laut.de-Kritik

Minimalismus war gestern.

Review von

Album fünf wirkt wie eine Premiere, so juvenil, frei und gleichzeitig pointiert spielt PeterLicht hier auf. Tanzbare Drumläufe? Indierock-Gitarren? Treibende Postpunk-Songs in memoriam Bloc Party? Vom Singer/Songwriter mit romantischer Note, der uns postkapitalistische Utopie predigte, hätte man das sicher nicht gedacht. Er transzendiert endgültig die Dunstkreise deutscher Befindlichkeit um Figuren wie Thees Uhlmann, ohne seine Pop-Identität zu gefährden.

Lichts unwahrscheinlich frisch klingende Stimme klettert neue Tonhöhen und erinnert gleich zweimal an Schorsch Kamerun: Das Sieben-Minuten-Fluchtstück "Fluchtstück" wie auch "Sag Mir, Wo Ich Beginnen Soll" sind brodelnde, dann rasende Referenzen auf "Mila", die atemloseste Nummer auf der Zitronen-Platte "Lenin" (2001). Die Dissonanzen und das Monologe der Tracks zollen den Hamburger Punks ebenfalls Tribut.

Die Lichtsche Melancholie erscheint in ganz neuem Gewand, weil sie aufgeht zwischen Aufgewühltheit und üppigerem Klangraum. Dieser kursive Sound deutet "Beschwerde" erfolgreich in "Bewegung" um. Er bringt auch die selbstgeschaffene Rahmenhandlung zum Abschluss: Auf die LP-Utopien "Lieder Vom Ende Des Kapitalismus" und "Melancholie Und Gesellschaft" folgt das emanzipatorische "Ende Der Beschwerde". Ein Aufbruch und der mitreißende Beweis: Jedem Ende wohnt ein Anfang inne.

Trackliste

  1. 1. Sag Mir, Wo Ich Beginnen Soll
  2. 2. Wir Sollten Uns Unterhalten
  3. 3. Begrabt Mein iPhone® An Der Biegung Des Flusses
  4. 4. Steigen / Fallen
  5. 5. Neue Idee
  6. 6. Meine Alten Schuhe (Große Sonne Verbrennt Ganzes Geld)
  7. 7. Das Ende Der Beschwerde / Du Musst Dein Leben Ändern
  8. 8. Fluchtstück
  9. 9. Schüttel Den Barmann!
  10. 10. Wir / Was / Wir / Wolln
  11. 11. Wort Von Den Worten An Den Wänden
  12. 12. Der Neue Mensch

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