Zwei Ticket-Schwarzhändler, die u.a. Ed Sheeran-, Adele- und Taylor Swift-Tickets auf Plattformen wie Viagogo verkauft haben, müssen ins Gefängnis.

Leeds (joga) - Ein Gericht in Leeds hat die britischen Ticket-Schwarzhändler Peter Hunter und David Smith zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt, weil sie systematisch Eintrittskarten für Konzerte von Ed Sheeran, Adele, Bruno Mars oder Taylor Swift zu überhöhten Preisen weiter verkauft haben. Hunter und Smith hatten mit Hilfe von Second Hand-Ticket-Plattformen wie Viagogo und StubHub insgesamt etwa 13 Millionen Euro ergaunert; nun kommt Hunter für vier Jahre in Haft, sein Komplize und Partner Smith für 30 Monate.

Die beiden hatten Medienberichten zufolge mehrere Tausend Tickets weiterverkauft. Neben Eintrittskarten für Konzerte bekannter Künstler hatten sie auch Tickets für die X Factor Liveshow oder den Eurovision Song Contest im Angebot. Ed Sheerans Manager Stuart Camp sagte vor Gericht aus, in einem besonders krassen Fall hätten die beiden ein 90 Euro-Ticket für ein Charity-Konzert seines Mandanten für 8.500 Euro verkauft.

Gericht verurteilt Schwarzhändler wegen Betruges

Die beiden hatten mehrere Identitäten und Computer-Bots sowie die entsprechenden Kreditkarten benutzt, um möglichst viele Tickets erwerben zu können. Sie hatten mit Tickets gehandelt, bei denen der Weiterverkauf in den Geschäftsbedingungen untersagt war. Und sie hatten spekulativ mit Tickets gehandelt, über die sie gar nicht verfügten.

Das Gericht verurteilte die beiden wegen Betruges. Vertreter der Musik-Industrie begrüßten das Urteil. Nun müssten auch die Ticket-Plattformen ins Visier genommen werden, die solch kriminelles Handeln erst ermöglichten.

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Ed Sheeran

Ed Sheeran,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Ed Sheeran,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Ed Sheeran,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Ed Sheeran,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Ed Sheeran,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Ed Sheeran,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Ed Sheeran,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Ed Sheeran,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Ed Sheeran,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Ed Sheeran,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Ed Sheeran,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Ed Sheeran,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Ed Sheeran,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Ed Sheeran,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

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1 Kommentar mit 12 Antworten

  • Vor einem Monat

    Find ich gut. Ich hoffe in Deutschland passiert das auch. Müsste dann Eventim auch dran sein?

    • Vor einem Monat

      Ich begrüße das Urteil ebenfalls sehr und bin dafür, dass Plattformen wie Viagogo verurteilt werden.
      Allerdings...Eventim? Die haben doch mit TicketWIEDERverkauf nichts zu tun (oder irre ich mich?) und fallen daher raus. Es geht ja nicht um an sich überhöhte Ticketpreise, sondern bloß um Wucher beim Weiterverkauf.

    • Vor einem Monat

      Eine massive Fickung für Viagogo wäre sehr zu begrüßen.

    • Vor einem Monat

      Ja da hast du Recht, ich finde deren Verkaufsmethoden aber grottig und dafür beziehen die auch noch richtig guten Gewinn.

    • Vor einem Monat

      Ich denke Eventim wird ein notwendiges Übel bleiben. Durch die Verheiratung von Konzernveranstalter und Ticketverkäufer, führt für viele Künstler kein weg an Denen vorbei.

    • Vor einem Monat

      Das hab ich befürchtet. Wo ist das Kartellamt wenn man es braucht. Aber immerhin bin ich nicht alleine mit meinem Frust auf Eventim.

    • Vor einem Monat

      Womit als den angeblich überhöhten Ticketpreisen bei Eventim, soll den der heutige Künstler noch Geld verdienen? Mit den quasi umsonst Streamingangeboten bei Spotify und Co. kommt keine müde Mark rüber. Da wird nur Geld generiert, um das Karrusel am laufen zu halten.

    • Vor einem Monat

      Gerne dürfen die Künstler über bandcamp und Konzerttickets für ihr Schaffen entsprechend entlohnt werden. Auch sollen sie viel Geld verlangen dürfen. Wenn aber schon auf der Künstlerseite steht: Don't pay more than XX€" und eventim dann die Tickets für 5-10€ mehr anbietet, dazu noch eine Druckpauschale für Online-Tickets von 2,50 dazukommen, wird es bedenklich.
      Wieviel dann wirklich beim Künstler ankommt, weiß doch kein Schwein.
      Um mein Gewissen zu beruhigen, versuche ich meist beim Veranstalter direkt oder bei lokalen VVK-Stellen Tickets zu erwerben. Auch wenn diese manchmal auch nur eventim-Tickets haben...

      Eventim könnte ja auch die erste Welle an Tickets nur über physische Shops anbieten. Dann geht man in die Stadt und holt sich die Tickets im Laden. Bots nicht mehr möglich.

    • Vor einem Monat

      Wenn Künstler wie Rammstein 90 Euro aufwärts nehmen, dann darf Eventim sich nicht 5-10 Euro Vermittlungsgebühr bezahlen lassen? Versteh ich nicht, wovon sollen die den leben?

    • Vor einem Monat

      Tomp hat das schon sehr gut aufgeführt. Es werden Gebühren verlangt, welche im digitalen Zeitalter obsolet sind.

    • Vor einem Monat

      Dazu kommt ja noch, dass es Eventim einen scheiß kümmert, ob deren Server überhaupt für einen Massenandrang bereit sind. Die tun nichts und lassen es sich fürstlich bezahlen. Dann bin ich auch eher für wieder im Laden anstehen. Da bekommt der erste auch wirklich zuerst.

    • Vor einem Monat

      Das mit den Servern kann ich nach voll ziehen. Mir ist es bei WoW (Onlinerollenspiel) am Anfang schwer auf die Nüsse gegangen, als man da ewig in der Warteschleife verbrachte. Das kann man im digitalen Zeitalter auch anbringen (Eventim mit Mails bombadieren) und ich wette sie schalten demnächst ein paar Buchungsserver dazu.

      Nur glaube ich nicht, das man heute noch das Rad zurück drehen kann und so viele Events wie es jetzt zu organisieren gilt, wieder über kleine Läden Vorort ordentlich vermarkten kann.

      Da würde ich eher anfangen und nicht jeder Hinterhofkapelle das Recht einräumen ihr 20 Ohrenkonzert als das einzige wahre zu vermarkten.

    • Vor einem Monat

      Lass dir gesagt sein, Eventim hat mehr als einen Shitstorm deswegen hinter sich. Die wollen nichts ändern.