Schleier und verkauft nicht an einer zwielichtigen Straßenkreuzung seine Seele an den Teufel, um seine Fertigkeiten zu stärken. Er geht offen mit seinen Einflüssen um und zeigt seine Skills auf der Gitarre in zahlreichen Lehrvideos oder beschreibt diese in Anleitungen.

Ford kommt 1951 im kalifornischen Woodlake zur Welt und wächst in einem musikalischen Elternhaus auf. Sein Vater ist selbst professioneller Gitarrist und Sänger, seine Mutter verfügt über eine ausdrucksstarke Stimme und spielt Klavier. Kein Wunder, dass die erste Kapelle, die Robben gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Patrick und Mark gründet, den Namen seines Vaters trägt.

Sein erstes Instrument ist das Saxophon. Von dieser 'ersten Liebe' bewahrt er sich die Phrasierungen und vor allem die Atem-bedingten Pausen für seine charakteristischen lyrisch-melodischen Gitarren-Passagen.

Auf der Gitarre ist Ford ein Autodidakt, der sein Ohr und seine Spieltechnik an Größen wie Jimi Hendrix, Eric Clapton, Cream, Led Zeppelin, Albert King oder B.B. King schult, die er allesamt in den späten 60ern in den Konzertsälen San Franciscos live erlebt.

Nach den ersten Erfahrungen in Jazz- und Blues-Combos engagiert Blues-Sänger Jimmy Witherspoon den jungen Gitarristen. Dessen Qualitäten bleiben auf ausgedehnten Touren durch die USA und Europa nicht verborgen. So schließt sich direkt das Engagement für Joni Mitchell an, mit der er zwei Alben aufnimmt und mit deren Live-Band The L.A. Express er auf Achse ist.

Ex-Beatle George Harrison begleitet Ford auf seiner "Dark Horse"-Rundreise. Die namhaften Session-Spots motivieren den Mittzwanziger dazu, eine Solokarriere in Angriff zu nehmen. 1977 erscheint bei Elektra seine erste Platte "The Inside Story", die er mit diversen Musikern aufnimmt, aus denen seine Band The Yellowjackets hervorgeht.

In den Achtzigern wirft Ford auch die Pleite seiner Plattenfirma nicht aus der Bahn. Er zieht wieder nach San Francisco und genießt die Nähe zur Familie und zu seinen musikalischen Wurzeln. Er tourt mit Michael McDonald und musiziert mit seiner späteren Ehefrau Anne Kerry.

Dem Umzug nach New York folgt der musikalische Ritterschlag. Jazz-Ikone Miles Davis nimmt ihn mit auf Tour. Der Gitarrist hinterlässt einen solch guten Eindruck, dass ihm laut Davis in Zukunft sämtliche Türen offen stehen.

Mit "Talk To Your Mother" heimst er seine erste Grammy-Nominierung ein. Nach einem Intermezzo in der Fernsehshow "Night Music" zieht es Ford wieder zurück nach Kalifornien, um näher bei seiner Band zu sein. Mit dem Trio The Blue Line entstehen drei Alben, bevor Ford einen weiteren Tapetenwechsel vornimmt und das instrumentale "Tiger Walk" mit der Backing Band von Keith Richards sowie seine bis dato ambitionierteste Arbeit als Songwriter in Form von "Supernatural" abliefert.

 - Aktuelles Interview
Robben Ford "Ich bin ein großer Traditionalist!"
Robben Ford über "Purple House", den Spirit von Nashville, Howlin' Wolf und Alabama Shakes.

Zum Millenniumswechsel tourt Ford mit Phil Lesh auf einer Co-Tour mit Bob Dylan. Er arbeitet weiter an Soloplatten und bleibt seiner Rolle als Interpret und Songwriter treu. Mit "Keep On Running" huldigt er seinen Einflüssen und nimmt eine CD auf, die sich eng am Blues und Rhythm And Blues der 60er Jahre orientiert.

Die Selbstaussage über sein Album "Truth" gilt exemplarisch für sein Werk und die darauffolgenden Alben. Der Blues bleibt die Basis, aber Ford öffnet die Limitierung der zwölf Bars hin zu anderen Stilen und agiert weltoffen. "Ich fühle, dass ich als Gitarrist die nächste Stufe erreicht habe. Die Platte repräsentiert den Blues, wie er heute zu sein hat; einige Songs folgen einem soziopolitischen Thema, jedoch nicht ohne ein Augenzwinkern, und die Musik klingt ziemlich frisch."

Daneben findet der Ausnahmekönner an den sechs Saiten noch Zeit, eine Supergroup ins Leben zu rufen. Jing Chi komplettieren Drum-Tier Vinnie Colaiuta (Sting, Frank Zappa, Megadeth, Celine Dion) und Bassist Jimmy Haslip (Bruce Hornsby, Rod Stewart). Daneben greift er für Larry Carlton in die Saiten und unterstützt den legendären Gitarristen live und auf Konserve (2008).

Nach einer Live-Platte widmet sich der Impro-Hero wieder einem Projekt, unter anderem zusammen mit dem langjährigen Wegbegleiter Haslip. Renegade Creation kredenzen zwei Songs, bevor sich Robben Ford 2012 der Miles Davis Tribute Band anschließt.

Trotz seines mittlerweile fortgeschrittenen Alters erscheinen regelmäßig Veröffentlichungen. Nach dem 2014 erschienenen Parforce-Ritt "A Day In Nashville" zieht es ihn 2017 tatsächlich in die Musik-Metropole, wo er sich insbesondere von der Infrastruktur und der Technik-Affinität der jüngeren Generation begeistert zeigt. "Purple House" aus dem Jahr 2018 fällt dementsprechend opulent aus und hebt den Blues auf eine neue Stufe.

Auf der anschließenden Tour hat Ford Saxofonist Bill Evans mit im Gepäck. Beide eint eine gemeinsame Vergangenheit mit Jazz-Yoda Miles Davis. Die Chemie stimmt und führt zu gemeinsamen Sessions, die 2019 unter dem Namen "The Sun Room" das Licht der Welt erblicken.

Der Gitarrist hält mit seiner Begeisterung nicht hinterm Berg, wovon folgendes Statement zeugt: "Da ich mit so vielen verschiedenen Musikern in verschiedenen Konfigurationen und Stilen gearbeitet habe, kann ich ehrlich sagen, dass innerhalb dieser Gruppe eine großartige Chemie herrscht und es die Möglichkeit gibt, durch unerforschte Wasser zu schwimmen, was echte Improvisation zulässt. Mit diesen Typen Musik zu machen und aufzunehmen, gehört zu den besten Erfahrungen in meinem langen musikalischen Leben."

Interviews

Alben

Robben Ford - Purple House: Album-Cover
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  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2018 Purple House

Kritik von Yan Vogel

Für solche Riffs würden Morello oder Bonamassa ihre Seele verkaufen. (0 Kommentare)

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