laut.de-Kritik

Kyuss, QOTSA und Danzig unplugged.

Review von

Eins muss man Nick Oliveri lassen: Er ist authentisch bis aufs Blut. "Start A Fight" heißt der erste Song seines neuen Albums, das schon vom Titel her an die großen Errungenschaften des Bart-Weirdos erinnert. Sein Total-Ausraster beim Mondo Generator-Gig 2004 im beschaulichen Schwarzwald-Städtchen Trossingen, das der örtliche Mischer mit einer blutigen Nase bezahlte, ist bis heute unvergessen.

Natürlich auch Oliveris musikalisches Erbe. Nach Kyuss nahm er mit Josh Homme die ruhmreichen QOTSA-Alben "Rated R" und "Songs For The Deaf" auf, bevor er aufgrund seines destruktiven Bühnenverhaltens auch in dieser Besetzung zur Persona Non Grata wurde.

Auf "Death Acoustic" nimmt sich das derzeitige Mitglied der Dwarves und Moistboyz selbst komponierte Songs und solche seiner Lieblingsartists zur Brust, die er soundtechnisch auf ein Akustikgitarren-Skelett reduziert.

Dieses von Johnny Cash bekannte Konzept zeitigt für Oliveri-Verhältnisse logischerweise ziemlich handzahme Ergebnisse. Gleichwohl: Jedem noch so soft arrangierten Song wohnt hier ein süßes "Fuck You" inne. Der Mann kann seine Punkrock-Roots eben nicht verleugnen.

Wer auf die Oliveri-Röhre steht, ist mit "Death Acoustic" sicher gut bedient. Vom tieftönigen Grunzen ("Outlaw Scumfuc") bis hin zum gurgelnden Keifen ("U Blow") spielt Oliveri die bekannte Klaviatur des vokalen Zorns. Auch wenn einen auf Albumlänge nach wie vor das Gefühl beschleicht, dass Oliveri eher als Sidekick glänzt.

Seine eigenen Songs sind nett ("Invisible Like The Sky", "Unless I Can Kill"), bleiben aber kaum haften. Leider gerät auch das Danzig-Cover "Hybrid Moments" eher unspannend. Die streckenweise einsetzende Langeweile durchbrechen höchstens witzig-pointierte Lyrics ("Everybody knows that I'm a scumbag"). Und ist der Albumtitel nicht auch eine Anspielung auf "Death Magnetic"?

Neue Facetten ringt Oliveri zwar auch der Queens-Nummer "Gonna Leave You" nicht ab, wenigstens sehnt man sich hier aber nostalgietrunken nach der guten alten Zeit. Als Krönung serviert er mit "Love Has Passed Me By" eine Kyuss-Nummer vom "Wretch"-Debüt, für die man dem Mann letztlich doch den Bart kraulen will. Zusammen mit der Dwarves-Nummer "Dairy Queen" klar sein bester Moment auf "Death Acoustic".

Aber sollte man mit Nick wirklich so hart ins Gericht gehen? Wäre es nicht angemessen, die räudige Rebel Rock-Legende mit ein paar lobenden Worten zu unterstützen? Scheinbar ist man auch als Wüstenrock-Legende vor der Krise nicht gefeit, wie ein Satz im Booklet nahelegt: "Special thanks to Josh Homme for the recorder, I could not have done it without you."

Trackliste

  1. 1. Start A Fight
  2. 2. Invisible Like The Sky
  3. 3. Dairy Queen
  4. 4. Gonna Leave You
  5. 5. Love Has Passed Me By
  6. 6. U Blow
  7. 7. Hybrid Moments
  8. 8. Unless I Can Kill
  9. 9. Follow Me
  10. 10. Outlaw Scumfuc

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5 Kommentare

  • Vor 10 Jahren

    wow, das klingt aber extrem gut! Muss ich haben.

  • Vor 10 Jahren

    Mehr als 2 Punkte habe ich auch nicht zu vergeben.

    Ja, vllt. unfair und ganz allein mein Pech, weil ich etwas anderes erwartet habe. Ist ja nun mal nicht so, dass Nick Oliveri nicht singen kann. Leider lässt er aber größtenteils den lauten Weirdo raushängen, was ja an sich okay ist, aber hier nicht so ganz passen mag. Zumindest ist das Endergebnis doch ne ganze Spur zu weit daneben für meinen Geschmack. Er hätte öfter auf die Bremse treten sollen.

    Ich wollte das Album wirklich mögen, nachdem er doch beim Konzert bewiesen hat, was für eine sympathische Sau er ist und wieviel er drauf hat. Schade. :(

  • Vor 10 Jahren

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  • Vor 10 Jahren

    Mit Mondo Generator freunde ich mich ja an sich gerade so langsam an. N großer Sänger wird er, sorry LaRocca, trotzdem nie nicht werden, deswegen bin ich da skeptisch. Muss man natürlich trotzdem mal reinhören.