Der Viva-Betriebsrat erzielt einen vorläufigen Erfolg in der Verhandlung mit der MTV-Mutter Viacom. Derweil interessiert sich der Konzern sehr für gelbe Unterwasserlebewesen.

Köln (mma) - Schon Ende 2004 erwirkte die Arbeitnehmervertretung von Viva eine einstweilige Verfügung, weil die Viacom-Führung nicht hinreichend über die Umstrukturierung von Viva informiert hatte. In der Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Köln erreichte man jetzt nach Informationen des Branchenblattes Musikmarkt einen Kündigungsaufschub. Damit ist es dem Konzern untersagt, vor dem 17. Mai Viva-Mitarbeiter zu entlassen.

Der Betriebsrat plant nun, einen Alternativplan zur Umgestaltung vorzulegen. Sicherlich ein Etappenerfolg, die Angestellten des Kölner Musiksenders sehen dennoch einer dunklen Zukunft entgegen: Nach Aussage von Betriebsratschef Thomas Diekmann bleiben jetzt lediglich sechs von ursprünglich 260 Viva-Leuten - fünf Moderatoren und ein weiterer Mitarbeiter - weiterhin am Rhein. Bisher ging man davon aus, 20 Arbeitsplätze erhalten zu können. Circa 60 entstehen offenbar im neuen Viva-Sitz in Berlin.

Die Gespräche über einen Sozialplan für das von der Kündigung bedrohte Viva-Personal scheiterten jüngst an unterschiedlichen Abfindungsvorstellungen. 250.000 Euro soll die Differenz zwischen Betriebsrats-Forderung und Viacom-Angebot betragen, erläutert Diekmann. Die zur Verhandlung abgesandten des MTV-Eigners sprechen hingegen von einem Unterschied in Höhe von drei Millionen Euro. So oder so wirkt die Viacom-Position wie Haarspalterei. Schließlich steigerte das Unternehmen seinen Gewinn im ersten Quartal 2005 um fast 80 Millionen Euro (laut.de berichtete).

Auch mit dem Kindersender Super RTL liegt Viacom im Zwist. Schuld ist der Serienerfolg "Spongebob Schwammkopf". Den würde der US-Konzern gerne wieder im eigenen Programm sehen. Und zwar auf dem Kinderkanal Nick, der ab diesem Herbst den Senderplatz von MTV2POP übernimmt. Super RTL hatte die Serie mit der Quadrathose 1998 vom erfolglosen Nickelodeon aufgekauft und besitzt bis 2007 das Exklusivrecht an den neuen Episoden. Die möchte man auch behalten. Ärgerlicher für die RTL-Tochter ist jedoch der Verlust der Vermarktungsrechte für den gelben Publikumsliebling Mitte 2005.

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